Lokales

Buntes Programm für jung gebliebenen Jubilar

Mit Gesang, Tanz, Posaunen, Sketchen, Reden und allerlei Aufführungen feierte am Samstagabend der Albverein Schlierbach sein 100-jähriges Bestehen. In der vollbesetzten Dorfwiesenhalle wusste der Verein mit einem bunten Festprogramm zu gefallen.

RAINER STEPHAN

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SCHLIERBACH Bevor Michael Allmendinger, Vorsitzender der Ortsgruppe Schlierbach des Schwäbischen Albvereins, seine Festrede hielt, hatte die Seniorengruppe den rund 300 Gästen bereits einen musikalischen Gruß entboten. Allmendinger hob hervor, dass Gleichgesinnte und Generationen im Albverein vereint seien und schmückte dies mit einem Zitat von Theodor Heuss aus: "Wandern heißt, unterwegs sein."

Wolfgang Kuppinger, der als Conferencier durchs Programm führte, trug Auszüge des Gedichts "Das Allgäubrünnele" von Wilhelm Glück vor, das in der Festschrift des Vereins an vorderer Stelle abgedruckt ist. Recht flott ging es dann mit verschiedensten Tanzaufführungen der Kinder- und Jugendgruppe weiter. Einmal wurden zu karibischen Klängen Tanz- und Gymnastikvorführen geboten, das andere Mal kamen zu moderner Popmusik die Mädchen Rad schlagend daher.

Eine vorübergehende Störung der Übertragungsanlage nutzte Bürgermeister Paul Schmid, um das Engagement sowie die Angebotspalette des Vereins zu loben. Der kurzen Rede des Bürgermeisters folgte das Tanzfinale zur Filmmusik von "Titanic". Die Bühnendekoration mit Bug und Liebespaar sowie die in rot, samtblau und batikbunt gehaltene Kostümierung der Akteure wirkte opulent und zeugte von viel Liebe zum Detail.

Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde hatte als Geburtstagsgeschenk einen Sketch mitgebracht: Neben einem Gipfelkreuz aus Holz traten zwei Wanderer gekonnt gespielt von Ralf Zwölfer und Werner Taxis in einen Dialog ein. "Die Seele darf nicht zu kurz kommen", lautete ein Befund über das Erfordernis des Wanderns in hektischer Zeit. Während die beiden Wanderer ihr Warten auf die nachfolgenden Kameraden mit Gesprächen und einem Vesper überbrückten, mussten sie am Schluss erkennen, dass sie den falschen Berg erklommen hatten. Ob dies eine Anspielung auf eine wahre Begebenheit war, wurde nicht verraten. Etwas wirklich Feines hatten die Bläser mit dem langsamen Marsch "Land of Hope and Glory" im musikalischen Gepäck.

Die Glückwünsche der anderen Schlierbacher Vereine überbrachte Horst Gasper. Er lobte die intakte Vereinslandschaft im Dorf mit 21 Vereinen und insgesamt 2900 Mitgliedern. Ein Gutschein für die Kostenbeteiligung am neu angelegten "Jubiläumsweg" des Albvereins brachte die Wertschätzung zum Ausdruck. Als Nonnen verkleidet, marschierte die Seniorengruppe zu Klängen der Filmmusik "Sister Act" in den Saal. Kaum auf der Bühne angelangt, musste der Bürgermeister als "Bruder Paul" kräftig mitsingen und klatschen.

"So feiern wir mit Fug und Recht, die Feste, wie sie fallen", scholl es aus den Kehlen der Gesangvereinsmitglieder. Schade war nur, dass die hohe Geräuschkulisse im Saal den schönen Gesang beeinträchtigte. Eine "Saalgymnastik" zum Mitmachen auf die Tonfolge des "Holzmichels" geleitete die Gäste in die Pause.

Mit viel Pathos wurde das "Schlierbachlied" durch Benny Schwarz an der Gitarre und Klaus Schäffer als "Vorsänger" intoniert. Der ganze Saal sang zu der von Udo Mayerle getexteten Hymne der Melodie "Wann wird's mal wieder richtig Sommer" mit.

Angeführt von Jugendgruppenleiterin Beate Haller marschierten die Jugendbetreuerinnen, verkleidet als ältere Damen, auf die Bühne, um dort nach wundersamer Verjüngung tanzend in "Hot Nights" den richtigen Mann zu suchen. Den Schlusspunkt unter den bunten Abend setzten Männer in Damenbekleidung beim "Wasserballett". Mal wurden hinter einer blauen Balustrade die Füße schüttelnd hochgehoben oder einfach nur die Arme zum Walzerrhythmus gekreuzt. Reichlicher Applaus wurde allen Akteuren mit Recht zuteil.

Eine von Roland und Waltraud Wild organisierte Bilderausstellung zur Vereinsgeschichte rundete die Veranstaltung ab.