Lokales

Bonfire, Tailgating – und Barack Obama

Kirchheimer Schüler auf Amerika-Austausch in La Crosse in Wisconsin

Neunzehn Schüler des Ludwig-Uhland-Gymnasiums haben in den USA auf Parkplätzen gepicknickt, die Ghettos von Chicago besichtigt und Barack Obama zugejubelt – wenn auch nur auf der Leinwand.

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Kirchheim. Vor dem Austausch war das Bier. Und ein junger Kirchheimer namens Gottlieb Heilemann, der 1857 mit seinen sieben Sachen über den Atlantik zog, um es zu brauen. Er landete in La Crosse, Wisconsin, einer kleinen Stadt im Mittleren Wes­ten am Oberlauf des Mississippi. Dort arbeitete er in einer Bierbrauerei. Einige Jahre später wurde er selbst Eigentümer dieser Brauerei und somit zu einer wichtigen Persönlichkeit in dieser Stadt. Aus dieser Zeit stammen die Verbindungen zwischen der alten und der neuen Heimatstadt Heilemanns – zwischen La Crosse und Kirchheim.

Am ersten Tag des Austauschs ging es für die Kirchheimer Schüler gleich in die „Central High School“, allerdings nicht zu Fuß, sondern in gelben Schulbussen, die man sonst nur aus Filmen kennt. Der Unterricht begann jeden Morgen um viertel vor acht und endete um vier Uhr am Nachmittag. Das amerikanische Schulsystem un­terscheidet sich in vielen Dingen vom deutschen. Zum Beispiel müssen die Schüler nach jeder Stunde den Raum wechseln, weil jeder Lehrer sein eigenes Klassenzimmer hat. Neu war für die Kirchheimer auch, dass die Schüler ihre Kurse wählen dürfen. Das ist in Deutschland erst in der zwölften Klasse möglich.

Was die Schüler außerdem beeindruckte, war die gute technische Ausstattung der Klassenräume. Oftmals gab es in einem Zimmer mehrere Computer und Beamer für Präsentationen. Außerdem hat die Schule ein eigenes Planetarium für den Astronomieunterricht.

In den ersten Tagen besuchten die Kirchheimer gemeinsam mit ihren Gastgeschwistern die Schule, bis sie sich zutrauten, ihren Stundenplan selbst zusammenzustellen. Die deutschen Schüler gestalteten den Unterricht auch selbst mit: Unter anderem hatten sie zu verschiedenen Themen, die sie und ihr Leben in Deutschland betreffen, Vorträge vorbereitet.

Die Nachmittage verbrachten die Jugendlichen bei Sportveranstaltungen und gemeinsamen Unternehmungen mit den amerikanischen Schülern: Bonfire, Tailgating (ein Picknick bei den Autos auf dem Parkplatz) und ein großer German Evening. In Milwaukee besichtigten die Kirchheimer das Harley-Davidson-Museum und besuchten ein I-Max-3D-Kino sowie das „Kalahari“ Erlebnisbad.

Der Höhepunkt waren die letzten vier Tage in Chicago. Die Schüler waren tief beeindruckt von den Hochhäusern, dem Loop, dem Sears-Tower und dem John-Hancock-Building, von dem bunten Leben und den vielen Menschen. Auf einer Sightseeingtour erlebten sie das ruhelose, brausende und geschäftige Chicago, aber auch das arme Chicago in einem Ghetto.

Am Abend der amerikanischen Präsidentschaftswahlen waren die Schüler mittendrin im Geschehen. Hautnah erlebten sie den Sieg Barack Obamas, lauschten mit Tausenden anderer Menschen im Grant Park seiner Rede und spürten die Aufbruchstimmung und die Begeisterung der Amerikaner. pm