Lokales

Blasmusik begeisterte

Überaus gut besucht war die Eduard-Mörike-Halle beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Ötlingen.

KIRCHHEIM Die Vorsitzende Kerstin Loy sprach in ihrer Begrüßungsrede über die Bedeutung der kulturellen Aufgaben in Ötlingen. Für einen Verein wie dem Musikverein Ötlingen sei die Jugendarbeit äußerst wichtig. Es gelte, Jugendliche zu führen und in die Gemeinschaft zu integrieren. Ihr Dank galt allen Mitgliedern, die mit zum Gelingen dieses Konzertes beigetragen haben.

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Die Vertreter einer jeden Kapelle führten die Konzertbesucher mit kompetenten Beschreibungen der einzelnen Stücke und mit Hintergrundinformationen durch das Programm. Ihre einleitenden Worte verbanden die einzelnen Musikvorträge zu einem durchgängigen Konzertprogramm.

Klangvoll eröffnet wurde mit dem Marsch "Along" unter Leitung von Dirigent Josef Dregischan, der gleichzeitig das einstudierte Sommerprogramm präsentierte. Bei dem Stück "House Party" von Jakob de Han spürte man die Verbundenheit der jungen Akteure des Musikvereins Ötlingen. Hier entwickelte sich wieder der typische, weiche und runde Klang der Anfängergruppe, die beim Publikum sehr gut ankam und zu einem weiteren Höhepunkt geriet. Die Stücke "You will never walk alone" von Richard Rodgers und die "Elli Polka" von Bruno Seitz ließen die Jungbläser unter der Leitung von Jakob Guizetti ertönen. Die Jugendkapelle spielte erstmals vor Publikum und hatte die Stücke selbst gewählt. Offensichtlich tat ihr der exzellente Dirigent für die Ausbildung besonders gut. Es war fantastisch, wie das Orchester unter dem engagierten und einfühlsamen Dirigenten Jakob Guizetti auflebte. Was die Jugendlichen weiter auszeichnete, war ihr Musikstil insgesamt mit gleichzeitiger Verbindung von Rockmusik und klassischen Elementen. So bewiesen die jungen Instrumentalisten mit ihrem Schlussbeitrag dem "Smoke on the water" von der britischen Hard-Rock-Band Deep Purple ihr musikalisches Können. Zugaberufe blieben nicht aus. Dem Wunsch ist die Kapelle auch gern nachgekommen.

Anschließend wurden verdiente Mitglieder für Aktivitäten und langjährige Mitgliedschaft von der Vorsitzenden Kerstin Loy, dem 2. Vorsitzenden Helmut Oster und Präsidiumsmitglied Georg Frank geehrt. Dies waren: Kassier Karl-Heinz Fischer sowie Vorstandsmitglied, Notenwart und Organisator Manfred Loy.

Der Höhepunkt des Konzertabends wurde mit der atemberaubenden Interpretation eines Werkes des deutschen Komponisten P. Scheffe erreicht. Es war ein Konzertabend, der nachhaltige Einblicke in die heutige Entwicklung der sinfonischen Blasmusik bot. Bei dem Stück "Children of Sanchz" von Chuck Mangione drückte die Stammkapelle die Geschichte eines armen mexikanischen Arbeiters aus, der um die Gründung einer großen Familie kämpfte. Beim Stück "Auf einem persischen Markt" von dem englischen Komponisten Albert Ketelbey verstanden es die Spieler, ihren Instrumenten wahrlich persische Klänge einzuhauchen. Einen besonders reizvollen Anblick boten sie zudem in ihren persischen Gewändern. Man hörte buchstäblich eine Karawane herankommen. Bettler kamen vorbei, um Bakschisch zu erbetteln und sodann eine schöne Melodie mitzusingen. Eine Prinzessin besuchte den Markt, auch der Kalif kam. Dirigent Guizetti ließ keinen Zweifel aufkommen, denn mit energischer Hand gab er dem präzise und engagiert aufspielenden Orchester die Impulse, und das Bläserensemble in guter Besetzung bewies bei diesem Stück, welches Potenzial an Technik und Darstellungskraft in ihm steckt. Einen glänzenden Soloauftritt hatte der junge Trompeter Bernhard Essl in Verbindung mit dem Blasorchester zu dem Stück "Ciribiribim" von A. Pestalozza. Wie der Solist sich mit originellen Variationen aus der swingenden Begleitung löste und über dem konstanten Rhythmusspiel prachtvolle Motivketten entwickelte, war erstaunlich.

Beim Stück "The great Locomotive Cahas" zeigte der Dirigent, dass sein dynamisches Ensemble ebenso die Fähigkeit besitzt, die Zuhörer mitzureißen und dass Blasmusik nicht nur Bierzeltcharakter haben muss. Mit der "Bin-Polka" von K. Hulak kehrte die Stammkapelle zur traditionellen Blasmusik zurück. Bis in die Zugaben hinein überzeugte das Orchester.

Den letzten Teil des Konzerts bestritt die Gastkapelle, das Blasorchester Sankt Maria aus Hamburg-Harburg unter Leitung von Stephanie Kott. Mit anspruchsvollen und schwierigen Stücken konnte sie gleich zu Beginn die Zuhörer überzeugen. Der Lohn, ein lang anhaltender Applaus.

mha