Lokales

Brauchbares Zeugnis für die Gemeinde

Die Einwohner bewerten im Rahmen des Projekts „Schlierbach 2020“ ihre Gemeinde

„Schlierbach 2020“ - das ist der Name des ambitionierten Projekts, mit dem sich die Gemeinde Schlierbach zu einer nachhaltigen Bürgerkommune weiterentwickeln will.

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Volkmar Schreier

Schlierbach. Ausgangspunkt des Projekts ist das Förderprogramm zur „Zukunftsfähigen nachhaltigen Kommunalentwicklung“ des Umweltministeriums des Landes Baden-Württemberg, an dem Schlierbach zusammen mit fünf weiteren Kommunen teilnimmt. Mit einer Umfrage unter den Schlierbacher Bürgern ist das Projekt nun gestartet.

Im vergangenen Jahr hatte das Land Baden-Württemberg Kommungen gesucht, die sich bereit erklären, mit fachlicher Unterstützung eine Zukunftsstrategie für eine nachhaltige Entwicklung vor Ort auszuarbeiten und umzusetzen. Die Teilnehmer sollen insbesondere Wege entwickeln, wie sich bürgerschaftliches Engagement fördern und einbinden lässt und gleichzeitig Antworten auf die Frage finden, wie denn eine „nachhaltige Bürgerkommune“ unter ökologischen, sozialen und ökonomischen Gesichtspunkten aussehen und langfristig zukunftsfähig sein kann.

Um die Schlierbacher für das Projekt zu sensibilisieren und sie frühzeitig einzubinden, hat die Gemeinde in einem ersten Schritt ihre Einwohner mit einer Fragebogenaktion zu ihren Einschätzungen und Meinungen zu Schlierbach befragt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Besonders erfreulich für Bürgermeister Paul Schmid ist die hohe Rücklaufquote: Von den an die rund 1500 Haushalte verteilten Fragekarten sind immerhin 210 ausgefüllte Karten wieder im Rathaus eingegangen. „Damit lässt sich durchaus etwas anfangen“, so Schmid.

Insgesamt fällt die Bewertung der Gemeinde durch ihre Einwohner, die ihren Wohnort unter verschiedenen Aspekten von der Ortskerngestaltung über das Freizeitangebot bis hin zu Angeboten für Familien und Umwelt- und Klimaschutz beurteilen konnten, ziemlich gut aus. Von der Tendenz her seien die Schierbacher eher zufrieden mit ihrer Gemeinde, berichtet Schmid, aber: „Das ist kein Grund, uns zurückzulehnen“. Ganz im Gegenteil, haben die Teilnehmer an der Umfrage doch auch sehr deutlich gemacht, wo sich Schlierbach noch weiterentwickeln muss. So zum Beispiel im Bereich des Klimaschutzes, wo die Gemeinde mit ihren bisherigen Anstrengungen eher schlecht abgeschnitten hat.

Die Auswertung der Umfrage soll nun, so Bürgermeister Schmid, auf einem Bürgerforum den Schlierbachern im Detail vorgestellt werden. Einen Termin dafür gibt es noch nicht, denn der soll erst in der kommenden Sitzung des Gemeinderats festgelegt werden – genauso wie das weitere Vorgehen im Rahmen des Projekts. Paul Schmid stellt sich vor, gemeinsam mit Bürgern, Gemeinderat und Verwaltung bei dem Bürgerforum nicht nur die Ergebnisse der Umfrage zu diskutieren, sondern auch Handlungsfelder festzulegen, die dann weiter bearbeitet werden sollen. Schmid denkt hier an die Bereiche „familienfreundliche Kommune“, Siedlungsentwicklung und Umwelt- und Klimaschutz.

Die konkrete Arbeit an den Handlungsfeldern soll dann in Arbeitskreisen erfolgen. Die enge Verzahnung aller maßgeblichen Gemeindegremien mit den Aktionskreisen liegt dem Rathauschef dabei sehr am Herzen, denn am Ende des Prozesses soll ein gemeinsames Ergebnis herauskommen, in dem sich möglichst alle Beteiligten wiederfinden – zum Beispiel in Form eines Leitbildes für die Gemeinde, das sich aber nicht auf Allgemeinplätze beschränken, sondern ganz konkrete Ziele und Vorgaben benennen soll.

Doch bis dahin, weiß der Bürgermeister, ist es noch ein weiter Weg. „Wir bewegen uns in einem Feld, wo auch wir noch sehr viel lernen müssen“. Das Interesse in der Bevölkerung ist jedenfalls vorhanden.