Lokales

Chinesische Wildbirne als Stein des Anstoßes

HOLZMADEN Als äußerst pikantes Detail entpuppte sich in der jüngsten Sitzung des Holzmadener Gemeinderats die zumindest namentlich verankerte Herkunft der Chinesischen Wildbirne. Diese Baumart soll dem Grünordnungskonzept zufolge künftig den Straßenraum des Baugebiets Ringstaße zieren. Doch die asiatische Abstammung des bei Botanikern als "Pyrus calleryana" bekannten Gewächses war für Gemeinderat Michael Thiehoff Stein des Anstoßes. Er sprach sich dafür aus, bei der Begrünung ausschließlich einheimische Pflanzen zu verwenden.

Anzeige

Freiraumplaner Jörg Sigmund brach eine Lanze für die Chinesische Wildbirne: Sie sei robust, trage selten Früchte und habe eine schmale Krone Vorzüge, die weder ihre einheimische Verwandte, die Kulturbirne, noch Alternativen wie Vogelkirsche oder Zwetschge bieten könnten. Zudem habe sich die Chinesische Wildbirne seit Jahrzehnten "als Straßenbegleitbaum bewährt". Angesichts ihrer langen Beliebtheit in Deutschland tue er sich zudem schwer, "da noch von einer fernöstlichen Art zu sprechen", so Sigmund.

Nichtsdestotrotz stellte Michael Thiehoff einen Antrag darauf, nur einheimische Pflanzen zu verwenden. Zudem forderte er, die Bäume, die im Baugebiet auf öffentlicher Fläche weichen mussten, durch die gleiche Baumart zu ersetzen. Beide Anträge lehnte der Gemeinderat ab.

bil