Lokales

Chancen für die lokale Wirtschaft

Die neue Landesmesse wird mit 100 000 Quadratmetern künftig über ein Fünftel der Fläche der Messe in Hannover verfügen. Damit liegt die Messe, die beim Flughafen Leinfelden-Echterdingen entsteht, flächenmäßig auf Platz fünf in Deutschland. Welche Chance sie lokalen Unternehmern bietet, war Thema in der Stadthalle Nellingen.

PETRA BAIL

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OSTFILDERN Thomas Brandl, Unternehmenssprecher der Messe Stuttgart, und Henrik Häcker, Leiter des "Stuttgart Messe Service", haben 200 Besuchern in der Stadthalle Nellingen erläutert, "wohin die Reise geht" und welche Chancen bestehen, wenn die Messe im Frühjahr 2007 in Betrieb geht.

Laut Brandl kamen im vergangenen Jahr 10 000 Aussteller und eine Million Besucher auf die Messe nach Stuttgart, die 71 Millionen Euro Umsatz machte. Die Zahlen will man mit der neuen Messe toppen. Bis 2015 sollen die Ausstellerzahlen um 60 Prozent, die Besucher um 30 Prozent gesteigert werden. Davon profitiert das Umfeld mit Lieferanten, Partnern, Medien und Handwerkern. Mehr als 9000 Arbeitsplätze werden so gesichert. Bereits heute sind elf Hotelanfragen in Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt und Stuttgart eingegangen. Davon werden drei bis vier realisiert. Die neue Messe soll "noch internationaler werden", fordert Brandl. Der Auslandsanteil bei Messen liegt derzeit bei 20 Prozent, vor vier Jahren waren es 16 Prozent. "Wir sind auf allen Ebenen unterwegs, damit die Messe Stuttgart die Internationalität erfährt, die sie braucht." Bis 2015 will man den Umsatz verdoppeln. Angestrebt wird das Niveau, das die Messe Nürnberg heute hat. "Wir wollen der Hightechmessestandort Nummer eins sein", so Brandl. Erreichen will man das ehrgeizige Ziel durch den Ausbau bestehender Veranstaltungen und durch Neuproduktentwicklung von sechs neuen Messen, die sich am Hightechprofil Baden-Württembergs orientieren.

Henrik Häcker erläuterte, wie die Gewerbetreibenden der Region davon profitieren können. Der "Stuttgart Messe Service" bietet Ausstellern aus einem Pool von Vertragsfirmen sämtliche Dienstleistungen an. Die Verträge mit den Firmen wurden auf Ende 2006 gekündigt. Sie werden nun in einem freihändigen Vergabeverfahren neu ausgelobt.

Ab Herbst sind 35 Gewerke zu vergeben. Diese umfassen laut Häcker die Bereiche Marketing Service, den Stand- und Technikservice mit Mietmobiliar, Pflanzen, Spedition, Beschriftung, Trennwände und Elektroinstallationen, der mit 3,4 Millionen Umsatz als wichtigster Faktor gilt. Der dritte im Bunde ist der allgemeine Service wie Catering und Hostessenservice. Pro Dienstleistung werden mindestens zwei, möglicherweise drei Firmen ins Boot geholt. Betriebe, die sich per E-Mail unter sms@messe-stuttgart.de registrieren, erhalten die Leistungserfordernisse zugeschickt. Erwartet werden ein Portfolio, Erfahrung, Servicebereitschaft und Dienstleistungsorientierung.

Der "Stuttgart Messe Service" verfügt über 14 Mitarbeiter und ein Netzwerk mit 35 Vertragsfirmen. 2004 konnten rund 80 000 Aufträge abgewickelt werden, was einen Umsatz von 9,4 Millionen Euro einbrachte.