Lokales

Dank an die Stadt

Fußball-Verbandsligist VfL Kirchheim setzte am Freitagabend seinen Höhenflug in der Verbandsliga dank des 2:0-Sieges über die TSF Ditzingen fort, obwohl die Vorzeichen nicht die besten waren zwei wichtige Stützen des Kirchheimer Teams mussten fast passen.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Um 12 Uhr mittags noch im Harz, abends nach dem Duell gegen die TSF Ditzingen freudestrahlend auf dem Rasen des Kirchheimer Stadions: VfL-Kapitän Mario Grimm schüttelte sich beim 2:0 über die TSF die knapp fünfstündige, stressige Autofahrt von einer dienstlichen Tagung zurück unter die Teck aus den Beinen, als ob es das Selbstverständlichste der Welt wäre. Nicht nur das der Spielführer avancierte am Freitagabend zum überragenden Akteur in einer überdurchschnittlich agierenden VfL-Mannschaft. Trainer Michael Rentschler: "Was Mario heute geleistet hat, ist einfach bemerkenswert. Ihm gebührt großer Dank."

Und bei einem weiteren Kirchheimer Spieler war der Einsatz im Vorfeld mit Fragezeichen versehen. Mittelfeldrenner Emrah Polat hatte sich die ganze Woche mit einer Erkältung herumgeschlagen, fühlte sich alles andere als fit. Erst rund zwei Stunden vor dem Spiel kam nach einem Belastungstest sein Okay für den Einsatz. Nach dem Schlusspfiff eilte der 23-Jährige mit schnellen Schritten in die Kabine unter die heiße Dusche. "Emrah hat tollen Teamgeist gezeigt", lobte sein Coach.

Wohin trägt dieser Teamgeist den VfL in dieser Saison? Eine Frage, die sich immer mehr VfL-Anhänger dieser Tage stellen. Am Freitagabend haben die Kirchheimer jedenfalls einen weiteren gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Auch, weil die SpVgg Au im innerstädtischen Derby beim FV Illertissen nicht über ein 1:1 hinauskam. Dramatisch: Das Gegentor kassierte die Sportvereinigung Sekunden vor dem Schlusspfiff.

So geht der VfL mit einem Acht- statt Sechs-Punkte-Polster in das Spitzenspiel am kommenden Samstag auch dank des immer mehr zum ersehnten "Knipser" avancierenden Antonio Tunjic: Der 22-Jährige erzielte gegen Ditzingen seine Saisontreffer fünf und sechs.

Was am Freitag erneut auffiel: Die Kirchheimer Kicker sind physisch wie mental auf einem hohen Level. "Wir wissen, dass immer was geht", nennt Mittelfeldspieler Coskun Isci etwas flapsig die Gründe für den Kirchheimer Höhenflug. Nicht die schlechsteste Basis für den kommenden Saisonendspurt. "Es ist eine Freude zuzuschauen", wie VfL-Fußballabteilungsleiter Dr. Jörg Mosolf findet.

Und auch das gab es am Freitagabend an der Jesinger Allee versöhnliche Worte. "Ich habe die Platzverhältnisse und Trainingsbedingungen in Kirchheim schon des Öfteren kritisiert", merkte Michael Rentschler in der Pressekonferenz an, "dieses Mal möchte ich aber einen Dank an die Verantwortlichen der Stadt Kirchheim aussprechen. Es wurde viel in Bewegung gesetzt, damit wir vernünftige Platzverhältnisse bei diesem Spiel vorgefunden haben." Für den Erfolg des VfL scheinen unter der Teck jetzt tatsächlich alle an einem Strang zu ziehen.