Lokales

Bundesweite Beachtung: "Vorbeugen schafft Sicherheit"

Eine positive Bilanz zieht die Polizei im Kreis Esslingen über die Aktivitäten des vergangenen Jahres im Bereich der Kriminal- und Verkehrsprävention. Über 40 000 Personen besuchten die Veranstaltungen der Polizisten zu den verschiedensten Themenbereichen und wurden dort von kompetenten Fachleuten beraten und informiert.

KREIS ESSLINGEN Bereits seit einigen Jahren hat sich die Polizeidirektion Esslingen stark auf dem Gebiet der Prävention engagiert. Dabei wurden mit einigen Behörden und Institutionen zahlreiche Präventionsprojekte auf den Weg gebracht und umgesetzt. Zwei dieser Projekte haben sogar bundesweit Beachtung gefunden und zwar "Future for all" ein Projekt gegen Drogenmissbrauch und die so genannten "Kelly-Inseln". "Vorbeugen ist besser als heilen nach diesem altbewährten Motto betrachten wir die Prävention als eine unserer wichtigsten Aufgaben," so Klaus Schmerling, der Leiter der Esslinger Polizeidirektion.

Anzeige

Kriminalprävention ist sicher kein allumfassendes und kurzfristig wirkendes Patentrezept gegen Kriminalität. Vielmehr sollen dadurch Veränderungen erreicht werden, die sich positiv auf das Kriminalitätsgeschehen auswirken. Die Schwerpunkte der polizeilichen Präventionsarbeit lagen im Kreis Esslingen im vergangenen Jahr im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes und richteten sich insbesondere gegen sexuelle Gewalt an Kindern. Zu diesem Themenbereich und zur Gewalt- und Drogenprävention wurden zahlreiche Kurse und Veranstaltungen in Kindergärten und Schulen angeboten und durchgeführt. Der absolute Renner der Projekte waren dabei mit Abstand die "Kelly-Inseln". Dieses von der Polizeidirektion Esslingen und der Also-Stiftung initiierte und weit über die Grenzen des Landkreises bekannt gemachte Projekt stieß auf ein breites Interesse in der Öffentlichkeit.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 1100 Veranstaltungen im Bereich der Kriminalprävention durchgeführt, an denen zirka 24 000 Personen teilnahmen. Hinzu kommen noch etwa 15 000 Besucher des Tages der offenen Tür beim Polizeirevier Filderstadt, die sich dort über die verschiedensten Themen der Kriminal- und Verkehrsprävention informieren konnten.

"Ich sage Halt" ist ein von der Polizeidirektion Esslingen entwickeltes Projekt zur Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern im Grundschulalter. Ziel ist es, Kinder angstfrei und kindgerecht über mögliche Gefahren aufzuklären, ihnen Verhaltens- und Hilfsmöglichkeiten zu vermitteln und gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Das beispielhafte Konzept "Kelly-Inseln" wurde von der Polizeidirektion und der Also-Stiftung im Jahr 2004 gestartet. Die Inseln sind sichere Anlaufstellen für Kinder, um ihnen in Notsituationen einen Schutzraum zu bieten.

Flipsy und Kasimir ist ein interaktives Puppenspiel zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Es wurde von der Esslinger Polizei mit Unterstützung einer Theaterpädagogin und Erzieherin entwickelt. Mit Hilfe der Puppen ist es möglich, Kindergartenkindern diese hoch sensible und schwierige Thematik angstfrei zu vermitteln.

Im Landkreis Esslingen werden mit "Powerkids" und "Cool sein cool bleiben" gleich zwei Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse für Kinder und Jugendliche angeboten. In die Konzeption der Kurse fließen regelmäßig die Erkenntnisse von Pädagogen, hoch qualifizierten Kursleitern und die neuesten kriminalwissenschaftlichen Erkenntnisse mit ein. Ziel des Projekts ist die Stärkung des Selbstvertrauens und der körperlichen Selbstbestimmung.

Der Amoklauf von Erfurt im Jahr 2002 hat bei Eltern, Schülern und Lehrern teilweise zu erheblicher Verunsicherung geführt. Mit dem Staatlichen Schulamt wurde mit Unterstützung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg deshalb dieses Projekt entwickelt. In mehreren Veranstaltungen sind dabei mit Schulleitern und Lehrern die Erscheinungsformen derartiger Verbrechen sowie der Verlauf solcher Krisensituationen für Täter und Opfer erörtert worden. Insbesondere wurden Verhaltensempfehlungen für Lehrer und Schüler erarbeitet und angeboten und für den Krisenfall Lösungsansätze aufgezeigt.

In aller Munde waren in den vergangenen Jahren die so genannten Alcopops. Die bei Kindern und Jugendlichen zeitweise sehr beliebten Modedrinks gelten allerdings auch als Einstiegsdroge. Unter dem Motto "Jugendschutz geht alle an" haben die Polizeidirektion und das Landratsamt eine Aktion gestartet, die durch eine ganze Reihe von Maßnahmen den Jugendschutz stärken und den Alkoholismus bei Kindern und Jugendlichen bekämpfen soll.

Ein Dauerbrenner und immer noch sehr beliebt ist das seit 1999 laufende Projekt der Sucht- und Kriminalprävention. Das gemeinsam vom Landratsamt Esslingen, der Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen und der Polizeidirektion initiierte Projekt wird von der drogentherapeutischen Einrichtung "Wilde Bühne" aus Stuttgart durchgeführt.

Mit zunehmendem Alter haben die Menschen eine immer größer werdende Furcht vor Kriminalität, die sich dann meist auch negativ auf ihr Sozialverhalten auswirkt. Viele Senioren trauen sich deshalb nicht mehr auf die Straße und ziehen sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Ziel dieses Projekts ist es deshalb, durch seniorengerechte Beratung das Sicherheitsgefühl älterer Menschen wieder zu stärken, Kriminalitätsängste abzubauen und ihnen Empfehlungen zu geben, wie sie sich wirkungsvoll vor Straftätern schützen können.

Die Beamten des Verkehrserziehungsdienstes haben im Jahr 2004 im Landkreis Esslingen bei Veranstaltungen, Projekttagen und Seminaren knapp 12 000 Personen unterrichtet und beraten. Hinzu kommen noch 5700 Schüler, die in den Jugendverkehrsschulen bei den "uniformierten Lehrern" die Radfahrkurse samt Prüfung absolviert haben.

Der Biker-Treff ist ein von der Esslinger Verkehrspolizei 1998 entwickeltes Projekt der Verkehrsprävention. Die Zweiradspezialisten der Polizei informieren und beraten dabei zu allen Bereichen rund ums Motorrad. Es werden Infos zu Themen wie Fahrphysik, Schutzkleidung und Helm, Geschwindigkeit, technische Veränderungen und Fahrsicherheitstraining gegeben. Dabei werden die Motorradfahrer in Gesprächen für die Gefahren sensibilisiert und erhalten auf Wunsch auch ausführliches Informationsmaterial mit Sicherheitstipps.

lp