Lokales

Bußgeld oder Bargeld

In letzter Zeit werden von den Verkehrsgruppen des Autobahnpolizeirevieres Stuttgart Lkw-Abstandskontrollen auf den Autobahnen BAB 8 und BAB 81 mit dem Ziel durchgeführt, auch Ausländer anzuhalten und zu kautionieren.

STUTTGART Der Hintergrund ist der schwere Lkw-Unfall vor drei Wochen auf der BAB 8. Dort wurde ein Fahrer in seinem Lkw eingeklemmt, weil ein hinter ihm fahrender ausländischer Lkw nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte.

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Bei der letzten Messung am vergangenen Donnerstag wurden auf der BAB 8, München Karlsruhe, bei Köngen fast 200 Fahrzeuge in vier Stunden gemessen, davon elf Ausländer. Dabei stehen drei Beamte auf der Brücke und messen mit dem Vibram-Messverfahren den Abstand, der bei Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h mindestens 50 m betragen muss. Wenn es sich um einen deutschen Lkw handelt wird das Kennzeichen mit der zweiten "Identifizierungskamera" aufgezeichnet.

Deutsche Fahrzeuge bekommen von der zuständigen Bußgeldstelle in Karlsruhe ihren Bußgeldbescheid zugeschickt, ausländische Fahrzeuge allerdings müssen sofort angehalten und kautioniert werden, da die Bußgeldbescheide nur innerhalb Deutschlands verschickt werden können. Falls es sich also um ein ausländisches Fahrzeug handelt, wird dieses über Funk an eine der in diesem Fall drei eingesetzten Streifenbesatzungen durchgegeben. Sie fahren von ihrem Standort los und halten den Lkw auf der Tank- und Rastanlage Denkendorf an. Die angehaltenen Lkw-Fahrer müssen vor Ort eine Sicherheitsleistung von 70 Euro zahlen. Bei dieser Kontrolle wurden weitere Verstöße wie mangelnde Ladungssicherung, Bremsen- und Reifenmängel und fehlende Ruhezeit festgestellt. Diese mussten die ausländischen Fahrer natürlich auch sofort bezahlen und die Mängel beheben. Unter anderem wurde das dort bestehende Überholverbot für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen überwacht und 32 Verstöße angezeigt.

lp