Lokales

Christlich-muslimische Begegnung

Christlich-muslimische Begegnungen in den Schulen seien notwendig und gleichzeitig selbstverständlich, betonte Ali Gülbahar aus Esslingen bei einem Treffen evangelischer Religionslehrer, zu dem Schuldekan Christian Buchholz eingeladen hatte.

KIRCHHEIM Schuldekan Christian Buchholz wies darauf hin, dass in manchen Schulen der Anteil muslimischer Kinder bereits so hoch sei wie der von christlichen Kindern und dass für sie immer noch kein Religionsunterricht möglich wäre. Die großen Kirchen und viele Eltern forderten seit Jahren einen derartigen Unterricht, um die betreffenden Schüler in ihrer religiösen Entwicklung nicht allein zu lassen und sie nicht anderen Kräften auszusetzen. Auch gebe es vereinzelt beachtliche Kontakte von Kirchengemeinden zu Muslimen und muslimischen Gebetshäusern.

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Schuldekan Buchholz erinnerte schließlich an Gemeinsamkeiten zwischen Bibel und Koran, die viel zu wenig beachtet würden. Ali Gülbahar, der seit Jahren Verbindungslehrer für den muttersprachlichen türkischen Unterricht im Schulamtsbereich des Landkreises Esslingen ist, informierte über diese bisher einzige Form einer entsprechenden Betreuung und Begleitung türkischer Kinder, mit der sie in ihre Kultur und Sprache eingeführt werden.

Darüber hinaus seien die aktuellen Begegnungen zwischen den muttersprachlichen Lehrern und den christlichen Religionslehrern sowie zwischen den Schülern im Religionsunterricht mehr als geboten: Im normalen Unterricht sind die Kinder auch beieinander und lernen, ihre gemeinsame Zukunft zu begreifen.

Verbindungslehrer Ali Gülbahar informierte sehr detailliert über die verschiedenen, zum Teil auch sehr gegensätzlichen Gruppen der türkisch-stämmigen Mitbürger und setzte sich dafür ein, die demokratischen und liberalen Kräfte auch im religiösen Bereich zu unterstützen. Nur so sei eine friedliche und auf den Grundlagen der humanistischen Bildung beruhende Entwicklung in Schule und Gesellschaft möglich, zeigte sich Ali Gülbahar abschließend überzeugt.

pm