Lokales

Chancen für Städte

Auslandseinsätze und internationale Verpflichtungen stellen die Bundeswehr vor Aufgaben, wofür die Strukturen der Truppe nicht ausgerichtet sind. Dass in der Konversion auch Chancen für Städte und Gemeinden liegen, bleibt nach Meinung von Experten der Fachhochschule Nürtingen weitgehend unberücksichtigt. Mit Unterstützung des Verteidigungsexperten und SPD-Bundestagsabgeordneten Arnold wollen sie alternative Konzepte aufzeigen.

NÜRTINGEN Das Institut für Stadt- und Regionalentwicklung der FH will Standortgemeinden im Rahmen von Studienprojekten Hilfe auf der Suche nach neuen Nutzungsmöglichkeiten bieten. In einem ersten Gespräch mit den Institutsmitarbeitern Prof. Dr. Alfred Ruther-Mehlis und Michael Weber sagte RainerArnold zu, den Kontakt mit den be-troffenen Städten in Baden-Württemberg herzustellen. Der Bundestagsabgeordnete werde die Kommunen in den nächsten Tagen anschreiben, um die Akteure zusammenzubringen und "Brücken zu bauen".

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Das Angebot, das die FH den Kommunen macht, ist vielseitig. Bestandserhebungen und Potenzialanalysen sowie städtebauliche, wirtschaftliche und ökologische Machbarkeitsstudien könnten in Projekten im Studiengang Stadtplanung ausgearbeitet werden. Denkbar sei, sagt der Studiengangleiter Ruther-Mehlis, den Semesterarbeiten Folgeprojekte zur Vertiefung anzuschließen. Auch als Moderator bei Interessenskonflikten könnte die FH ihre Erfahrungen für die Kommunen einbringen. Gerade finanzschwache und kleinere Gemeinden könnten, so sehen es die Stadtplanungsexperten der FH, mit den studentischen Arbeiten hilfreiche Diskussionsbeiträge und konkrete Anregungen erhalten, die aus eigener Kraft nicht machbar wären.

Bundestagsabgeordneter Rainer Arnold nimmt jedenfalls die ausgestreckte Hand der Fachhochschule gerne an. "Die FH kann dort den betroffenen Kommunen den Blick auf die Chancen eröffnen, wo bislang vorwiegend nur die Nachteile die Diskussion bestimmten", sagte er. Zudem würden die Städte und Kommunen konkret entwickelte Konzepte erhalten ohne finanziellen Aufwand übernehmen zu müssen. Arnold verspricht sich von einer solchen Kooperation für die Kommunen kreative Lösungswege, die quer gedacht aber realistisch seien. Den Studierenden dagegen eröffne sich die Chance, an realen Problemen und Fragestellungen zu arbeiten.

Der Verteidigungsexperte ist sich sicher, dass die Fachhochschule in der meist negativ geführten Diskussion um die Zukunft von Konversionsflächen einen wichtigen positiven Impuls gegeben hat. "Ich nehme die Idee gerne auf und werde mithelfen, dass es nicht bloß bei einer Idee bleibt", versprach er.

pm