Lokales

"Brandausbruch" in 20 Meter Höhe

Mit der evangelischen Peterskirche hatte sich die Freiwillige Feuerwehr Kirchheim, Abteilung Jesingen, ein außergewöhnliches und zugleich schwieriges Objekt für ihre Hauptübung ausgesucht.

KARL STOLZ

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KIRCHHEIM

"Bei einem heftigen Gewitter kam es zu einem Blitzeinschlag in den Glockenturm der Kirche mit nachfolgendem Brand, der sich rasch auf das angrenzende Kirchendach ausbreitete. Glücklicherweise befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen in der Kirche. Auf Grund dieser Übungannahme gab es über die Leitstelle Esslingen Alarm für die gesamte Abteilung Jesingen. Verstärkung kam zudem von der Abteilung Kirchheim mit der Drehleiter 23/12.

Schon nach kurzer Zeit erreichte der Mannschaftstransportwagen mit dem Abteilungskommandanten Günther Pfizenmaier, der den Einsatz leitete, den "Einsatzort". Unmittelbar danach traf das Tanklöschfahrzeug 20/30 ein. Schon während der Anfahrt hatte sich der Angriffstrupp und der Wassertrupp mit den Atemschutzgeräten ausgerüstet. Somit konnte der Einsatzbefehl, dem Feuer mit einem Innenangriff auf den Leib zu rücken, sofort ausgeführt werden.

Es war ein mühevolles Unterfangen in dem völlig verrauchten Aufgang zum Glockenturm voranzukommen. Oben angekommen konnte über ein C-Rohr der erste Löschangriff vorgetragen werden.

Erstmals mit in das Geschehen einer Hauptübung eingebunden wurde die Jugendfeuerwehr. Sie rückten mit dem Löschfahrzeug 8 an. Ihr wurde die Aufgabe übertragen, eine knapp zweihundert Meter lange Löschwasserversorgung von der Lindach über die Mittlere Straße bis zur Kirche aufzubauen. Mit großem Eifer gingen die Jüngsten der Wehr zu Werke und meisterten ihren Part bravourös. Die Anerkennung der zahlreichen Zuschauer, unter ihnen Bürgermeister Günter Riemer, Pfarrer Conz, Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, Ehrenkommandant Hugo Carrle, Naberns Abteilungskommandant Hubert Möhl sowie Stadt- und Ortschaftsräte war ihnen gewiss. Der gesamte Übungsablauf wurde den Anwesenden von Zugführer Jürgen Klein fachkundig erläutert.

Fast zeitgleich mit dem Löschfahrzeug 8 erreichte die Drehleiter 23/12 sowie das Löschfahrzeug 16 (ausgeliehen von der Abteilung Kirchheim) den Einsatzort. Sehr schnell wurde die Drehleiter in Stellung gebracht und der Leiterpark zügig ausgefahren. Vom Korb an der Leiterspitze aus wurde mit dem Wendestrahlrohr eine Riegelstellung aufgebaut. Vom Löschfahrzeug 16 aus wurde die Brandbekämpfung mit zwei B- und einem C-Rohr aufgenommen. Die Löschwasserversorgung erfolgte hierbei aus dem öffentlichen Wassernetz. Der gezielte, massive Löscheinsatz zeigte alsbald die gewünschte Wirkung, sodass das Feuer bald unter Kontrolle und kurze Zeit danach völlig gelöscht war.

Zur anschließenden Übungsbesprechung hieß Abteilungskommandant Günther Pfizenmaier alle Gäste herzlich willkommen und erläuterte nochmals den Übungsablauf. Dankesworte richtete er nicht nur an alle Übungsteilnehmer, sondern auch an Pfarrer Conz für die Zurverfügungstellung des Übungsobjektes.

Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, der als Schiedsrichter fungierte, bescheinigte der Wehr einen hohen Ausbildungsstand, welcher durch eine gelungene Übung und einen schnellen Aufbau der Wasserversorgung durch die Jugendfeuer unter Beweis gestellt wurde, zumal man sich mit der Kirchengebäude ein schwieriges Übungsobjekt ausgewählt hatte.

Ebenfalls anerkennend äußerten sich sowohl Bürgermeister Riemer als auch der stellvertretende Ortsvorsteher Hans Gregor in Vertretung des erkrankten Ortsvorstehers Harald Eiberger.