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Chorkonzert: "Man singt und swingt in Owen"

Ein ebenso vielfältiges wie kurzweiliges Chorkonzert unter dem Motto "Man singt und swingt in Owen" bot der Liederkranz Owen seinen Gästen in der Teckhalle. Der gemischte Chor, der Jugendchor "chiliChorcarne" und der ehemalige Kinderchor der Sibylle-von-der-Teck-Schule unterhielten die Besucher mit einem regelrechten Feuerwerk bekannter Melodien aus vier Jahrhunderten.

OWEN Unter der Gesamtleitung des Dirigenten Jan Röck lauschte die große Zuhörerschar teils andächtig, teils mitgerissen den überwiegend der Unterhaltungsmusik zugeordneten Liedern der unterschiedlichsten Stilrichtungen.

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Den Auftakt des Liederreigens bildete der "Einmarsch" des Kinderchores, gefolgt vom Jugendchor und dem gemischten Chores, begleitet von einem Jazz-Ensemble mit Sebastian Schuster am Kontrabass und Matthias Kurz am Schlagzeug, beides professionelle Musiker. Am Flügel begleiteten abwechselnd oder auch vierhändig Jan Röck und Tobias Schmid, der für die Leitung des Jugendchores verantwortlich ist.

Sehr feierlich klang es, als die drei Chöre zusammen "Das Lied an die Freude" anstimmten. Nach einem überwältigenden Eingangsapplaus, begrüßte die Vorsitzende Beate Weber das Publikum und unterstrich mit den Sätzen: "Wo man singt, da lass dich ruhig nieder" und "Singen ist das Atmen der Seele" die Bedeutung der Chormusik und animierte die Zuhörer, diese Erfahrung doch selbst einmal bei einer Chorprobe zu machen. Durch das weitere Programm führte die Moderatorin Mareike Tiede. Schwungvoll ging es weiter mit dem Stück "Ja das ist unser Leben", einem Marschlied von Johann Schrammel. Nachdem der Kinderchor die Bühne verlassen hatte, sang der Jugendchor gemeinsam mit dem Liederkranz das ruhige und tiefsinnige Stück "Send in the clowns" von Stephen Sondheim. Danach folgte das bekannte, sehr rhythmische Negro-Spiritual "Amen".

Nach einem kurzen Bossanova, gespielt vom Jazz-Trio, ging es weiter mit den Sängerinnen und Sängern des "chiliChorcarne" und dem ruhigeren Spiritual "Deep River", einem sehr anspruchsvollen Chorstück mit großen Tonintervallen, die jedoch vom Chor bravourös gemeistert wurden. Beschwingt ging es weiter mit dem Stück "Aint misbehavin" von Dave Brubeck. Als zunächst scheinbar krassen Gegensatz sang der Jugendchor nun "Herzilein" als eine anspruchsvolle A-cappella-Parodie auf das bekannte Stück der Wildecker Herzbuben.

Mit dem Liebeslied "Irgendwas an Ihr" versuchten die Männerstimmen des Jugendchors den Herzensdingen auf den Grund zu gehen. Tobias Schmid sang hierbei mit seiner wunderbaren Tenorstimme das Solo, was vom Publikum mit tosendem Applaus honoriert wurde. Nach einer kurzen Swing-Einlage des Trios kam nun wieder der Kinderchor unter der Leitung von Monika Brändle auf die Bühne. Monika Brändle verstand es sichtlich, nicht nur die Kinder, sondern auch die Zuschauer zu begeistern und zu motivieren. Neben zwei englisch gesungenen Bewegungsliedern sangen die Kinder das Stück "Der Herbst ist da" und den fetzigen "Dracula-Rock". Souverän sang Katharina als Solistin über das Befinden der Hexe Wackelzahn, was die Zuschauer mit großem Applaus belohnten. Die Freude der Kinder beim Singen und den Darbietungen war regelrecht zu spüren. Beim letzten Lied "The lion sleeps tonight" erschien der Jugendchor überraschend wieder auf der Bühne und gemeinsam mit den Kindern wurde das Stück unter lautem Lachen und Applaudieren des Publikums zu "Mei Bemberle duat weh" umparodiert.

Die zweite Hälfte des Konzertes eröffneten die Jazzmusiker sowie Jan Röck und Tobias Schmid am Flügel mit dem Stück "In der Halle des Bergkönigs". Danach sang der gemischte Chor unter der Leitung von Jan Röck die populären Variationen der "launigen Forelle" von Franz Schubert. Nach einem Arrangement von Franz Schöggl folgten dem eigentlichen Hauptthema verschiedene Abwandlungen bekannter Kompositionen wie "Eine kleine Nachtforelle", "Der Freifisch", "Forelle nach Wiener Art", "Forella Italiana" und "Fischfang mit Lis(z)t". Unter dem Motto "Es war einmal" sang der Chor ein Potpourri bekannter UFA-Filmmelodien aus den 50ern, angefangen von "Ein Freund, ein guter Freund" bis hin zu "Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder."

Als Überraschung und absoluten Höhepunkt des Abends folgte der Auftritt von Manuela Röck, der Schwester des Dirigenten. Sie sang unter Begleitung des Ensembles aus dem Musical "Les Miserables" das Stück "Ich hab geträumt" und anschließend aus dem Musical Elisabeth "Ich gehör nur mir". Die äußerst vielseitig talentierte, hauptberufliche Musical-Sängerin mit klassischer Gesangsausbildung machte dabei ihrem Namen alle Ehre und bestach das Publikum nicht nur durch ihre brillante Stimme, sondern auch durch ihren Charme und die Ausstrahlung. Als nächstes folgte von Johannes Brahms "Sommerwinde wehen". Der Chor wurde hierbei durch den wunderbaren Diskant von Manuela Röck begleitet. Danach erklangen die melancholisch-wehmütig anmutenden Stücke "Nun leb wohl du kleine Gasse" von Friedrich Silcher und "Im Abendrot" von Franz Schubert.

Beim großen Finale mit allen Chören ging es nochmals richtig lebhaft und fröhlich zur Sache mit dem Marsch "So viel Schwung" von Jara Benés. Nach einem tosenden Applaus und dem Schlusswort der Vorsitzenden Beate Weber bildete der eigentliche Abschluss des Liederabends aber nach vielen Zugabe-Rufen das Nachtlied "Ade zu guten Nacht" und Brahms Wiegenlied "Guten Abend, gut Nacht". Zum geselligen Ausklang des gelungenen Chorkonzertes ließen die Gäste den Abend bei einem Ständerling ausklingen. Als ganz besonderes Schmankerl gaben die Männerstimmen des Jugendchores zu später Stunde einige anspruchsvolle und hervorragend gesungene A-cappella-Stücke zum Besten.

jc