Lokales

Buß will in Plochingen Bürgermeister werden

Der erste Kandidat für die Bürgermeister-Wahl in Plochingen hat seine Bewerbung abgegeben: Frank Buß, bisher Bürgermeister in Kohlberg, möchte vom Jusi an den Neckar wechseln. Ein zweiter Kandidat wird vermutlich in den nächsten Tagen seine Unterlagen abgeben.

HANS-JOACHIM HIRRLINGER

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PLOCHINGEN Vor vier Wochen begann die Bewerbungsfrist für den Chefsessel im Rathaus. Am 28. Januar endet die Frist. Und am 24. Februar ist bereits der erste Wahltermin. Doch Plochingen muss nicht fürchten, dass sich niemand für die Nachfolge von Bürgermeister Eugen Beck in der 14 300 Einwohner großen Kleinstadt interessiert. Frank Buß hat seine Bewerbung abgegeben.

Buß ist in Plochingen kein Unbekannter. Der 43-Jährige ist dort geboren und aufgewachsen. Er war Vorsitzender des Stadtjugendrings und saß im Vorstand des Arbeitskreises Plochinger Vereine. Als Diplom-Verwaltungswirt war er bis 1993 stellvertretender Hauptamtsleiter im Rathaus. Im Oktober 1993 wechselte er als Bürgermeister nach Kohlberg, wo er 2001 von 98,5 Prozent der Wähler im Amt bestätigt wurde. Frank Buß hat sich nach mehr als 14 Jahren im 2340 Einwohner kleinen Kohlberg entschieden, eine neue berufliche Herausforderung im sechsmal so großen Plochingen zu suchen.

Der 43-jährige verheiratete Vater zweier Töchter ist nicht parteigebunden, sitzt als Freier Wähler im Kreistag und ist Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Bisher habe sich keine Partei oder Wählervereinigung für ihn als Kandidat ausgesprochen, sagt Buß, bei der SPD sei er aus terminlichen Gründen noch nicht gewesen. "Die Freien Wähler freuen sich natürlich, dass jemand aus ihrem Bereich kommt." Aber ihm sei es wichtig, sich eine größtmögliche Unabhängigkeit auch im Amt zu bewahren, falls er gewählt werden sollte. "Ich kandidiere als Frank Buß."

Plochingen reize ihn neben der alten Verbundenheit als attraktive Stadt mit wichtigen Funktionen, "eine Stadt, die lebendig und aktiv ist". "Kommunen müssen familien- und kinderfreundlich sein, ein Älterwerden in Würde gewährleisten und eine breite Palette mit Aktivitäten für alle Altersschichten anbieten, um lebenswert zu sein", steht in seinem Wahlkampfprogramm. "Meine Erfahrungen möchte ich nun in Plochingen einbringen, um so das städtische Leben weiterzuentwickeln." Buß spricht sich für ein Entwicklungskonzept "Plochingen 2025" aus, das auf eine repräsentative Bürgerbefragung aufgebaut sei. Er erwarte sich Hinweise für langfristige Politikerentwürfe. Er wolle funktionierende Lösungen suchen, nicht Lasten nur verschieben.

Der Bürgermeister möchte den intensiven Straßenwahlkampf, verbunden mit Hausbesuchen, erst nach Fasching beginnen. Vorerst wolle er keinen Urlaub nehmen, denn er habe auch noch das Rathaus in Kohlberg zu führen.

Nach Angaben von Gerhard Remppis, dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Gemeinderat, ist es möglich, dass die SPD den parteilosen Bewerber unterstützt, denn die SPD-Mitgliedschaft sei dafür nie Bedingung gewesen. "Für uns ist entscheidend, dass es ein qualifizierter Mann ist." Aber Buß wolle sich erst Anfang nächster Woche der SPD als Kandidat vorstellen.

Jürgen Fleig, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Plochingen, ist zuversichtlich, dass sich demnächst weitere Bewerber melden: "Jeder weiß, dass er nicht mehr lange warten kann, sonst ist der Wahlkampf zu kurz." Die Interessenten kämen sowohl aus dem Kreis als auch von außerhalb. "Die sehen sehr wohl, dass Plochingen mehr ist als nur eine Stadt mit knapp 15 000 Einwohnern." Gerlinde Ziegler, die Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, erklärt, die CDU wolle keine Wahlempfehlung aussprechen.