Lokales

CCF Kinderhilfswerk zieht positive Bilanz aus 2004

Das alte Jahr war für das in Nürtingen ansässige CCF Kinderhilfswerk sehr ereignisreich. Geschäftsführer Jörn Ziegler informiert mit dem Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2003/2004 über die Geschehnisse der letzten Zeit.

JENNIFER WOITZIK

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NÜRTINGEN Das CCF Kinderhilfswerk konnte den Bau des Kinderdorfes "Rudzati" in Lettland fertig stellen und eröffnen. Der Aufbau ist weitgehend durch Spenden aus Deutschland ermöglicht worden. Insgesamt 398 600 Euro waren seit Herbst 2002 an das Lettische Kinderhilfswerk überwiesen worden. Rund 75 Kinder leben dort in familienähnlichen Gruppen zusammen. Die Errichtung des Kinderdorfes Rudzati war das fünfte und bisher größte Kinderhilfsprojekt, das das CCF Kinderhilfswerk seit 1996 in Lettland realisieren konnte.

Für 2005 ist in Lettland ein neues Gewaltopferzentrum in Valmiera geplant. Kindern, die häuslicher und sexueller Gewalt zum Opfer fielen, wird dort ambulant Hilfe angeboten. Erstmals ist für den Bau eine deutsch-lettische Mischfinanzierung vorgesehen. So wird das CCF Kinderhilfswerk 55 000 Euro aus Spenden beitragen, und weitere 52 000 Euro bringt das Lettische Kinderhilfswerk aus innerhalb Lettlands gesammelten Spenden ein. Die laufenden Kosten für den Betrieb des Zentrums werden dann öffentliche Haushalte in Lettland tragen.

Seit Juli 2004 ist das CCF Kinderhilfswerk auch in Indien engagiert und fördert allein das Familienhilfeprojekt "Disha" im nordindischen Firozabad. Diese Stadt ist ein Zentrum der indischen Glasschmuckindustrie. Über 90 Prozent der Haushalte in der Projektgemeinschaft von Disha leben von der Glaswarenherstellung. Die Kinder dieser Familien, die nicht einmal zur Hälfte in die Schule gehen, müssen unter härtesten Bedingungen bei der Schmuckherstellung mitarbeiten. Das oberste Ziel des Projektes Disha ist, die Kinderarbeit in der Projektregion rückzuführen und langfristig zu beseitigen.

Die Schauspielerin Andrea Sawatzki, die im Fernsehen als Frankfurter "Tatort"-Kommissarin bekannt wurde, hat die Schirmherrschaft für dieses Projekt übernommen und unterstützt seit geraumer Zeit Patenkinder über das CCF Kinderhilfswerk. Sie selbst hat nun auch ein Patenkind in Disha.

Im Jahr 2003 hat das CCF Kinderhilfswerk auch begonnen, sich in der Ukraine zu engagieren. Im Lauf des Jahres 2004 konnte dieses Engagement beträchtlich ausgeweitet werden. Das CCF Kinderhilfswerk konzentriert seinen Einsatz inzwischen auf Heimkinder in drei Regionen: das Gebiet Wolhynien im Nordwesten der Ukraine, die Großstadt Dnipropetrowsk und deren Umgebung sowie die Halbinsel Krim. Unter anderem wurden Fortbildungen für die Mitarbeiter solcher Heime gefördert, die in der Regel nicht auf die besonderen Umstände und Herausforderungen ihres Einsatzes vorbereitet sind.

Der Erlös der fünften Internationalen Freundschaftsfahrt des Deutschen Bundestages, bei der 180 Fahrrad fahrende Mitglieder und Mitarbeiter des Bundestages von Berlin nach Prag und zurück fuhren, floss der Ukraine-Hilfe des CCF zu. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages Dr. Hermann Otto Solms war dabei, als CCF die Spendenschecks über insgesamt 9000 Euro erhielt.

Vor wenigen Wochen ermöglichte das CCF Kinderhilfswerk ein Projekt in Angola. Mädchen und jungen Frauen, die "späte Opfer" des Jahrzehnte dauernden angolanischen Bürgerkrieges sind, soll bei diesem Projekt geholfen werden, ihre Situation zu stabilisieren und eine eigene Existenz aufzubauen. Das Projekt in Angola wird ausschließlich von Frauen geleitet.

Trotz der erheblichen Schwierigkeiten, Spenden oder öffentliche Fördermittel für einen Einsatz zu Gunsten von Kindern in Weißrussland zu erhalten, hat das CCF Kinderhilfswerk im Jahr 2004 ein erstes Engagement in der Nähe von Minsk begonnen. Gemeinsam mit einer russischen Partnerorganisation soll Kindern und Jugendlichen in Heimen geholfen werden, sich durch Sozialtrainings und praktische Ausbildung besser auf den Übergang in die spätere Selbstständigkeit vorzubereiten. Wenn dieses Projekt zufrieden stellend abgeschlossen werden kann, sollen ähnliche Aktivitäten auch in anderen weißrussischen Heimen angefangen werden.

Spender vom CCF Kinderhilfswerk haben es ermöglicht, in den letzten Monaten namhafte Nothilfe für die Opfer von Naturkatastrophen beziehungsweise menschlicher Gewalt zu geben: zweimal wurde Flutopfern im nordbrasilianischen Fortaleza geholfen, den Opfern des verheerenden November-Taifuns auf den Philippinen konnte in einem Sofortprogramm geholfen werden, und der Einsatz für sudanesische Flüchtlinge im Tschad wurde auch durch Spenden aus Deutschland möglich. Im Tschad arbeitet CCF besonders eng mit "Ärzte ohne Grenzen" zusammen.

INFODem CCF durch Spenden beistehen kann man über das Konto 7 780 000 bei der Bank für Sozialwirtschaft, Bankleitzahl 601 205 00.