Lokales

Breite Palette von sozialen Diensten

Das DRK geht neue Wege in der Wundversorgung. Im Bereich der ambulanten Pflege bietet man eine breite Palette von sozialen Dienstleistungen an.

SYLVIA GIERLICHS

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NÜRTINGEN So sind ambulante Pflege, Hausnotruf, Essen auf Rädern oder die Trägerschaft von Pflegeheimen nur einige Angebote aus der Seniorenarbeit, auf die man, wenn nötig, zurückgreifen kann. Die Wundversorgung bei chronischen Erkrankun-gen oder nach Operationen gehört ebenfalls in diese Angebotspalette. Hier will nun der DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim ganz neue Wege gehen, die der modernsten Entwicklung auf dem Gebiet des Wund-Managements angepasst ist.

Nürtingens Bürgermeister Rolf Siebert, Kreisvorsitzender des DRK, informierte vor Ort, wies jetzt darauf hin, dass aufgrund der im letzten Jahr eingeführten Fallpauschalen-Regelung die Verweildauer in Krankenhäusern nach operativen Eingriffen stark reduziert wurde. So würde die postoperative Pflege immer häufiger auf den häuslichen Bereich verlagert.

Auf den daraus entstandenen Bedarf an ambulanter Wundversorgung will das DRK Nürtingen-Kirchheim nun reagieren, indem es zunächst vier seiner Pflegekräfte in einer 15-monatigen Ausbildung in den modernen Techniken des Wund-Managements weiterbildet.

Eine Mitarbeiterin des Pflegedienstes ist bereits als Wund-Beauftragte zertifiziert. Langfristiges Ziel ist es aber, alle 15 Pflegekräfte in das Projekt miteinzubeziehen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten, auf deren Unterstützung man beim Deutschen Roten Kreuz hofft, will man das neue Angebot mit der Zeit auf eine breite Basis stellen. Die Leistungen, erklärte Pflegedienstleiterin Dörte Flehming, könnten auf Antrag über die Krankenkassen abgerechnet werden.

Bürgermeister Siebert erläuterte, dass Spezialisierung auch im pflegerischen Bereich ständig zunehme. Die Angebotserweiterung auf dem Gebiet der Wundversorgung stelle daher für das Deutsche Rote Kreuz überdies natürlich eine Profilierungsmöglichkeit dar. Dennoch wolle man sich, wie Kreisgeschäftsführer Erich Hogen betonte, nicht als Konkurrenz zu anderen Pflegeeinrichtungen verstehen. Daher seien Kooperationspartnerschaften mit den Diakonie- und Pflegestationen im Neuffener Tal, in Aich und im Raum Kirchheim/Weilheim/Lenningen entstanden. So könnten Doppelstrukturen vermieden und Kosten eingespart werden.

Dörte Flehming verdeutlichte die Prinzipien des modernes Wund-Managements. Entgegen der früheren Annahme, eine Wunde müsse für den erfolgreichen Heilungsprozess trocken sein, finde Wundheilung heute in einer feuchtwarmen Umgebung statt. Auf dem Wundversorgungsmaterial seien Substanzen aufgebracht, die eine Zellregeneration beschleunigten und gleichzeitig offene Stellen vor Infektionen schützten. Hergestellt werden diese Materialien zwar von einigen Firmen, vertraglich gebunden ist das DRK aber an keine, versicherte Flehming. Welches Material man verwende, hänge vom Patienten und seinen Bedürfnissen ab und es werde in der Regel vom behandelnden Arzt verordnet. Der Startschuss für dieses neue Angebot des ambulanten Pflegedienstes falle im Mai dieses Jahres, wenn die drei Pflegekräfte mit ihrer Fortbildung beginnen. Diese Maßnahme werde, so Flehming, bis März 2007 andauern.

Die Ausbildung der Wund-Beauftragten, die unter anderem eine Hospitanz in der Wund-Sprechstunde der Uniklinik Tübingen absolviert habe, sei indes in den nächsten Tagen abgeschlossen. Der neue Service, der in der Region bisher einzigartig sei, trage sicher ein wenig dazu bei, dass sich die Menschen auch in der sich schnell ändernden Welt des Gesundheitswesens weiterhin gut versorgt wüssten.