Lokales

Bürgermeister setzt auf Kompromissvorschlag

Sollen Bäume den neuen Kreisverkehr am Ortsausgang in Richtung Hattenhofen schmücken? Einmal mehr hatte sich der Schlierbacher Gemeinderat mit dieser Frage zu befassen und wie schon im April, als dieses Thema zum ersten Mal auf der Tagesordnung gestanden hatte, kamen die Ratsmitglieder nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Die eine Hälfte der Räte stimmte dafür, zwei Bäume auf der Mittelfläche des Kreisels zu pflanzen, die andere Hälfte sprach sich gegen die Bäume aus.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH Bürgermeister Paul Schmid steht nun vor einem Problem. Denn die Begrünung des Kreisverkehrs und seiner Umgebung mit Bäumen und anderen Pflanzen ist Teil der vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahme für das benachbarte Baugebiet. Und etliche in der Ausgleichsmaßnahme vorgesehene Bäume im Bereich der Hattenhofer Straße sind dem Gestaltungseifer des Gemeinderats bereits schon zum Opfer gefallen. Einen weiteren Verzicht auf die Bäume in der Kreiselmitte selbst sieht Schmid deshalb kritisch, denn damit würde die Ausgleichsmaßnahme nicht mehr erfüllt.

Für den Bürgermeister stellt sich nun die Frage, wie das unentschiedene Votum des Gemeinderats interpretiert werden kann. Paul Schmid zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass auf der Basis eines von Gemeinderat Kurt Moll, CDU, schon in der Sitzung formulierten Kompromissvorschlags eine Lösung gefunden werden kann. Kurt Moll hatte darauf hingewiesen, dass die Gemeindeverwaltung schon bei der ersten Reduzierung der Baumanzahl im Bereich der Hattenhofer Straße den Vorstellungen des Rats entgegengekommen war. Nun, so Moll, sei es an der Zeit, dass der Rat hier auf die Verwaltung zugehe und dem Vorschlag, zwei Bäume zu pflanzen, zustimme. Einig ist sich der Gemeinderat dagegen darin, in der Mitte des Kreisverkehrs ein Schild mit dem Gemeindewappen aufzustellen. Das Schild soll aus Metall bestehen und nachts beleuchtet werden. Der Gemeinderat will versuchen, für dieses Schild eine relativ kostenneutrale Lösung zu finden und steht bereits mit verschiedenen Schlierbacher Firmen in Kontakt. Vielleicht, so die Hoffnung, kann das Schild größtenteils aus Sachspenden realisiert werden.

Solaranlage auf Sporthalle?Für weiteren Diskussionsstoff sorgte in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Vorschlag der Gemeindeverwaltung, auf dem Dach der Sporthalle "Bergreute" eine Photovoltaikanlage zu installieren.

Kurt Moll sprach sich eindeutig gegen die Solaranlage aus, denn zum einen sei die Herstellung von Solarstrom keine primäre Aufgabe der Kommune, "wo doch die Gemeinde kein Geld hat". Zum anderen kritisiert er die von der Gemeindeverwaltung vorgelegte Amortisierungsrechnung als "schöngerechnet". Auch Rainer Waldenmaier, ebenfalls CDU, wollte dem Verwaltaungsvorschlag nicht zustimmen. Er sieht große Folgekosten auf die Gemeinde zukommen, denn sollten in Folge der Solaranlage Schäden am Dach auftreten, müsste zuerst die Anlage wieder abgebaut werden, bevor saniert werden könne.

August Leins von der Freien Wählern hingegen sprach sich ausdrücklich für die Solaranlage aus. Denn schon aus Umweltschutzgründen sei es notwendig, in regenerierbare Energie zu investieren. Unterstützung für die Solaranlage kam auch von Karl Weiler, CDU. Zwar sieht auch er eventuell technische Probleme mit dem Flachdach der Sporthalle, hat aber auch die Endlichkeit fossiler Energieträger im Hinterkopf. Außerdem: "Das wäre die erste öffentliche Investition, die Dividende abwirft."

Letztendlich beschloss der Gemeinderat bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung, die Frage möglicher Schäden am Dach in Folge der Solaranlage durch ein Gutachten klären zu lassen und bei einem positiven Ergebnis die Anlage unter dem Vorbehalt der Kassenlage im kommenden Jahr zu realisieren.