Lokales

"Blanker Unsinn"

Die Angebotskürzungen der Bahn waren Thema im Verkehrsausschuss des Verbands Region Stuttgart, dem auch der Nürtinger Stadtrat Thaddäus Kunzmann (CDU) angehört. Die Kürzungen seien nicht akzeptabel, meint er.

NÜRTINGEN "Die Nürtinger, Wendlinger und Kirchheimer bezahlen diese Fahrgeldanhebungen mit und sehen sich jetzt mit Leistungskürzungen konfrontiert", so Kunzmann. Er forderte die Region auf, nochmals mit der Bahn zu verhandeln.

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Die Bahn plant, zum 1. Juni 2007, ihre Zugverbindungen auch auf der Neckartalbahn zwischen Stuttgart und Tübingen auszudünnen. Kunzmann: "Aus Sicht der Region ist dies dort unproblematisch, wo es sich um Interregioverbindungen handelt, die nicht in der Region Stuttgart anhalten." Diese fahren beispielsweise ab Tübingen und stoppen lediglich noch in Reutlingen und Stuttgart. Mehrere dieser Sprinter fallen nun weg. "Natürlich ist aber auch das ein herber Rückschlag für den Nahverkehr." Darüber hinaus sollen auch einige im Berufsverkehr genutzte Regionalexpresslinien gestrichen werden und zwar in jede Richtung. Besonders betroffen sind die S-Bahn-Zubringer ab beziehungsweise bis Plochingen. Kunzmann: "Die Konsequenz wird sein, dass wir bis Plochingen mit dem Auto fahren müssen, um von dort per Zug weiterzufahren." Angesichts der heute bereits überlasteten B 313 zwischen Nürtingen und Plochingen insbesondere des Nadelöhrs des Dreiecks B 313/B 10 bei Plochingen sei dies blanker Unsinn. Ebenso betroffen seien die Wochenenden, die von der Bahn besonders ausgedünnt werden. Dies treffe neben Ausflüglern vor allem Schichtarbeiter.

Regionaldirektor Dr. Bernd Steinacher wurde vom Verkehrsausschuss beauftragt, nochmals mit der Bahn zu verhandeln, um zumindest die für Pendler wichtigen Verbindungen zu erhalten. Kunzmann: "Nicht alle Streichungen sind sinnlos. Manchmal werden beinahe parallel fahrende Verbindungen zusammengelegt, was aus Effizienzgründen Sinn macht. Wir müssen auch nicht um jede Fahrt an den Wochenenden kämpfen. Aber dort, wo massiv in den Pendlerverkehr eingegriffen wird und damit die Gefahr des Ausweichens auf das Auto besteht, muss die Bahn nacharbeiten."

pm