Lokales

Buddhismus im Blick

KIRCHHEIM Vor 40 Jahren gründete der tibetische Geistliche und Arzt Akong Tulku Rinpoche in Schottland das buddhistische Meditationszentrum Samye Ling, zu dem heute weltweit Meditationsgruppen gehören. In Deutschland ist das Kirchheimer Zentrum Chang Chup Chö Ling in der Alleenstraße von besonderer Bedeutung.

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Im Vorfeld fanden verstärkt Meditationen aber auch andere Veranstaltungen statt. So konnte beim Tag der offenen Tür tibetisches Essen probiert oder an Meditationen teilgenommen werden. Ein Diavortrag entführte in die Himalayaregionen Ladakh und Spiti. Ella Schneidewind berichtete von atemberaubenden Landschaften, dem Alltag unter extremen Bedingungen, Klöstern und einigem mehr, wobei die menschlichen Aspekte nicht zu kurz kamen.

Akong Rinpoche selbst berichtete im Lindenmuseum in Stuttgart über die Lage der Nomadenfamilien in Tibet unter chinesischer Herrschaft, die tibetische Kultur und in diesem Zusammenhang über Projekte der von ihm mitbegründeten Organisation "Rokpa", die im karitativen, therapeutischen und spirituellen Bereich seit 27 Jahren Hilfe leistet.

Am Wochenende stand die Spiritualität im Mittelpunkt des Besuchs. Akong Tulku Rinpoche ist ein weltweit bedeutender spiritueller Lehrer. So war es nicht verwunderlich, dass Besucher von weit her kamen, um an den von ihm gegebenen Einweihungen in die Buddhaaspekte des Chenresig und der Grünen Tara teilzunehmen. Beide repräsentieren den Aspekt des Mitgefühls mit allen Wesen. Erklärungen gab Ken Holmes, Autor buddhistischer Bücher und Repräsentant des Buddhismus in Politik und Wirtschaft. Es übersetzten Ani Semchi, eine aus Notzingen stammende Nonne des Mutterzentrums, und Hanna Hündorf beide sind stark an der Betreuung des Kirchheimer Zentrums beteiligt.

Die eigentliche Jubiläumsfeier der Klostergründung fand im Rahmen eines offenen Abends im Zentrum in der Alleenstraße statt. Höhepunkte waren die Übergabe eines Wandbehanges durch den Klostergründer sowie tief berührende Vorträge spiritueller Lieder durch Ken Holmes, Hanna Hündorf sowie Akong Rinpoche. Beschlossen wurden die Feiern durch einen herzerfrischenden Vortrag von Ken Holmes in der Nürtinger Seegrasspinnerei zum Umgang mit Stress aus buddhistischer Sicht. Unter Einsatz seiner schauspielerischen Talente entwickelte der Redner anhand anschaulicher Beispiele, dass negativer Stress weniger von äußeren Faktoren abhängt als vom inneren Umgang damit. Er zeigte auf, wie das Aufgeben "der Geschichten, die wir uns selbst erzählen" innere Weite und Entspannung schafft und wie man dies durch eine Veränderung der Perspektive erreicht.

sis