Lokales

Christine Wolf imDress von Australien

ASSEN Christine Wolf (26) mal wieder auf großer Tour: Derzeit nimmt die in Kirchheim/Teck gebürtige und 2005 von Gutenberg in die australische Metropole Canberra ausgewanderte 26-Jährige an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Behinderten im holländischen Assen teil. In der Stadt, wo sonst die Motoren dröhnen, schlägt die Beinamputierte eher leise Töne an: Ob sie in ihrer Paradedisziplin 100-Meter-Sprint (persönliche Bestzeit 17,91 Sekunden) Medaillenchancen haben wird, weiß sie selber nicht. Wolf sucht noch nach ihrer Bestform. Auch im Weitsprung, ihrer zweiten WM-Disziplin. "Nach langer Pause habe ich erst im Juni wieder mit einem speziellen Weitsprung-Training angefangen", sagt sie.

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Inzwischen startet die gelernte Goldschmiedin nach einem Zerwürfnis mit dem Deutschen Behinderten-Sportverband (DBS) anstatt in Schwarz-Rot-Gold im blau-rot-weißen Trikot. Nach dem Erwerb der australischen Staatsbürgerschaft hatte die Silbermedaillengewinnerin bei den Paralympics in Athen und fünffache deutsche Meisterin im Mai ihre Premiere im neuen Nationalteam: Bei der "Paralympic" Challenge in Duderstadt wurde Wolf mit einer Zeit von 18,14 Sekunden gute Dritte. Das Besondere: Christine Wolf bildete in Duderstadt ein One-woman-Team, (australische) Landsfrauen und -männer gab's nämlich keine.

Bei der WM in Holland ist das anders. Die Australier sind mit einer starken Mannschaft vor Ort.

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