Lokales

CDU beantragt eine Gerstenmaier-Straße

KIRCHHEIM Kirchheim erinnert sich an einen der berühmtesten Söhne der Stadt: an den einstigen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier, der heute vor einhundert Jahren am Todestag Max Eyths in der Austraße 2 geboren wurde. Während aber nach Max Eyth oder auch nach Jakob Friedrich Schöllkopf nicht nur wichtige Straßen in ihrer Geburtsstadt benannt sind, sondern sogar Schulen, gibt es bislang nichts Vergleichbares, was an Eugen Gerstenmaier erinnern würde. Ein Umstand, dem Elmar Müller gerne abhülfe: Der frühere Bundestagsabgeordnete hat in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Namen der CDU-Fraktion beantragt, "in naher Zukunft einen öffentlichen Platz, respektive eine Straße, einen Weg" nach Eugen Gerstenmaier zu benennen.

Anzeige

Der Antrag kam natürlich bei weitem zu spät, um pünktlich zum 100. Geburtstag am 25. August 2006 in die Tat umgesetzt zu werden. Dennoch hat sich die Verwaltung bereits jetzt in der Sommerpause intensiv mit dem Thema befasst. "Wir sind dran und bemühen uns, einen entsprechenden Vorschlag zu machen", berichtete Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker auf telefonische Nachfrage des Teckboten über den Stand der Dinge in Sachen "Eugen-Gerstenmaier-Straße". Allerdings könne die konkrete Debatte erst in der Oktober-Sitzung des Gemeinderats erfolgen.

Ein großes Problem sieht die Verwaltungschefin, wenn es darum geht, einfach eine bestehende Straße umzubenennen. Und bei der Möglichkeit, eine neue Straße nach dem hochrangigen CDU-Politiker aus den Gründungsjahren der Bundesrepublik zu benennen, ist das Angebot dünn gesät. "Eine Stichstraße von 70 Metern Länge können wir doch nicht Eugen-Gerstenmaier-Straße nennen. Das würde ihm sicher nicht gerecht, da sind wir dem Amt des Bundestagspräsidenten gegenüber verpflichtet", meint Angelika Matt-Heidecker. Bei einer neuen Straße denkt sie unter anderem an die Ötlinger Halde, sieht aber bereits die Schwierigkeit, dass die Straßen dort traditionell Blumennamen tragen. Ein weiteres Problem besteht darin, dass Eugen Gerstenmaier ja in der Kernstadt geboren wurde und nicht in einem Teilort.

Bis also tatsächlich irgendwo in Kirchheim eine Straße den Namen des großen Sohns tragen wird, könnte bereits dessen hundertunderster Geburtstag ins Land gezogen sein.

vol