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"Das Angebot der Firma ist mehr als fair"

"Das Angebot der Firma ist mehr als fair", unterstreicht Joachim Kienzle. Der Geschäftsführer der Bezirksgruppe Neckar-Fils von Südwestmetall hat keinerlei Verständnis für den laufenden Hungerstreik, mit dem Teile der Belegschaft und Betriebsratsmitglieder der MT Picture Display Germany GmbH ehemals Panasonic ihre Forderungen durchsetzen wollen.

CHRISTIAN DÖRMANN

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ESSLINGEN Laut Betriebsratsvorsitzendem Murat Bozkurt befinden sich mittlerweile 18 Mitarbeiter im Hungerstreik, der mindestens bis zur nächsten Verhandlung mit der Arbeitgeberseite am 15. Juni dauern soll. Ein Mann habe sich auf Grund eines Schwächeanfalls verletzt, wolle den Hungerstreik jedoch fortsetzen. Zum Stand der Verhandlungen über einen Sozialplan für die 500 von der Schließung des Esslinger Bildröhrenwerks Betroffenen wollte sich Geschäftsführer Eberhard Büttner während einer Pressekonferenz nicht äußern, um die laufenden Verhandlungen in der Einigungsstelle nicht zu gefährden. Dass die Mitarbeiter lediglich zwischen 15 000 und 18 000 Euro Abfindung erhalten sollen, wie dies aus den Reihen der Belegschaft geäußert worden ist, weist Büttner allerdings zurück. "Diese Beträge sind schlichtweg falsch, sie liegen im Durchschnitt um 40 bis 50 Prozent höher."

Dabei erinnert der Geschäftsführer an die Situation vor einem Jahr, als schon einmal 300 Mitarbeiter betriebsbedingt entlassen werden mussten. Der damals mit dem Betriebsrat vereinbarte Sozialplan dient nun als Grundlage für die aktuellen Verhandlungen, was von der Belegschaftsvertretung abgelehnt wird. Dabei sei der Betriebsrat vor einem Jahr mit dem heutigen nahezu identisch, sagt Ewald Dürr, Personalchef des Bildröhrenwerks. Die Geschäftsleitung will erreichen, dass die jetzt von der Schließung betroffenen Mitarbeiter genau so behandelt werden, wie ihre Kollegen ein Jahr zuvor.

Eine zwischen MT Picture Display Germany, Südwestmetall und IG Metall ausgehandelte Transfergesellschaft hat ebenfalls keine Mehrheit in der Belegschaft gefunden. Dennoch bietet das Unternehmen diese von der Agentur für Arbeit unterstützte Möglichkeit zum 1. Juli über die Refugio Transfergesellschaft in Plochingen an. Jeder Mitarbeiter, der freiwillig bis zum 19. Juni einen Vertrag mit der Gesellschaft unterschreibt, erhält eine Abfindung, eine Prämie in Höhe von 1750 Euro bei Eintritt, zudem gibt es für Qualifizierungsmaßnahmen pro Person 2000 Euro. 80 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens werden für die Verweildauer in der Transfergesellschaft weiter bezahlt. Für jeden Monat, den der Arbeitnehmer die Gesellschaft vorzeitig verlässt, etwa weil er eine andere Beschäftigung gefunden hat, gibt es noch einmal 1000 Euro.

Nach den Erfahrungen von Joachim Kienzle nehmen in vergleichbaren Fällen zwischen 90 und 100 Prozent der Mitarbeiter eine solche Gelegenheit wahr. Und Ewald Dürr geht davon aus, dass die meisten der etwa 100 Facharbeiter und der 120 bis 130 Angestellten in die Transfergesellschaft wechseln werden.

Völlig offen sei indes, wie viele Produktionsmitarbeiter von dem Angebot Gebrauch machen würden. Allerdings sieht Kienzle auch für diese Personen eine Vermittlungschance auf dem Arbeitsmarkt, sofern sie sich zusätzliche Qualifikationen aneignen: "Denn Produktionsmitarbeiter sind an Schichtarbeit gewöhnt, das ist ihr Vorteil."

Refugio-Geschäftsführerin Manuela Eschenbächer, deren Transfergesellschaft mit der Agentur für Arbeit kooperiert und auch Schulungen durch externe Spezialisten wie der GARP in Plochingen anbietet, sieht eine vorrangige Aufgabe darin, die Mitarbeiter für eine Bewerbung fit zu machen. In Einzelgesprächen, die ab dem 22. Juni angeboten werden, geht es um Chancen am Arbeitsmarkt und um Qualifizierungsmöglichkeiten bis hin zu der Frage, ob sich für den Betreffenden ein anderer Berufsweg anbietet. Ziel ist, die Menschen möglichst schnell wieder in ein Arbeitsverhältnis zu vermitteln. Qualifizierung ist auch für Kienzle ein entscheidender Punkt, doch in dieser Hinsicht käme vom Betriebsrat gar nichts. "Deutschkurs statt Mahnwache", lautet die Anregung des Südwestmetall-Geschäftsführers.