Lokales

Charmante Plattnasen geben Gas

1800 Besucher beim zweiten Süddeutschen Mops- und Bulldoggenrennen

Sie haben platte Nasen, ziemlich viele Falten – und jede Menge Charme. Dass Möpse und Bulldoggen auch ordentlich Gas geben können stellten die Vierbeiner am Wochenende in Wernau unter Beweis. Rund 200 tierische Sportskanonen traten dort beim zweiten Süddeutschen Mops- und Bulldoggenrennen gegeneinander an.

Mops in Aktion: Beim zweiten Süddeutschen Mops- und Bulldoggenrennen in Wernau gingen zahlreiche tierische Sportler an den Start
Mops in Aktion: Beim zweiten Süddeutschen Mops- und Bulldoggenrennen in Wernau gingen zahlreiche tierische Sportler an den Start. Verantwortungsvolle Mopszüchter achten auf frei liegende Nasen, damit die Tiere fit und voll belastbar sind.Foto: Iris Koch

Wernau. Von nah und fern waren die Liebhaber der Knautschgesichter angereist – „manche haben sogar im Wohnmobil auf dem Parkplatz übernachtet“, erzählt Andreas Felkl, der die Veranstaltung gemeinsam mit Elisabeth Both auf die Beine gestellt hat. Im vergangenen Jahr fand die Premiere des Mops- und Bullyrennens auf einer Wiese in Berkheim statt. „Da wurden wir vom Publikum total überrannt“, blickt Both zurück. Deshalb habe man sich für das Event diesmal das Wernauer Stadion ausgeguckt – und von der Stadt sogar eine Ausnahmegenehmigung bekommen. „Normalerweise sind Hunde hier verboten.“ Aufgeschlossen zeigten sich auch die Sportfreunde Wernau und übernahmen die Bewirtung. 1 800 Zuschauer sowie zahlreiche Pressevertreter und Kamerateams lockte das Spektakel am Wochenende ins Neckartalstadion.

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Bequem von einer abgestuften Tribüne aus konnten zwei- und vierbeinige Zuschauer das sportliche Geschehen auf dem Rasen verfolgen. Die Rennstrecke von 50 Metern galt es einzeln und mit Zeitmessung zu absolvieren. Würstchen oder Bällchen schwenkend oder mit aufmunternden Quietschlauten versuchten Herrchen oder Frauchen ihre Tiere zu Höchstleistungen zu motivieren. Manch eine Bulldogge und manch ein Mops entdeckte ungeahntes Showtalent und drehte in der Mitte der Bahn eine Pirouette – um dann gemütlich wieder Richtung Start zu traben. Ehrgeizigere Kandidaten überquerten die Ziellinie in rasantem Galopp – und konnten kaum vor der Phalanx der dort im Gras liegenden Fotografen stoppen.

„Hier geht es um den Spaß an der Freude“, meinte eine Hundebesitzerin, die gleich mit drei Möpsen angereist war. Das Schöne an der Rasse seien das gutmütige, menschenbezogene Wesen und die Gelassenheit. Der aktuelle Hype um den Mops ist indes nicht unumstritten – manchen Tierfreunden gilt die Rasse als Qualzucht. Aufgrund der platten Nase und extremen Kopfform seien tatsächlich gesundheitliche Probleme aufgetreten, sagt die Züchterin Susanne Kolbe. Um „diese tolle Rasse zu erhalten“ gingen verantwortungsvolle Züchter längst andere Wege und züchteten „hochbeinigere und schlankere Möpse mit frei liegender Nase“. Diese Tiere seien fit und voll belastbar.

Von den charakterlichen Vorzügen ihrer Hunde schwärmten auch die Bulldoggen-Besitzer. Bully-Dame Roxy aus Wernau etwa geht mit ihrem Frauchen zur „Schmusestunde“ ins Altersheim und lässt sich dort von alten Leuten betüteln: „Die blühen richtig auf, wenn sie Roxy streicheln“, erzählt Nicole Penndorf. Außerdem bringe Roxy die Senioren mit Kunststücken zum Lachen: Das Winken mit der Pfote, Männchen machen und sich flach legen führte die Hündin bereitwillig vor.