Lokales

Blinde Scheiben erneuern

Förderverein sucht Sponsoren, damit das Hallenbad erhalten bleibt

Der Förderverein Hallenbad Dettingen hat die Teilprivatisierung der Schwimmanstalt von Anfang an begleitet. Er setzt sich dafür ein, dass das Bad erhalten bleibt.

Antje Dörr

Dettingen. Im Vorraum des Dettinger „aquafit“ riecht es nach Chlor. Ein paar Kinder mit nassen Haaren werfen sich auf die freien Stühle und machen sich hungrig über ihre Brezeln her. Dass sie es nach dem Schwimmen nicht weit nach Hause haben, ist nicht selbstverständlich.

Vor einigen Jahren wäre es beinahe vorbei gewesen mit dem Dettinger Hallenbad. Das Problem: Die Kosten waren höher als die Einnahmen, die Gemeinde konnte das Bad nicht mehr tragen. Ein privater Betreiber war die Rettung. Michael Langelage reduzierte das Defizit von 250 000 Euro pro Jahr um 20 Prozent. Das Bad blieb geöffnet.

Der Förderverein Hallenbad setzt sich dafür ein, dass das so bleibt. Inzwischen hat der Verein über 100 Mitglieder. Entstanden ist er, als bekannt wurde, wie schlecht es um das Dettinger Hallenbad steht. Damit das aquafit weiterhin betrieben werden kann, versucht der Förderverein, die Gemeinde zu entlasten, indem er ihre Kosten reduziert.

Die Aktivitäten des Fördervereins bestehen darin, Fördergelder einzutreiben und Sponsoren zu finden. Mit dem Geld sollen Reparaturen bezahlt werden. Als erstes steht die Erneuerung der blinden Scheiben an der West- und Südfront an. Die ersten werden schon vor Weihnachten ausgetauscht. Der Förderverein sucht nach wie vor Sponsoren, die einen Beitrag leisten. Sobald dieses Projekt abgeschlossen ist, möchte der Förderverein Geld sammeln, um die Fassade des Bads zu erneuern und den Eingangsbereich zu verschönern.

Ein weiterer Aufgabenbereich des Vereins ist Werbung und Öffentlichkeitsarbeit. Schließlich sollen die Dettinger weiterhin in ihrem Bad schwimmen. Dass die Eintrittspreise gestiegen sind, gefällt vielen nicht. „Da gab es ganze Gruppen, die nach Wernau abgewandert sind, wo es vermeintlich günstiger ist“, berichtet Peter Wallawitz, Erster Vorsitzender des Fördervereins. Rechnet man allerdings die Benzinkosten hinzu, relativiere sich die Ersparnis.

Ein weiterer Streitpunkt sind die geänderten Öffnungszeiten. Der Betreiber vermietet das Bad an Schulen, Vereine und die Volkshochschule, um Kosten zu sparen. Dem Rest der Bevölkerung bleibt während dieser Zeit der Zutritt zum Bad verwehrt. Der Förderverein möchte die Preise und Öffnungszeiten „bevölkerungsfreundlich gestalten“, trägt den Kurs des Betreibers aber mit. Nur auf diesem Wege, sagt Wallawitz, könne das Bad erhalten bleiben.

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