Lokales

CDU schickt bewährtes Duo in den Wahlkampf

Karl Zimmermann mit 98 Prozent der Stimmen als Landtagskandidat bestätigt

Hellseherische Fähigkeiten waren nicht notwendig, um den Ausgang der Wahl vorherzusagen: Wie erwartet hat die CDU im Wahlkreis Kirchheim den Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann zum dritten Mal zu ihrem Landtagskandidaten auserkoren – mit überwältigender Mehrheit. Als Zweitkandidat setzte sich Peter Schuster dieses Mal auf Anhieb durch.

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Bianca Lütz-Holoch

Wendlingen. Karl Zimmermann ist und bleibt im Wahlkreis Kirchheim unangefochtener Lokalmatador der CDU für die Landtagswahl. Als einziger Bewerber für die Erstkandidatur trat er am Freitagabend bei der Nominierungsversammlung in Wendlingen an und fuhr mit 98 Prozent sein bislang bestes Ergebnis ein. 145 der 148 gültigen Stimmen konnte der 59-Jährige auf sich vereinen. „Das ist ja fast nicht mehr zu toppen“, freute sich Zimmermann über den Vertrauensbeweis der CDU-Mitglieder.

Etwas spannender ging es da schon bei der Wahl des Zweitkandidaten zu. Mit Helena Kapp, Lothar Kast, Andreas Müller und Peter Schuster waren immerhin vier Bewerber angetreten. Hatte er 2005 noch einen zweiten Wahlgang benötigt, so konnte sich Peter Schuster aus Notzingen dieses Mal gleich auf Anhieb durchsetzen: Von 144 gültigen Stimmen entfielen 89, also knapp 62 Prozent, auf den 47-jährigen Krankenpfleger und Diplom-Theologen, der Karl Zimmermann im Wahlkampf nun bereits zum zweiten Mal zur Seite steht.

Karl Zimmermann steuert 2011 seine dritte Wahl in den Landtag an – was ihm angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Wahlkreis aller Voraussicht nach auch gelingen dürfte. In seiner Rede bei der Nominierungsversammlung setzte der 59-Jährige thematische Schwerpunkte. So warb er für das „Erfolgsmodell Baden-Württemberg“ mit dessen niedriger Arbeitslosenquote, einem „erfolgreichen vielgliedrigen Schulsystem“, einer geringen Kriminalitätsbelastung und guter Haushaltspolitik.

Besonders wichtig für Baden-Württemberg sei die „automobile Zukunft“. Als Abgeordneter unterstütze er im Wahlkreis Kirchheim Unternehmen, die sich mit alternativen Antrieben beschäftigen, insbesondere mit der Elektromobilität. Auch als Förderer alternativer Energien versteht sich Karl Zimmermann, vor allem der Geothermie. Trotzdem: „Es wäre falsch, sichere und CO2-freie Kernkraftwerke abzuschalten, um dafür klimaschädlichen Strom aus Braunkohle oder Gas zu erzeugen.“

Nicht gespart werden dürfe im Bildungsbereich. Zimmermann sprach sich für eine intensivere Sprachförderung und eine Förderung der mobilen Jugendarbeit aus. Zimmermann betonte zudem die Bedeutung der Familienförderung. So gelte es, alle Eltern zu unterstützen – ob sie ihre Kinder selbst betreuen wollen oder auf andere Angebote zurückgreifen. Das Land habe die Mittel für die Kleinkindbetreuung seit 2003 verzehnfacht. Für Zimmermann selbst genießt die Familie mit Eltern und Großeltern jedoch Vorrang.

Wichtig für die Entwicklung Baden-Württembergs sei außerdem eine gute Infrastruktur. Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm etwa sieht Zimmermann als „historische Chance für unser Land“. Er wolle dabei helfen, dass Aufträge in die Region fließen, zum Beispiel durch Bietergemeinschaften der hiesigen Mittelständler.

Karl Zimmermann sitzt seit 2001 für die CDU im Landtag. Dort ist er derzeit Mitglied im Ständigen Ausschuss und im Petitionsausschuss sowie ständiger Vertreter im Finanz- und Schulausschuss. Außerdem ist Zimmermann Strafvollzugsbeauftragter der CDU-Landtagsfraktion und Beauftragter seiner Fraktion für die Belange des Verfassungsschutzes. Ein Jahr lang war der Abgeordnete nun auch im Sonderausschuss zum Amoklauf in Winnenden tätig.