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Dach der Eishalle Wernau ist sicher

Das Wirtschaftsministerium hatte nach der Tragödie von Bad Reichenhall vor einem Jahr verlangt, dass die Statik aller Eishallen überprüft werden muss. Für Wernau ordnete das Regierungspräsidium nachträgliche Untersuchungen der Dachkonstruktion an. Am Dienstag erhielt die Inhaberin Heike Mack das Ergebnis: "Alles in Ordnung".

REGINA SCHULTZE

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WERNAU Der Sicherheitszustand des 1979 eröffneten Wernauer Eisstadions ist gut, besagt das Gutachten. Der momentane Schneefall sei selbstredend kein Problem: "Es gab schon schlimmere Winter, wo ein Vierteljahr der Schnee auf dem Dach lag. Das ist nichts Neues", sagt Heike Mack, Inhaberin und Geschäftsführerin der Eisstadion Wernau GmbH & Co. KG. Dem Stuttgarter Regierungspräsidium fehlten bei dem Gutachten, das im Oktober vorlag, entscheidende Angaben. Dabei geht es um den Leim der Dachkonstruktion. "Das ist eine der wichtigsten Fragen", sagt Klaus Wenz, Leiter des zuständigen Baurechtsamts der Stadt Wernau.

Am 2. Januar 2006 zerbarst das Dach der Eissporthalle in Bad Reichenhall mit einem enormen Knall. 15 Menschen starben bei dem Unglück, darunter 12 Kinder, weitere 34 Menschen wurden verletzt. Nicht allein die Schneemassen auf dem Dach waren die Ursache, dass das Dach zusammenfiel, stellte die Staatsanwaltschaft nach langen Untersuchungen fest, sondern auch massive Mängel bei Planung und Bau der Halle. Eine der wesentlichen Ursachen war aber der in den tragenden Bauteilen verwendete Holzklebstoff. Dieser taugte nicht für das feuchte Klima der Halle, sondern war nur für eine trockene Umgebung gedacht.

Auch das Wernauer Eisstadion hat eine hölzerne Dachkonstruktion. Zwar durfte die Halle Mitte Oktober öffnen. Vor Weihnachten aber wurden den Holzbalken die angeordneten Probebohrungen entnommen. Das schriftliche Ergebnis liegt dem Baurechtsamt noch nicht vor, aber mündlich erhielt Wenz schon die beruhigende Nachricht: "Es ist ein Leim, der unbedenklich ist." Brief und Siegel für diese Aussage stammen von der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart.

Kein Problem also in Wernau. Als einsturzgefährdet gelten allerdings die Hallen in Göppingen und Aalen, sagt Heike Mack. Diese Gebäude seien etwa 30 Jahre alt. "Die haben diese Saison gar nicht eröffnet", weiß sie über die Konkurrenz. Von deren Unglück profitiert sie. Da die Stuttgarter TuS-Halle altershalber schon länger geschlossen ist, seien die nächsten Eislaufmöglichkeiten in Esslingen, Adelberg und Reutlingen. Nach Wernau weichen momentan Hobby-Eishockey-Teams aus Göppingen und Aalen aus, wobei die Göppinger ein bis zwei Mal die Woche anreisen, die Aalener nur unregelmäßig kommen können: "Für sie hatte ich keine Termine mehr frei", sagt Mack.

Obwohl die Besuchermassen bei den bislang frühlingshaften Temperaturen ausgeblieben sind, haben schon manche Schulen mangels Schnee ihre Wintersporttage in der Eishalle verbracht. Alles in allem habe sie in Wernau konstante Besucherzahlen, sagt Mack. Obwohl nun sicher manche in winterliche Stimmung kommen und die Eislaufstiefel aus dem Schrank holen.