Lokales

Chancen und Aufgaben der Demokratie genutzt

Hohe Ehre wurde einem gebürtigen Schlattstaller und Kämpfer für "seine" Gemeinde Lenningen zuteil. Heinz Lamparter wurde am gestrigen Freitag von Landrat Heinz Eininger das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgehändigt.

RUDOLF STÄBLER

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LENNINGEN Die Ehrung, so Landrat Eininger, wird einem Mann zuteil, der sowohl als Unternehmer als auch in seinem politischen Engagement Vorbildliches geleistet hat. Trotz seines erfolgreichen beruflichen Wirkens habe der Geehrte Zeit gefunden, sich 32 Jahre lang als Gemeinderat in Lenningen zu engagieren.

Im Bürgersaal des Bürgerhauses in Unterlenningen begrüßte der Hausherr, Bürgermeister Michael Schlecht, die Gäste, unter ihnen die Landtagsabgeordneten Carla Bregenzer und Karl Zimmermann im "schönsten Bahnhof des Landkreises", wie er nicht ohne Stolz erwähnte. "Um solch eine Ehrung zu erhalten muss man schon Einiges auf dem Kerbholz haben", war die Einschätzung des Lenninger Schultes.

Dass dieser damit recht hatte, machte anschließend Landrat Eininger in seiner Festrede klar und erinnerte an einige Stationen im Leben von Heinz Lamparter. 1972 wurde dieser erstmal in den Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Oberlenningen gewählt. In vielen Funktionen in und für den Gemeinderat stellte er ab diesem Zeitpunkt seine Sachkenntnis und Tatkraft der Allgemeinheit zur Verfügung. So war der Geehrte viele Jahre Mitglied im Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss, im Bauausschuss sowie als Vertreter der Gemeinde im Krankenpflegeverein Oberlenningen, in der Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes Lenningen, in der Musikschule Lenningen sowie in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Landeswasserversorgung tätig. Zudem war Lamparter auch zwei Amtsperioden lang zweiter Stellvertreter des Bürgermeisters.

Landrat Eininger erinnerte auch an die Beteiligung Lamparters an der aus der Gemeindereform hervorgegangenen Gesamtgemeinde Lenningen. Es sei dem Geehrten immer ein Anliegen gewesen, die sieben Teilorte zu einer verbindenden und funktionierenden Gesamtgemeinde Lenningen zusammenzuführen. Einen besonderen Augenmerk richtete Lamparter dabei auf ortsgestalterische Fragen. Alle technischen Themen fanden sein gesteigertes Inte-resse und in vielen wichtigen Planungsfragen brachte er seine fundierten Fachkenntnisse ein. Mit seinem großen Engagement als Gemeinderat sowie als Mitbegründer des SPD-Ortsvereins Lenningen hat er sich sehr viel Anerkennung in Lenningen erarbeitet. Die enge Verbundenheit mit seiner Heimatgemeinde drücke sich auch darin aus, dass er seit 50 Jahren engagiert als Jugendleiter und stellvertretender Vertrauensmann beim Albverein Oberlenningen in seiner Freizeit tätig ist.

Eininger erinnerte daran, dass ehrenamtliche Arbeit ein Ausdruck von Verantwortungsbereitschaft und Solidarität mit der Gemeinschaft sei. Lamparter habe Chancen und Aufgaben, die in einer Demokratie jedem offen stehen und geboten sind, wahrgenommen und durch seine Tätigkeit Einfluss auf die positive Entwicklung seiner Heimatgemeinde genommen. Orden und Auszeichnungen seien der "bescheidene" Dank des Staates an seine Bürger für herausragende Leistungen und großes ehrenamtliches Engagement.

Vor der Überreichung des Verdienstkreuzes versäumte es der Landrat nicht, auch seiner Ehefrau zur Auszeichnung ihres Mannes zu gratulieren und ihr gleichzeitig für ihre Unterstützung und ihr Verständnis für die zeitaufwändigen Tätigkeiten ihres Mannes zu danken. "Sie und ihre Kinder haben beim großen Engagement in Beruf und Ehrenamt oft zurückstehen müssen."

In die Reihe der Gratulanten reihte sich in Vertretung von MdB Rainer Arnold Carla Bregenzer ein. Sie lobte das Engagement und die Triebkraft von Lamparter für die SPD.

"Wer nicht anstößt, stößt auch nichts an", erinnerte Bürgermeister Schlecht abschließend nochmals an die Zeit von Heinz Lamparter als Gemeinderat. Und so hatte er schnell hochgerechnet: "Nur mit Sitzungen haben sie rund 1700 Stunden auf dem Rathaus verbracht." Ex-Bürgermeister Gerhard Schneider erinnerte neben der harten Arbeit auch an die schöneren Stunden nach den Sitzungen. Nach Schnitzel und Kartoffelsalat sei auch noch manches Viertele getrunken worden, "und auch dafür haben die Frauen Verständnis haben müssen."

Heinz Lamparter beschloss die Feierstunde mit dem Dank an Frau und Familie und seine Weggenossen in den langen Jahren.