Lokales

Chance für Brennereien

Landschaftsschutzgebiete auf Weilheimer und Hepsisauer Markung sollen im geplanten Biosphärengebiet Schwäbische Alb als Pflegezonen ausgewiesen werden, die Ortslage Hepsisau als Entwicklungszone. Das hat der Weilheimer Gemeinderat in jüngster Sitzung beschlossen.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Mit seinem Beschluss ging der Weilheimer Gemeinderat weit über seine Entscheidung vom Dezember 2005 hinaus: Damals war beabsichtigt, lediglich den Steilabfall an der Albkante bei Hepsisau und die Limburg einzubeziehen. Kernzone mit einer weitgehend unberührten Natur wird lediglich die Zipfelbachschlucht oberhalb Hepsisaus.

Bürgermeister Hermann Bauer plädierte nun dafür, insbesondere die Streuobstwiesen, die ohnehin bereits unter Landschaftsschutz stehen, mit in das Biosphärengebiet einzubringen. Sie sollen als Pflegezonen ausgewiesen werden und können genutzt werden wie bisher.

EntwciklungsgebieteDie Ortslage von Hepsisau soll mit Ausnahme baulicher Entwicklungsgebiete ebenso wie der Pfundhardthof, Häringen und Herzogenau als Entwicklungszone ausgewiesen werden. Dort ist eine nachhaltige Bewirtschaftung erlaubt, so kann beispielsweise auch der Fremdenverkehr weiterentwickelt werden. "Damit bekommen die Brennereien und andere Erzeuger von Naturprodukten in Hepsisau die Chance, an Fördermittel heranzukommen", meinte Hermann Bauer. Von der Hereinnahme der Streuobstwiesen verspricht sich der Schultes wie seine Amtskollegen anderer Gemeinden im Albvorland Fördergelder für die Pflege der Baumwiesen.

Keine EinschränkungenDass den Obstbauern durch den Biosphärengebiets-Stempel Nachteile entstehen könnten, befürchtet der Verwaltungschef nicht. "Damit sind keine neuen Einschränkungen verbunden." Vielmehr verspricht sich Bauer eine Signalwirkung für den Tourismus im Albvorland. "Ich könnte mir vorstellen, dass das Siegel des Biosphärengebiets auf Apfelsaft und Bränden einen Kaufanreiz darstellt."

Weiterhin ausgespart bleibt das Landschaftsschutzgebiet am Egelsberg. "Die Bereiche, die zum Biosphärengebiet gehören, müssen räumlich miteinander verbunden sein", erklärte Bauer.

Nähe zum IndustriegebietDen Optimismus von Verwaltung und Ratskollegen konnte Stadtrat Bernd Kautter nicht teilen: "Ich halte das Gebiet für zu ausgedehnt." Problematisch erschien ihm insbesondere die Nähe des geplanten Biosphärenparks zum Industriegebiet Tobelwasen.

Bei einer Gegenstimme votierte das Gremium für den Beschlussvorschlag der Verwaltung.