Lokales

Das Ende der Träume

Nach hitzigen Grundsatzdiskussionen, handfesten Kontroversen um Gutachterhonorare, nach Hearings und einer nach Böblingen führenden Besichtigungsfahrt fanden die Mitglieder des Gemeinderats doch noch zum Konsens. Was mutig diskutiert und hoffnungsvoll

WOLF-DIETER TRUPPAT herbeigeträumt wurde, ist nach Aussage einschlägiger Verkehrsexperten tatsächlich machbar und birgt viele Chancen im Blick auf eine Attraktivierung der Einkaufsstadt Kirchheim in sich. Der massive Makel, der dem nun über Wochen mutig anvisierten großen Wurf Einbahnsystem Alleenring anhaftet ist, dass hochfliegenden Wünschen die grausame Realität leerer Kassen gegenübersteht.

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250 000 Euro, die ein Probelauf und 3,96 Millionen, die ein Gesamtausbau verschlingen würde, der praktisch unausweichlich wäre, sobald die erfolgversprechende Probe aufs Exempel gewagt wird, war allen ein zu hoher Preis. Da mit dem ebenfalls fieberhaft herbeigesehnten S-Bahn-Betrieb bekanntlich alles besser wird, ist nun ins Auge gefasst, zu diesem nicht mehr allzu fernen Zeitpunkt auch dem Projekt Einbahnverkehr am Alleenring wieder näher zu treten.

Ob bis dahin die Zeit alle Wunden geheilt und vor allem auch genügend Geld in die Stadtkasse gespült haben wird, kann wohl begründet bezweifelt werden. Auch mit Fördermitteln mitfinanzierte Ampeln können dann wohl nicht einfach abgebaut werden, ohne entsprechende Beträge zurückzahlen zu müssen. Das ist in der Summe von fast 4 Millionen Euro genauso wenig mit eingerechnet, wie die bei einer solchen Maßnahme fast zwingend mit zu schulternden Sanierungsarbeiten im Untergrund.

Ein weiterer Konflikt schlummert hinter dem schönen Traum eines Einbahnverkehrs auf dem Alleenring. Die Experten machten schließlich deutlich, dass die von ihnen vorausgesagte weitere Zunahme des Verkehrs etwa in der Paradiesstraße und das könnte bei kampferprobten Gegnern zweifellos auf offene Ohren stoßen sich mit einer Nordwesttangente signifikant reduzieren lasse . . .