Lokales

Brief an den Landrat

Einen Brief an Landrat Eininger wegen Bedenken gegen das vereinfachte Genehmigungsverfahren für die Umbauwünsche der Dettinger Firma Schrott-Bosch (der Teckbote berichtete) hat Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker in der jüngsten Kirchheimer Gemeinderatssitzung angekündigt.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM In dem Brief der Kirchheimer Verwaltungschefin an den Esslinger Landrat wird auf ein Schreiben des BUND verwiesen, demzufolge "erhebliche Bedenken gegen das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren vorgebracht" würden.

Hellhörig wurden Verwaltung und Räte, als SPD-Stadträtin Marianne Gmelin aktiv wurde. Sie monierte, dass bisher nirgends erörtert worden sei, inwieweit die südöstlichen Wohngebiete der Stadt Kirchheim betroffen sein könnten. Die Kirchheimer SPD fordert daher die "sofortige Aussetzung des immisssionsrechtlichen Genehmigungsverfahrens" sowie die "Schaffung von ausreichenden Datengrundlagen", gemessen auch in "Hauptwind- richtung", nämlich im Kirchheimer Altvaterweg und in der Aichelbergstraße. Gefordert wird beispielsweise speziell die "Darstellung von Schadstoffausstoß bei Verpuffungsvorgängen" und darüber hinaus eine Auflistung der betrieblichen Ablaufdaten, die den derzeitigen, den geplanten und den möglichen Durchsatz einschließt. Weiter drängt die SPD-Fraktion auf die Durchführung eines immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens, das die öffentliche Bekanntmachung, die Auslage der relevanten Unterlagen und einen Erörterungstermin umfasst.

Marianne Gmelin, die als Kreisrätin auch schon zahlreiche problematische Situationen mit Geruchsbelästigungen um das Kompostwerk erlebt hat, fühlt sich nach eigenem Bekunden verpflichtet, frühzeitig zum Schutz der Kirchheimer Bevölkerung alle Eventualitäten abzuklopfen. Seitens des Landratsamtes liegt ein Vermerk vor, wonach nach Rücksprache mit der technischen Fachbehörde, dem Gewerbeaufsichtsamt Stuttgart, davon auszugehen ist, dass auf Grund der bislang vorliegenden Vorhabensbeschreibung "keine Öffentlichkeitsbeteiligung erforderlich ist, da mit der geplanten Änderung Umweltverbesserungen einhergehen".

Dieser Einschätzung war auch das Dettinger Ratsgremium gefolgt und hatte nach einem ausführlichen Vor-Ort-Termin und kritischer Diskussion dem Vorhaben mit einer Gegenstimme das kommunale Einverständnis erteilt.