Lokales

Bürger schätzen Streifenfahrten

Kirchheimer fühlen sich ziemlich sicher, und die Statistik gibt ihnen recht

Mit guten Nachrichten wartete Polizeioberrat Thomas Pitzinger im Kirchheimer Gemeinderat auf: Die Kriminalität im Stadtgebiet war schon bisher nicht übermäßig groß und ist weiter zurückgegangen. Besonders Diebstähle, aber auch Vorkommnisse aus dem Bereich der Straßenkriminalität, haben sich reduziert. Sogar der Fahrradklau, lange ein besonderes Problem unter der Teck, hat sich auf Normalmaß eingependelt.

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Irene strifler

Kirchheim. „Wie sieht‘s aus mit dem Sicherheitsgefühl der Bürger?“, lautete die Frage, die Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker am meisten bewegte. Revierleiter Pitzinger konnte hier auf recht neue Erkenntnisse zurückgreifen, wurde doch dazu erst 2006 eine Befragung durchgeführt. Streifenfahrten der Polizei werden demnach seitens der Bürger sehr begrüßt. Generell bezeichnete Pitzinger das Sicherheitsgefühl als „gut bis sehr gut“.

Das subjektive Gefühl wird durch handfeste Zahlen bestätigt. So betrug die Gesamtzahl aller im Stadtgebiet registrierten Delikte im Jahr 2007 2229 im Gegensatz zu 2525 im Vorjahr. „Wir liegen hier etwas entgegen dem Trend im Kreis“, stellte der hiesige Revierleiter Vergleiche an. Die Polizeidirektion Esslingen hatte kürzlich auf einer Pressekonferenz von einer Zunahme an Delikten um 5,6 Prozent berichtet.

Die Straßenkriminalität, worunter etwa Rauschdelikte, Körperverletzung und auch Sachbeschädigungen fallen, hat abgenommen. Die Zahl schrumpfte von 576 auf 483. „Wir stehen hier recht gut da“, bilanzierte Pitzinger mit einer gewissen Zufriedenheit. Er führte diesen Rückgang unter anderem darauf zurück, dass die Streifentätigkeit verstärkt wurde. So nahmen die Diebstähle von 2006 auf 2007 in Kirchheim um 16 Prozent ab. Um 31 Prozent hat speziell der Fahrraddiebstahl abgenommen und ist jetzt hierzulande mit anderen Städten vergleichbar, wie der Fachmann mitteilte. „Schulgewalt ist immer wieder ein Thema“, berichtete Pitzinger weiter aus dem Alltag der Polizei. Hier hatten die Beamten mit einem Dutzend Fälle zu tun, gleich viel wie im Jahr zuvor. Deutlich zurückgegangen ist dagegen die häusliche Gewalt, wobei insgesamt elf Mal und damit etwas häufiger als 2007, ein Platzverweis ausgesprochen wurde. Landesweit und ebenso vor Ort zurückgegangen ist die Rauschgiftkriminalität. Im Stadtgebiet wurden noch 95 Fälle gegenüber 103 im Vorjahr verzeichnet.

Deutlich zurückgegangen, nämlich um 21 Prozent, ist auch die Kinder- und Jugendkriminalität in Kirchheim. Dennoch machen einzelne Ereignisse von sich reden (siehe dazu unten stehenden Artikel). – Möglicherweise schlage sich in der Statistik bereits die demografische Entwicklung nieder, meinte Pitzinger. Egal um welche Art von Delikten es sich handele, spiele Alkohol meist eine Rolle.

Natürlich ist es keineswegs so, dass das Thema Kriminalität insgesamt an Bedeutung verliert. Bundesweit, wie auch im Kreis und in Kirchheim, nehmen Betrugsdelikte zu, besonders die Internetkriminalität. „Wir haben viel zu tun“, sagt Thomas Pitzinger und weist darauf hin, dass viele Fälle sehr aufklärungsintensiv seien. Zudem sind die Zahlen in Kirchheim so niedrig, dass schon einzelne Ereignisse, etwa eine Einbruchserie, im nächsten Jahr zu ganz anderen statistischen Tendenzen führen kann. Im Arbeitskreis Kriminalprävention haben Polizei und Stadt eine Plattform zum regelmäßigen Informationsaustausch, um gegebenenfalls schnell reagieren und sich bei größeren Ereignissen entsprechend wappnen zu können.