Lokales

Bürger wollen es ganz genau wissen

Interesse vor allem an Details zum heimverbundenen Wohnen in Dettingen

In einer öffentlichen Infoveranstaltung stellten die Verantwortlichen noch einmal das inhaltliche und bauliche Grundkonzept des geplanten Erweiterungsbaus am Alten- und Pflegeheim „Haus an der Teck“ vor. Den Besuchern allerdings brannten schon ganz spezielle Fragen unter den Nägeln.

Bianca Lütz

Dettingen. Rund zwei Dutzend Bürger waren zu der öffentlichen Informationsveranstaltung ins Dettinger Rathaus gekommen – darunter offensichtlich einige, die mit dem Gedanken spielen, das heimverbundene Wohnen auf dem Dettinger Guckenrain tatsächlich in Anspruch zu nehmen. Am Montag war das geplante Projekt der Evangelischen Heimstiftung, einen Erweiterungsbau am „Haus an der Teck“ zu erstellen, im Dettinger Gemeinderat schon einmal vorgestellt worden. Dabei war auch angeklungen, dass es Bedenken von Bewohnern des Alten- und Pflegeheims gegeben hatte, durch den Neubau könne ihre „grüne Oase“ Schaden nehmen.

Solche und andere Bedenken am Grundkonzept oder am geplanten Bauwerk kamen bei der Bürgerinformationsveranstaltung nicht zur Sprache: Das Projekt an sich scheint bei den Dettingern gut anzukommen. Fragen gab es vor allem schon zum ganz konkreten Betrieb, zum Beispiel wie Betreuung und Pflege gehandhabt werden, ob neben Mieten auch Kaufen infrage kommt, was in der Betreuungspauschale enthalten ist, wie es mit Gemeinschaftsräumen aussieht und wie geschickt die Parkplätze angelegt werden.

Zu Beginn des Abends erläuterten Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann und Carmen Treffinger, Regionaldirektorin der Evangelischen Heimstiftung, noch einmal die Idee des heimverbundenen Wohnens. Immer wieder komme die Frage auf, ob ein Neubau fernab des Ortskerns nicht am völlig falschen Standort stehe. Das verneinte Rainer Haußmann jedoch klar. Das heimverbundene Wohnen sei nur eine von zwei Wohnformen im Alter, die die Gemeinde – wie schon im Altenhilfeplan verankert – verwirklichen will. Beim betreuten heimverbundenen Wohnen liege das Durchschnittsalter Untersuchungen zufolge bei 83 Jahren. Das zentrumsnahe Wohnen in einer Art Mehrgenerationenhaus für „Jungsenioren“ ab 65 Jahre sei in Zukunft ebenfalls geplant – mitten im Ort.

„Menschen, die im betreuten heimverbundenen Wohnen leben, können sehr selbstständig sein“, erläuterte Carmen Treffinger. In Zeiten, in denen sie es bräuchten oder wollten, könnten die Bewohner aber auch die Angebote des benachbarten Alten- und Pflegeheims nutzen, das durch einen Verbindungsgang trockenen Fußes erreichbar ist: die Cafeteria, den Speisesaal, die Fußpflege oder den Friseur. „Wichtig ist das Gefühl der Sicherheit“, sagte Treffinger. Dafür sorge etwa auch die Toilettenspülung als „Vitalsignal“: Wenn sie 24 Stunden nicht betätigt wird, ohne dass sich der Bewohner abgemeldet hat, geht beim benachbarten Pflegeheim ein Alarmruf ein.

Das sind Gründe, warum die Bewohner des heimverbundenen Wohnens zusätzlich zur Miete eine monatliche Betreuungspauschale von 80 Euro entrichten müssen. Die Pauschale garantiert zudem, dass Blumen, Briefkasten oder Haustiere bei Abwesenheit versorgt werden.

Ansonsten leben die Menschen im Neubau völlig selbstständig: Sie haben eigene Küchen und müssen sich selbst ums Wäschewaschen und Wohnung- putzen kümmern. Auch Pflege oder Betreuung müssen ambulant organisiert werden. „Das dürfen die Schwestern aus dem Heim nebenan gar nicht übernehmen“, so Treffinger. Das heimverbundene Wohnen ist organisatorisch nämlich ein zweiter, eigenständiger Betrieb. Allerdings plant die Evangelische Heimstiftung eine Kooperation mit der Diakoniestation. Es steht den Bewohnern jedoch auch frei, sich von anderen Anbietern oder Angehörigen pflegen zu lassen.

„Ich würde gerne eine Wohnung kaufen“, sagte ein Besucher der Infoveranstaltung. Das allerdings sieht die Evangelische Heimstiftung nicht vor: „Die Heimstiftung hat sich entschlossen, die Wohnungen nur zu vermieten“, so Carmen Treffinger. Wie hoch die Mietkosten sein werden, steht noch nicht fest. Infos dazu und weitere Details erfahren Interessierte bei einer weiteren Informationsveranstaltung im „Haus an der Teck“ am 16. April.

Ein Bürger wünschte sich einen Gemeinschaftsraum im Neubau. „Im Foyer im Erdgeschoss werden Sitzgruppen aufgestellt“, sagte Architekt Ralf Horn. Zudem gebe es die Möglichkeit, die Gemeinschaftsräume im benachbarten Alten- und Pflegeheim zu nutzen. Wünschen würde sich der Interessent auch eine Überwachungskamera, deren Bilder vom Eingangsbereich auf Wunsch auf einen Bildschirm in der Wohnung übertragen werden.

Nach der Breite der Parkplätze erkundigte sich eine andere Bürgerin. Die sollen nach Auskunft des Architekten 2,50 Meter breit sein, statt wie gesetzlich vorgeschrieben 2,30 Meter. Auch breite, bequeme Zufahrtswege zu den Plätzen sind geplant.

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