Lokales

Brennholz stark nachgefragt

Mit einem leichten Minus von 1 000 Euro in der Holzwirtschaft muss die Gemeinde Bissingen in diesem Jahr rechnen. Dies geht aus dem Forstwirtschaftsplan 2007 hervor.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Zwar sieht das Planwerk einen Überschuss von knapp 20 000 Euro durch den Holzverkauf vor. Doch fressen Verwaltungskosten, Steuern, Versicherungen, Kosten für Bestandspflege, Unterhaltung von Fahr- und Maschinenwegen, Pflanzenkauf und Ausgaben zur Landschaftsgestaltung und für Schutzgebiete im Wald die Einnahmen wieder auf. 2006 schloss die Holzwirtschaftsrechnung mit einem Minus zwischen 5 000 und 7 000 Euro ab. "Wir konnten die Rechnung allerdings noch nicht abschließen, weil noch nicht alle Erlöse aus dem Holzverkauf geflossen sind", wie Revierförster Werner Nagel sagt. Bissingens Bürgermeister Wolfgang Kümmerle rechnet 2007 mit besseren Holzpreisen, weshalb das Minus nicht ganz so hart ausfallen dürfte. Es wird auf rund 1 000 Euro geschätzt.

Mit einem geplanten Holzeinschlag von 1 350 Festmetern liegt die Gemeinde leicht über dem des Vorjahres. Davon werden rund 1 000 Festmeter Buche, Ahorn und Esche der Motorsäge zum Opfer fallen, und 350 Festmeter Nadelholz. Stark gefragt wird von der Industrie Nadel-, sowie Buchen- und Eichenstammholz. Letzteres allerdings ist im Bissinger Gemeindewald Mangelware. "Wir haben zu wenig davon, um etwas anbieten zu können", bedauert der Bürgermeister. Das Manko wollen die Bissinger mit der Zeit ausgleichen. Deshalb ließ Revierförster Nagel 2000 nach dem Orkan "Lothar" im "Lindenspitz" Eichen anpflanzen. "Geerntet" werden können die Bäume aber erst nach 100 bis 150 Jahren, wie der Forstexperte erklärt.

Forstmann Nagel weiß um das Thema Flächenlos und Brennholz. "Wir wurden durch die gewaltige Nachfrage doch etwas erschreckt". Der Bedarf an Brennholz sei gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel höher. Freilich, meint Werner Nagel, könne dies im nächsten Jahr wieder ganz anders aussehen. Dennoch gab das Thema Brennholz Anlass zu Diskussionen. Es gibt Menschen in Ochsenwang, die besitzen einen Schlepper mit Seilwinde und eine Motorsäge. Und diese solchermaßen gut ausgerüsteten Hobbywaldarbeiter würden am liebsten ihr im Forst stehendes Brennholz selbst umlegen.

Revierförster Nagel winkt aber ab: "Wir haben den Waldbestand in Ochsenwang nicht, für den sich das eignet". Im Tal wäre das sogenannte Stehholz zwar vorhanden, aber der Weg von der Höh' nach Bissingen ist zu weit. Ein anderes Angebot des Forstmanns liegende Flächenlose, die ohne Zeitzwang zusammengesägt werden könnten scheint ebensowenig den Geschmack der Do-it-your-self-Brennholzfans zu treffen: "Das ist den Leuten zu teuer". Bürgermeister Wolfgang Kümmerle ist dennoch überzeugt, dass eine Lösung gefunden werden kann: "Brennholz ist genügend da".