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"Brauchen den spielerischen Unterbau"

Nach drei Jahren Abstinenz planen die Verantwortlichen beim VfL Kirchheim, eine zweite Fußballmannschaft in der Kreisliga B ins Rennen zu schicken. Auch wenn der Rahmen, den Norbert Krumm und Co. präsentieren, passt offiziell angemeldet ist das Team noch nicht.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Eine zweite Mannschaft beim VfL Kirchheim? Ja, das hat es mal gegeben. Bemüht man die Fußball-Archive, findet man den 2. Juni 2002 als letztes Datum, an dem sich elf Kicker im Dress des VfL II mit einem Gegner maßen. Vor überlieferten 20 Zuschauern trat die Verbandsliga-Reserve damals am letzten Spieltag der Bezirksliga bei Marsonija Frickenhausen an die Partie (7:2-Sieg für Marsonija) war der Abgesang auf beide Mannschaften: Die Kroaten wurden über die Kreisliga A bis in die Kreisliga B durchgereicht und der VfL zog seine Reservetruppe vom Spielbetrieb zurück. Abteilungsinterne Sparmaßnahmen und die mannschaftliche Zerstrittenheit wurden damals wie heute als Hauptgründe für den umstrittenen Schritt genannt.

Drei Jahre später sieht es so aus, als ob es zu einer Neu-Auflage des erwähnten Spiels kommen könnte, denn: Der VfL Kirchheim wird laut eigenem Bekunden in der kommenden Saison mit einer zweiten Mannschaft in der Kreisliga B auf Punktejagd gehen. Da die Truppe hauptsächlich mit Eigengewächsen, die frisch aus der A-Jugend kommen werden, bestückt werden soll, zieht der sportliche Leiter des VfL Norbert Krumm den Begriff "Juniorenteam" vor. Nicht zuletzt deshalb, weil "die Jugendspieler die Zukunft der Fußballabteilung darstellen", wie Krumm betont.

Ihm sei es schon immer sauer aufgestoßen, dass der Verein nicht selbst die Früchte seiner von vielen umliegenden Vereinen bewunderten Jugendarbeit ernten konnte. "Wir haben ja fast nur für die anderen Vereine gearbeitet", ärgert sich Krumm. Damit soll nun Schluss ein, "die Schnittstelle zwischen Jugend und Aktiven wird hergestellt." Den Verantwortlichen an der Jesinger Allee schwebt ein Kader "15 plus 2" vor, der Trainingsinhalte der ersten Mannschaft übernehmen und der dem Leistungsprinzip unterworfen sein soll. "Leistung soll belohnt werden", sagt Michael Rentschler, Trainer der Kirchheimer (Noch-)Verbandsliga-Kicker, "wer sich im Training empfiehlt, wird auch seine Chance in der ersten Mannschaft bekommen."

Sponsoren sind an Bord

Die nicht gerade auf finanziellen Rosen gebettete Abteilung hat in Sachen Sponsoring schon erste Erfolge verbucht: So sorgt die Kirchheimer Zweigstelle des Optik-Riesen Fielmann mit Filialleiter Markus Wirth für die Ausstattung mit Trainingsanzügen, der gegenüber des Kirchheimer Stadions mit Fahrzeugteilen handelnde Unternehmer Joachim Sitter wird Trikotsponsor. "Wunderbar", schwärmt Norbert Krumm, "so erfährt die Abteilung eine große Entlastung."

Auch die Posten auf der Trainerbank sind bereits vergeben. Mit Frank Röhm (34) und Stefan Murgia (33) aus Metzingen hat sich der VfL zwei in hiesigen Gefilden unbeschriebene Blätter als Übungsleiter geangelt. Beide haben laut eigenem Bekunden diverse Trainer-Lizenzlehrgänge besucht und machen im Pressegespräch einen hoch motivierten Eindruck. "Mit so einer Mannschaft kann das Ziel nur Aufstieg lauten", so Röhm, der übrigens der Halbbruder von VfL-Keeper Patrick Gühring ist.

Der Rahmen ist abgesteckt, was nun noch fehlt, sind verbindliche Zusagen der Spieler. "Am liebsten würden wir die komplette A-Jugend übernehmen", sagt Norbert Krumm wohl wissend, dass sich einige wohl zu schade sein werden, in der Kreisliga B zu spielen. Bisher hätten rund sieben Nachwuchskicker zugesagt. Um überhaupt elf Mannen auf die Beine zu stellen, seien der Mannschaft deshalb auch auswärtige Spieler willkommen. So hat laut Krumm beispielsweise Philipp Koal vom FC Uhingen seine Zusage schon gegeben, mit weiteren Kandidaten stehe er in Kontakt.

Der drohende Abstieg der ersten Mannschaft über die Relegation in die Landesliga, habe übrigens keinen Einfluss auf das Zustandekommen des B-Liga-Teams. "Wir ziehen das durch, denn sollte die Erste tatsächlich absteigen, bräuchten wir den spielerischen Unterbau ja mehr denn je", beschwört Krumm vor dem entscheidenden Kick am kommenden Sonntag in Eislingen gegen den TSV Bissingen.

Nur scheint man es beim VfL nicht besonders eilig mit der Anmeldung der Mannschaft bei den Offiziellen zu haben. "Mir liegt noch kein Meldebogen vor", erklärt B6-Staffelleiter Stefan Cserny. Am Rande des letzten Punktspiels des VfL am 5. Juni, habe Cserny die entsprechenden Papiere VfL-Geschäftsführer Kurt Antel ausgehändigt. Dieser hat sie auf Anfrage wiederum an Norbert Krumm weitergegeben. "Ich habe den Bogen Wolfram Fröschl gegeben, damit er ihn ausfüllt", so Krumm. Fröschl, ehemals Pressewart der VfL-Zweiten, soll ab der kommenden Saison beide Kirchheimer Mannschaften als sportlicher Leiter betreuen. Mit dem Ausfüllen des Meldebogens sollte er, oder wer immer es macht, sich jedoch beeilen die Anmeldefrist endet am 18. Juni, genau einen Tag vor dem entscheidenden Relegationsspiel des Verbandsligateams.