Lokales

Das eigene Leben für einen Menschen in Not riskiert

"Sie haben zum Wohl der Bevölkerung ihre Freizeit für den Dienst in der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Bei der Gasexplosion in der Siemensstraße konnte ich unmittelbar erfahren, dass Sie selbst Ihr Leben für einen Menschen in Not riskiert haben", sagte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker bei der Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Kirchheim.

ANDREAS SCHWARZ

Anzeige

KIRCHHEIM Sie bezog sich dabei auf den Einsatz in der Siemensstraße, wo im Sommer vergangenen Jahres durch Gasaustritt ein Gebäude eingestürzt war, wobei die Feuerwehr eine verschüttete Person retten konnte. Dieser Einsatz stellte eine große Herausforderung für die Kirchheimer Feuerwehr dar.

Abteilungskommandant Michael Grininger skizzierte in seinem Jahresbericht, dass die Einsatzkräfte noch während des weiteren Ausströmens von Gas unter erheblicher Eigengefährdung die verschüttete Person retteten. Allein an diesem Tag waren die 89 Frauen und Männer der Kirchheimer Feuerwehr über elf Stunden im Einsatz. Sowohl Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, als auch Abteilungskommandant Michael Grininger würdigten in diesem Zusammenhang die vielen Arbeitgeber, die Feuerwehrangehörige während der Arbeitszeit für Einsätze freistellen und somit zu einem funktionierenden Brandschutz- und Sicherheitssystem in der Stadt maßgeblich beitrügen.

Dass auch Stadtverwaltung und Gemeinderat in eine leistungsfähige Feuerwehr investierten, bekräftigte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker. Exemplarisch führte sie die Ersatzbeschaffung eines neuen Lastwagens für Logistikzwecke an. Dieses Fahrzeug könne voraussichtlich im Mai an die Feuerwehr ausgeliefert werden. Ferner seien im Haushalt der Stadt Mittel für den Kauf eines Einsatzleitwagens vorgesehen. Dieses Fahrzeug solle dann, wie Stadtbrandmeister Roland Schultheiß ausführte, durch die neu gegründete Führungsgruppe aus Einsatzkräften der gesamten Feuerwehr besetzt werden.

Ein eher ruhiges JahrDetailliert stellte Abteilungskommandant Michael Grininger die Einsatz- und Personalstatistik für das Jahr 2006 vor. Neben dem Großeinsatz in der Siemensstraße war unter anderem auch ein Mittelbrand in der Brandstraße zu bewältigen. Durch das rasche und beherzte Eingreifen der Feuerwehr konnte eine Person gerettet sowie ein Übergreifen der Flammen auf den Dachstuhl verhindert werden. Bei Verkehrsunfällen befreite die Feuerwehr in Kooperation mit dem Rettungsdienst insgesamt 31 Verletzte nach Unfällen aus ihren Fahrzeugen. Mit 135 Einsätzen der technischen Hilfeleistung und 95 Feueralarmen verlief das Jahr 2006 für die Feuerwehr eher ruhig.

Nachwuchs aus den eigenen Reihen erhält die Feuerwehrabteilung durch ihre Jugendfeuerwehr. So wechselten im Jahr 2006 sechs Angehörige der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Stefan Scherrer, Leiter der Jugendfeuerwehr, freute sich über die Anerkennung der Oberbürgermeisterin, die die Arbeit der Jugendfeuerwehr lobte.

Wilhelm Kurz und Frank Eberle stellten die umfangreichen Aktivitäten der Altersfeuerwehr und des Spielmannszuges vor. Dem Kassier Michael Adler bescheinigten die Kassenprüfer Kerstin Schmid und Frank Schweizer eine vorbildliche Kassenführung, was sich in der einstimmigen Entlastung und einem Lob für dessen Arbeit niederschlug.

Für ihre Leistungen in der Freiwilligen Feuerwehr beförderte Abteilungskommandant Michael Grininger Sabrina Schultheiß zur Oberfeuerwehrfrau, Thomas Beutel und Stefan Scherrer zu Oberfeuerwehrmännern und Uwe Allgaier zum Oberlöschmeister. Oliver Sohn, der mit einer Gruppe der Kirchheimer und Ötlinger Feuerwehr das Leistungsabzeichen durchführte, wurde für seine Verdienste gelobt. Trotz einer Zunahme des Personals freut sich die Kirchheimer Feuerwehr weiterhin über neue Mitglieder.

Informationen über die Kirchheimer Feuerwehr können auch im Internet auf der Homepage www.feuerwehr-kirchheim.de abgerufen werden.