Lokales

„Blaues Ypsilon“ als Hoffnungsträger

Kirchheim bewirbt sich für das Landesprogramm „Natur in der Stadt 2015 bis 2025“

Fröhlich, leicht und einladend. So soll nicht nur der Schmetterling wirken, der das Logo für Kirchheims Grünprojekt darstellt. Genauso will sich auch die Stadt selbst in ihrer Bewerbung für das Landesprogramm „Natur in der Stadt 2015 bis 2025“ präsentieren. „Wir wollen Lust darauf machen, hier zu leben und hierher zu kommen“, warb Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker im Ratsrund für das Vorhaben.

irene strifler

Kirchheim. Das Programm „Natur in Stadt und Land“ fördert die Durchführung von Landesgartenschauen und Grünprojekten. Für die Weiterentwicklung der Freiraumkonzeption Kirchheim Kernstadt entlang der Lauter und der Lindach bietet sich eine Bewerbung geradezu an. Davon ist nicht nur die Verwaltung überzeugt, sondern auch der Kirchheimer Gemeinderat. Im Gremium wurde jüngst eine erste Erarbeitung von Zielen und Vorstellungen vorgelegt. Matt-Heidecker lud zum „Blick in die Zukunft“ ein. Altes und Neues wird sich demnach zu einem Ganzen zusammenfügen.

„Wir streben als Alleinstellungsmerkmal eine Broschüre mit sinnlichen Aspekten an“, erläuterte Landschaftsarchitekt Jochen Köber, der die Broschüre gemeinsam mit der Agentur „bzweic“ gestaltet hat. Das „blaue Ypsilon“ stellt nicht nur den Zusammenfluss von Lauter und Lind­ach dar. Im Logo verkörpert es auch das Miteinander der verschiedenen Generationen sowie das Zusammenspiel von Natur, Stadt und Bewegung.

Inhaltlich geht es um eine Zusammenstellung von Projekten, die teils schon vorgestellt wurden, teils noch als Visionen in den Köpfen herumspuken. „Ziel ist, Lücken zu schließen“, spricht Grünflächenamtsleiter Jürgen Völker von einer angestrebten Vernetzung. Mosaikartig verstreute Grünareale sollen miteinander verbunden und zu einer Gesamtheit weiterentwickelt werden. In der Broschüre ist die Rede von unterschiedlichsten Räumen entlang der Gewässer, die „von den Ruheinseln des Kernstadtbereichs über die Geselligkeits- und Freizeiträume bis hin zu den aktiven Sport- und Aktionsinseln“ führen. Weiter heißt es: „Entlang der ursprünglichen und natürlichen Lebensader der Stadt, dem Fluss Lauter, sollen in Zukunft wieder lebenswerte Freiräume entstehen.“ Bekanntlich ist der Anfang in einem kurzen Abschnitt an der Gaisgasse bereits gemacht, neue Perspektiven bieten in Bälde die Herrschaftsgärten.

Aus dem Dornröschenschlaf gerissen werden soll der hinter Gebäuden versteckte Zusammenfluss von Lindach und Lauter. „Mehr Grün in der Stadt führt letztlich dazu, die Fluchtbewegung ins grüne Umland abzuschwächen“, lautet die Argumentation in der Bewerbung. So dient die Lindach quasi als „Rückgrat“ eines Freiflächenverbundes von der Klosterwiese bis zum städtischen Stadion und fungiert als „Achse des Sports“.

Vom Grünprojekt verspricht man sich in Kirchheim eine Steigerung der Lebensqualität, die bis zur Erhöhung der Attraktivität als Wirtschaftsstandort reicht. Freizeitgestaltung jeglicher Art kann in der Stadt möglich werden, und ein überzeugendes Veranstaltungskonzept während des Projekts soll die Bürger begeistern und die Bekanntheit der Stadt erhöhen.

Sollte Kirchheim vom Land berücksichtigt werden, wird mit Zuschüssen in Höhe von über einer Million Euro für Investitionen gerechnet. Der gesamte Investitionsrahmen wird üblicherweise bei Grünprojekten mit 2,6 bis 4,4 Millionen Euro angegeben. Nun ruht die Hoffnung auf den Jahren 2015 bis 2025.

Der Gemeinderat jedenfalls ließ sich bereitwillig mit auf die verlockende Reise in die Zukunft nehmen. „Wir werden‘s auf den Weg bringen und hoffen auf Mittel“, stellte sich Karl-Heinz Sattel für die CDU klar hinter die Konzeption. „Eine Stadt wie Kirchheim braucht Visionen“, lobte auch Ulrich Kübler von den Freien Wählern die Vorlage und wünschte, dass möglichst viel davon umgesetzt werden könne. „Die Steigerung der Wohnqualität hilft uns als Stadt weiter“, äußerte sich auch CIK-Vertreter Wolfgang Schuler zufrieden. Von einer „tollen Sache“, die Mut für die Zukunft mache, sprach Albert Kahle (FDP/KIBÜ). Er hoffe, dies als Rentner noch ein wenig genießen zu können. Auch Birgit Müller von der Frauenliste, die sich Grün in der Stadt schon immer auf die Fahnen geschrieben hat, signalisierte Zustimmung. Besonders zuversichtlich zeigte sich Peter Bodo Schöllkopf von der SPD: „Ich habe keine Bedenken, dass wir nicht den Zuschlag erhalten.“ Dass sich alle Menschen in der Konzeption wiederfinden könnten, stellte Karl-Heinz Schöllkopf von den Grünen Alternativen erfreut fest. Jetzt gelte es, aus dem „Bauchladen der Ideen“ Schwerpunkte zu bilden und eine Art „blaues Band der Bewegung“ durch Kirchheim entstehen zu lassen.

Einstimmig erteilten die Räte den Auftrag zur weiteren Ausarbeitung der Präsentationsmappe. Dies wird den Kostenrahmen von 7000 Euro nicht überschreiten.

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