Lokales

Blasmusik made in Holzmaden

Was schenkt man seinem ältesten aktiven Musiker zum 70. Geburtstag? Vor dieser "dankbaren" Aufgabe standen die Verantwortlichen des Musikvereins Holzmaden, als Josef Hein, einziger noch verbliebener aktiver Musiker aus der Gründerzeit des Vereins, diesen Festtag im Kreise seiner Freunde vom Musikverein feierte. Intensive Überlegungen führten zur zündenden Idee.

HOLZMADEN Vor den Toren Budapests stand einst die Wiege des Geburtstagskindes. Sein lang gehegter Traum war immer, irgendwann gemeinsam mit den Musiker-Kollegen seine Heimat zu besuchen, um dort musikalisch aufzutreten. Was lag also näher, als ihm diesen Wunsch zu erfüllen? Vor kurzem war es so weit, dass sich das Holzmadener Blasorchester, begleitet von einer stattlichen Anzahl von Vereinsmitgliedern und Freunden, mit zwei Omnibussen gen Burgenland aufmachte. Zielort war Podersdorf, wo der gesamte Tross Quartier bezog.

Anzeige

Nach einer langen Busfahrt war ein Abstecher ins Vogelparadies bei Illmütz eine willkommene Gelegenheit, sich etwas die müden Beine zu vertreten. Gleich am ersten Abend waren dann in der Musikantenscheune in Halbturn, bekannt durch den bedeutendsten Barockbau des Burgenlandes, das Schloss Halbturn, Plätze für einen unterhaltsamen Abend reserviert. Die Überraschung war groß, als den Ausflüglern beim Betreten der Musikantenscheune Blasmusik-klänge erster Güte entgegenschallten. Eine Traditions-Kapelle des Erzherzogs Karl von Lothringen im Landwehr-Stammregiment 13 der Kaserne Neusiedl am See, sorgte mit schmissig und gekonnt vorgetragener Blasmusik für beste Stimmung. Da war es natürlich selbstverständlich, dass sich die Holzmadener Musiker anschließend nicht minder ins Zeug legten und so den Tag mit Holzmadener Blasmusik harmonisch ausklingen ließen.

Ein Platzkonzert des Holzmadener Blasorchesters unter Leitung von Dirigent Jürgen Reiß vor dem berühmten Esterhazy-Schloss in Eisenstadt, der Hauptstadt von Österreichs kleinstem Bundesland Burgenland, war einer der Höhepunkte des zweiten Tages. Eine zeitweise stattliche Zuschauerzahl honorierte die an dieser Stelle sicherlich ungewohnten Blasmusikklänge "Made in Holzmaden" mit kräftigem Applaus.

Weitere interessante Etappen-Ziele wie der Besuch von Mörbisch mit Blick auf die berühmte Mörbischer Seefestbühne und einer Schifffahrt über den derzeit einzigen mitteleuropäischen Steppensee, den Neusiedler See, waren erlebnisreiche Programmpunkte. Am Abend erwartete dann die gesamte Ausflugsschar ein besonderes Schmankerl; auf Einladung der Musikfreunde von Mönchhof gastierten die Holzmadener in deren Vereinsstadl und wurden mit kulinarischen Köstlichkeiten den ganzen Abend regelrecht verwöhnt.

So gestärkt ging es am dritten Tag bereits recht früh auf Tour, denn für die meisten Teilnehmer stand unbestritten das Highlight der gesamten Ausflugstour an, die Fahrt nach Budapest, verbunden mit einer ausführlichen Stadtführung. Auf dem Weg dorthin kam es zu einer historischen Begegnung, als die Holzmadener Musiker einen Abstecher in den Geburtsort von Sepp Hein machten. In Budakeszi, einer 13 000 Einwohner zählenden Stadt unmittelbar vor den Toren Budapests, empfing Bürgermeister Gyula Farkas mit einer kleinen Abordnung die Holzmadener Gäste, man durfte sich fast schon wie "Staatsgäste" behandelt fühlen. Nach einem halbstündigen Platzkonzert des Holzmadener Blasorchesters in einem Park, verwöhnten die ungarischen Gastgeber die Holzmadener mit liebevoll zubereiteten Snacks.

Am vierten Tag hieß es dann schon wieder Koffer packen, die Heimreise stand an. Zuvor jedoch gab das Holzmadener Blasorchester ein letztes Mal seine musikalische Visitenkarte im Burgenland bei einem Platzkonzert vor der Mönchhofer Kirche ab. Dabei sind dann auch bereits erste ernsthafte Kontakte für einen Gegenbesuch der Mönchhofer Blaskapelle in Holzmaden in den nächsten Jahren geknüpft worden.

rw