Lokales

Boxhandschuhe für Oettinger

Günther Oettinger ist zur Zeit in aller Munde. Der Anwärter auf das Ministerpräsidentenamt läutet bei der Jungen Union des Kreises den Wahlkampf ein.

ESSLINGEN Mit anhaltendem Applaus wurde Günther Oettinger bei der Kreisjahreshauptversammlung der Jungen Union empfangen. Der designierte Ministerpräsident stimmte die Delegierten auch gleich auf die kommende Landtagswahl ein. Themen wie Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur standen im Mittelpunkt seiner Rede.

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"Die Zukunft ist gerade zur Tür hereingekommen", bemerkte Esslingens Bürgermeister Markus Raab, der durch das Eintreffen von Günther Oettinger in seiner kurzen Ansprache unterbrochen wurde. In der Aula des Georgii-Gymnasiums hatte sich auch die CDU-Politprominenz des Kreises aus Bundes- und Landtag eingefunden. Die Junge Union habe mit Blick auf die Landtagswahlen 2006 klar gesagt, dass die CDU einen Generationenwechsel brauche, stellte deren Landesvorsitzender Thomas Bareiß fest. "Wir sind nicht der Meinung, dass Ministerpräsident Erwin Teufel schlechte Arbeit geleistet hat", fügte Philip König, Kreisvorsitzender der Jungen Union Esslingen, an. Doch auch ein gut regiertes Land brauche neue Ideen. "Wir nehmen euch ernst", warb der durch die Mitgliederbefragung der CDU-Basis vor kurzem gekürte neue Ministerpräsident um Unterstützung im kommenden Wahlkampf.

Dabei stellt sich Oettinger keine "stromlinienförmige" Gefolgschaft vor. Arbeitsplätze, Umwelt und ein generationengerechter Haushalt seien Themen, mit denen gerade die Junge Union die jüngeren Wähler erreichen könnten. Und dann komme noch der Faktor Familie hinzu. Laut dem Teufel-Nachfolger gibt es aber in dieser Hinsicht keine Patentrezepte. Doch eines ist Oettinger klar. Bei der Bildung muss sich was tun. Bis zu acht Prozent der Jugendlichen hätten eine verkorkste Karriere und würden zum potenziellen Sozialfall. Der designierte Ministerpräsident dachte nicht nur an weitere Schulreformen, sondern auch an die Verantwortung der Eltern. Darüber hinaus müsse der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg gepflegt und weiter gestärkt werden, auch wenn er in der "Bundesliga" mitspiele.

Das Thema Infrastruktur will Oettinger nächstes Jahr offensiv angehen. "Arbeitsplätze siedeln sich an leistungsfähigen Verkehrsstraßen an." Auf Grund der katastrophalen finanziellen Situation im Haushalt von Bund und Land plädierte er für private Träger und die Einführung einer Maut auch für Pkws. Gleichzeitig solle die Kfz-Steuer abgeschafft werden.

Apropos Landeshaushalt. Ein Zuhörer wollte wissen, wie Oettinger gedenke, den Schuldenberg abzutragen. Das gehe nur über den Abbau der Aufgaben und Dienstleistungen des Staates. "Wir sind an einen Standard gewöhnt, der nicht mehr bezahlbar ist."

Für den Landesvorsitzenden der Jungen Union, Thomas Bareiß, gilt es nun, Prioritäten zu setzen. Er forderte unter anderem die Einführung einer Studiengebühr. Frauen sollten seiner Meinung nach jedoch die faire Chance erhalten, ihren Beruf durch entsprechende Angebote auch mit Kindern ausüben zu können. Bei der Energiepolitik solle Baden-Württemberg nicht nur auf Atomkraft und Kohle, sondern auch auf alternative Energien setzen.

Damit Oettinger in jeder Hinsicht ausgerüstet ist, überreichte Philip König ihm schmunzelnd ein Paar Boxhandschuhe.

ez