Lokales

Bodenständiger Anwalt der Natur

Er ist es gewohnt, im Rampenlicht zu stehen. Und doch genoss Ernst Waldemar Bauer diesen Augenblick ganz besonders. Aus den Händen von Günther Oettinger erhielt der Fernsehmacher und Autor in der Villa Reitzenstein in Stuttgart das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

CLAUS HINTENNACH

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KREIS ESSLINGEN Bauer erhält die Auszeichnung "für ein überzeugendes Lebenswerk", wie der Ministerpräsident betonte. Doch Bauer wurde am Dienstag nicht nur geehrt, die Verleihung fiel mit seinem 80. Geburtstag zusammen. "Das ist ein großer Tag für uns", sagte er. Nicht nur Leben und Arbeit, auch die besonders glanzvollen Momente teilt der Vielgelobte mit Ehefrau Isolde.

Mit einer stabilen Neugierde, in einer Kombination aus Unterrichtung und Unterhaltung, habe Bauer sich bei Zuschauern und Lesern einen Ruf als Anwalt der Natur aufgebaut, sagte Oettinger. Vor allem mit der Sendung "Wunder der Erde" hat er diesen gefestigt, die zunächst im Hessischen Rundfunk, später in der ARD ausgestrahlt wurde. Insgesamt mehr als 200 Mal.

Doch Ernst Waldemar Bauer war nicht nur für "Wunder der Erde" verantwortlich, der Biologe, Geologe und Chemiker begeisterte mit Sendungen und Publikationen ein Millionenpublikum für Themen der Tier- und Pflanzenwelt, für Geo- und Biowissenschaft. Zahlreiche Auszeichnungen erhielt er, unter anderem den Adolf-Grimme-Preis für "Telekolleg Biologie". Ehefrau Isolde war stets als Fotografin und Produzentin an seiner Seite.

Bauer erwarb sich im Beruf, aber auch mit viel ehrenamtlichem Engagement einen ausgezeichneten Ruf weit über Baden-Württemberg hinaus. Dabei lag ihm aber immer die Heimat am Herzen. "Ich bin ein bodenständiger Schwabe", sagte der in Tübingen Geborene. Ernst Waldemar Bauer wohnt seit vielen Jahren in Ostfildern und hat in Esslingen Spuren hinterlassen. Er unterrichtete am Georgii-Gymnasium, gründete und leitete das Staatliche Seminar für Schulpädagogik. Doch besonderes Augenmerk hat der Naturwissenschaftler auf die Schwäbische Alb geworfen. Das Ziel, dort einen Nationalpark einzurichten, verfolgt Bauer mit Nachdruck.

Bei der Feierstunde waren nicht nur Bauers beide Töchter und vier Enkel, Freunde und Mitarbeiter zugegen, sondern auch politische Weggefährten. Für die FDP saß Bauer von 1984 bis 1988 im Landtag. 1984 war auch das Jahr, als Günther Oettingers politische Karriere startete. Im Umweltausschuss, so der heutige Ministerpräsident, habe Bauer durch große Kunde und Strenge in der Sache geglänzt. Nicht nur deshalb wünschte er dem Jubilar "fürs neue Lebensjahrzehnt nicht nur Ruhestand". "Auch mit 80 bin ich noch wild entschlossen weiterzumachen", erwiderte dieser. So sei etwa bereits ein Film über Grönland für die ARD in Arbeit. Weitere ganz besondere Fernsehmomente, auf die sich viele Zuschauer bereits freuen.