Lokales

Blues, Polka, Choralmusik und schwäbisches Theater

Die traditionelle Winterfeier des Musikvereins Lindorf lockte zahlreiche Gäste ins Bürgerhaus. Auf dem Programm standen unter anderem Musik von Jugend- und Stammkapelle sowie schwäbisches Theater.

KIRCHHEIM Das musikalische Programm eröffnete die Jugendkapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Jürgen Martin. Mit den Titeln "Just a game", "4D-Blues", "Hang on Sloopy" und "Tiger Rag" zeigte die Jugendkapelle, dass 23 Musiker und Musikerinnen einen tollen Sound produzieren können. Insbesondere der "4D-Blues" fand beim Publikum besonderen Gefallen, da sich einzelne Instrumentengruppen mit Soli vorstellten.

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Nach einer Programmänderung folgte die Ehrung der Vereinsmitglieder durch Georg Frank. Er sprach den aktiven Mitgliedern Ursula Sigel für 20 Jahre und Benjamin Wachsmann für 10 Jahre Mitgliedschaft Anerkennung aus. Manfred Haack, Ehrenvorstand des Vereins, erhielt für seine langjährige Tätigkeit in der Vorstandschaft und für den Verein die Goldene Ehrennadel. Albrecht Schwarz wurde für 40 Jahre passive Mitgliedschaft geehrt.

Die Stammkapelle startete ihre musikalische Darbietung unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Vichan Molerov mit dem Konzertmarsch "Unter der Admiralsflagge" von Julius Fucik. Die Trompetenfanfare erwies sich als imposanter Start des Marschs in dem recht kleinen Bürgerhaussaal. Mit einem für die Zuhörer wie für die Musiker schwierigen Stück ging es weiter. "Alpina Saga" von Thomas Doss beschreibt die Begegnung mit den österreichischen Bergen: Ein harmonisch wie rhythmisch schweres Stück, aber auch ein ganz neues Klangerlebnis. "Flammende Herzen" hieß es dann, und diese Ansage galt der traditionellen Polka im Programm von Roland Kohler, die in der typischen böhmisch-mährischen Art vorgetragen wurde

Mit "Wonderful Invention", das viele Ansätze aus der Choralmusik in sich trägt, fand die Kapelle Klänge, die in ihrer Vielschichtigkeit unter die Haut gingen. Auch ein solistisches Werk durfte nicht fehlen: "Guadalajara" von Pepe Guizar ist ein Stück für drei Solotrompeten in rasantem Tempo. Die Kapelle bewies damit ihre technischen Fertigkeiten und unterstrich die Flexibilität der Kapelle. Mit "Songs from the States" von Naohiro Iwai war das Programm beim modernen Teil angekommen. Der Komponist setzte in diesem Stück gerngehörte Songs wie "Jambalaya", "Just walking in the rain" und "The end of the world" zu einem Mix zusammen, das vielen Zuhörern bekannt war. Mit "Mars der Medici" überbrachten die Musiker dem Publikum zum Schluss eine gesungene Botschaft der Liebe zur Musik.

Uli Kreher, der mit Charme, Witz und aktuellen Themen durchs Programm führte, kündigte das Ende des musikalischen Programms an und unter großem Beifall wurden noch zwei Zugaben gegeben. Anschließend wurden die aktiven Musiker Siegfried Kraft, Max Rotter und Heinz Geiger offiziell aus der Stammkapelle verabschiedet und bekamen vom Ersten Vorsitzenden Fritz Schur ein musikalisches Geschenk überreicht.

Nach einer kurzen Pause hieß es erneut "Hallo" bei "schwäbisch gschwätzt, gspielt ond gsonga". Das Auftaktlied mit Akkordeon, Tuba, Trompete und Gesang eröffnete den zweiten Teil des Abends. Mit der Hausfrauenweihnacht gewährte eine gestresste Hausfrau (Katrin Möck) Einblick in die so ungeliebten und doch gern gemachten Tätigkeiten einer Hausfrau kurz vor Weihnachten. Aus dem vollen Küchentisch mit allen Backutensilien und Küchenzubehör wurde im Handumdrehen die festlich gedeckte Tafel für das Weihnachtsmenü, was für den ersten großen Lacher sorgte und wohl den Wunsch vieler widerspiegelte.

Vor der Himmelstür fanden sich im nächsten Stück zwei Engel ein (Sigune Martin und Birgit Oberkersch), die beide oben angekommen auf den ersten Seelencheck oder die nächsten Anweisungen warteten und dabei über so manche Sünde nachdachten, die man ihnen vorwerfen könnte. Als sie auf einmal Stimmen hörten, meldete sich die Stelle für Wiedergeburt und beorderte den einen Engel, kaum angekommen, wieder zurück auf die Erde, da der Artenschutz sich zu Wort meldete die Putzteufel seien vom Aussterben bedroht.

A cappella heißt ohne Kapelle und so ging es gesanglich weiter mit der schwäbischen Lebenseinstellung "Guat em Senga, s'Lesebuch raus!" In einer lustigen Fernsehsendung mischten sich die Fußballübertragung des temporeichen Reporters (Hannes Rübbert) mit der französischen Kochsendung Monique la cuisine (Katharina Frik) und der Sendung Sport im Dritten (Antje Möck) zu einer schrulligen Reportage, die für große Lacher sorgte.

Dann ging es in die schwäbische Steinzeit, in der man "Mammutnierlesupp'" aß und sich eine Eigentumshöhle im Mammutwinkel wohlgemerkt dem Bonzenviertel kaufte. Die beiden Frauen (Katharina Frik und Anita Stephan) unterhielten sich über neue Rezepte wie Brotsuppe und die Männer hatten nur das neue Wägele von Eugen (Michael Grässle) im Kopf, das er seinem Freund Karle (Jürgen Martin) unbedingt einmal um die Saurierschleife und zurück vorführen wollte. Das besprochene Rezept wurde gleich ausprobiert und ging gründlich daneben die Erfindung der Spätzle war das Ergebnis. Nach dem obligatorischen Abschiedslied erntete die Gruppe unter der Leitung von Gabi Kreher viel Applaus und der Abend endete bei gemütlichem Beisammensein.

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