Lokales

"Das Ding wird schwierig"

Was nach einem Erfolg versprechenden Schachzug aussah, könnte an der Blockade der Region scheitern: Die Pläne von Weilheimer Verwaltung und Gemeinderat, das ehemalige Wiesenhof-Gelände auf dem Egelsberg in ein Wohngebiet umzuwandeln und das Areal um städtische Grundstücke zu erweitern, droht durch den Regionalplan vereitelt zu werden.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Als "Überraschung und Enttäuschung" bezeichnete Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer in jüngster Gemeinderatssitzung das Ergebnis eines Behördentermins im Bürgerhaus Mitte Juni. An dem Gespräch hatten unter anderem Vertreter von Landkreis, Verband Region Stuttgart und der Landsiedlung Baden-Württemberg als Erwerber teilgenommen. Mit Kopfschütteln wurde nun im Ratsrund zur Kenntnis genommen: Bei dem an die Industriebrache angrenzenden Gelände handelt es sich laut Regionalplan um einen "schutzbedürftigen Bereich für Erholung und Landwirtschaft." Mit seiner Verärgerung hielt der Schultes nicht hinterm Berg: "Dort steht kein einziger Baum, und es sind die schlechtesten Böden von ganz Weilheim." Zudem habe die Stadt eine doppelt so große Ausgleichsfläche am Galgenrain angeboten.

Nach dem Abzug der Geflügelschlachterei Ende vergangenen Jahres hatten Rat und Verwaltung die Chance gewittert, den jahrzehntelang schwelenden Nachbarschaftskonflikt zwischen Wohnbebauung und angrenzendem Gewerbegebiet zu beenden. Verfolgt wurde eine Umwandlung der Industriebrache in ein Wohngebiet. Um aus dem Projekt ein wirtschaftliches Unterfangen zu machen, hatte der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung in der Juni-Sitzung dafür plädiert, das mit 180 bis 200 Wohnungen zu bebauende Quartier nach Westen auszudehnen. Doch genau daran stößt sich die Region offenbar. "Letztlich geht es nur um 0,3 bis 0,4 Hektar", meinte Bauer.

Nun soll die Landsiedlung nach dem Willen der Stadt erneut rechnen. Etwa, ob sich der notwendige Lärmschutzwall auch auf der Umfahrung des Wiesenhof-Areals realisieren ließe. Ziel der Stadt ist, einen Kompromiss zu erlangen. Der Bürgermeister setzt weiter auf Überzeugungsarbeit, beschönigte das grundsätzliche Problem allerdings nicht: "Das Ding wird schwierig."

Selbst wenn die Region einlenkt: Das gesamte Projekt würde sich um ein Vierteljahr verzögern und eine deutlich geringere Rendite einbringen als geplant. Dazu kommt, dass die Firma Wiesenhof einen Vertrag abschließen oder zumindest eine klare Aussage haben will.

Mit "völligem Unverständnis" reagierte im Rund unter anderem Hepsisaus Ortsvorsteher Hartmut Hummel auf die Einwände der Region. "Ich glaube nicht, dass die Kritiker jemals vor Ort waren. Da sollte die Vernunft greifen und nicht die Paragrafen."