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Briefwähler sparen Zeit per Mausklick

Die Zeit drängt bei dieser Bundestagswahl, ganz besonders für Briefwähler. Auf Grund des vorgezogenen Termins sind die Stimmzettel erst Anfang nächster Woche verfügbar. Wer sie möglichst schnell im Briefkasten vorfinden möchte, setzt am besten auf den Klick ins Internet. In Kirchheim versenden Wahlamtsleiter Schilling und sein Team dann schnellstmöglich die Unterlagen.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Etwa 27 500 Wahlberechtigte und damit etwas mehr als im Jahr 2002 haben in Kirchheim die

O:5080515.JP_Chance, den Ausgang der Wahl zum 16. Deutschen Bundestag am Sonntag, 18. September, zu beeinflussen. Sogar aus Briefumschlägen mit Marken und Stempeln aus Uganda, Botswana oder Japan werden Stimmzettel auf dem Tisch von Jochen Schilling und seinem Team flattern: "Aus den Augen aus dem Sinn" lautet zwar ein altes Sprichwort, das jedoch trifft auf jene 24 Kirchheimer nicht zu, die derzeit im Ausland leben und bereits einen Antrag auf Teilnahme an der Wahl gestellt haben. Auch sie jedoch müssen sich noch gedulden, ehe sie ihr Kreuzchen machen können. Sobald die Stimmzettel gedruckt sind, versendet sie das Wahlamt.

Briefwahl kann natürlich wie immer jeder beantragen, der am Wahlsonntag verhindert ist. Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigungskarten, die längst in alle Briefkästen gesteckt wurden, befindet sich der Antrag auf Erteilung der Briefwahlunterlagen. Noch schneller geht's aber via Internet: Auf der Homepage der Stadt Kirchheim unter www.kirchheim-teck.de auf "News" unter der Rubrik "Aktuelles" klicken, dann im Informationstext zur Briefwahl auf "Wahlschein". Wer den dortigen Antrag ausfüllt, kann ihn direkt elektronisch ins Wahlamt senden und dort auch eine schnellere Bearbeitung ermöglichen. Wichtig ist als Zusatzangabe die Wahlbezirksnummer und die Wählernummer, die auf der Benachrichtigungskarte stehen. Dadurch wird Missbrauch verhindert.

Letzter Zeitpunkt für die Beantragung der Briefwahlunterlagen ist Freitag, 16. September, um 18 Uhr im Rathaus, Zimmer 23/2, derzeit mit dem großen Schild "Wahlamt" gekennzeichnet. Nur mit ärztlichem Attest wegen plötzlicher Erkrankung sind danach noch Ausnahmen drin.

Wer nicht persönlich wählt, muss natürlich die Verzögerungen auf dem Postweg bedenken. Speziell die wahlhungrigen Zeitgenossen im Ausland sollten ihre ausgefüllten Wahlzettel umgehend wieder ins Kuvert stecken und in die Heimat zurücksenden. Absolut letzter Termin für alle Briefwähler ist am Wahlabend um 18 Uhr. Dann ist allerdings ein persönlicher Kurier vonnöten, denn der Brief muss bei Schließung der Wahllokale schon im Hausbriefkasten des Rathauses liegen.

Derlei Sorgen muss sich niemand machen, der selbst zur Wahlurne schreitet. Von 8 bis 18 Uhr sind am Sonntag, 18. September, 32 Wahlbüros in Kirchheim geöffnet. "Überall findet der Wähler kompetente Ansprechpartner", weiß Jochen Schilling, der derzeit unter anderem die Schulung der rund 300 ehrenamtlichen Wahlhelfer durchführt. Der genaue Einsatzplan der bewährten Helfer wird von Brigitte Heyde koordiniert, die bei der organisatorischen Bewältigung der Bundestagswahl an der Seite von Jochen Schilling steht. Wie schon im Jahr 2002 werden die Stimmzettel auch diesmal ohne Umschlag ausgegeben und einfach diskret gefaltet in die Urne gesteckt. Wählen darf auch, wer seine Wahlbenachrechtigung vergessen hat. Er muss im Wählerverzeichnis eingetragen sein und sich mit Pass oder Personalausweis ausweisen können.

So richtig spannend wird es wie immer erst nach 18 Uhr, wenn die Helfer emsig zählen und die zwei Stimmen jedes Wahlberechtigten die Erststimme für den Direktkandidaten, die Zweitstimme für die Partei auswerten. Mit einem vorläufigen ortsbezogenen Ergebnis rechnet Schilling, der heuer zum vierten Mal in Kirchheim in Sachen Bundestagswahl im Einsatz ist, gegen 21 Uhr. Wer neugierig ist, kann wie schon beim letzten Mal noch am Wahlabend auf der Homepage der Stadt die Ergebnisse nachlesen.

Erfahrungsgemäß ist die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen höher als bei anderen Wahlen. Im Jahr 2002 lag sie bei 81,34 Prozent. Schilling rechnet auch diesmal zuversichtlich mit "80+x". Anträge auf Briefwahl liegen jetzt schon jede Menge vor. Machten vor drei Jahren 4005 Wähler von der Möglichkeit Gebrauch, am heimischen Herd ihr Votum abzugeben, so dürfte diese Zahl locker überschritten werden. "Wir sind für alles gewappnet", meint der Chef zuversichtlich.