Lokales

Das Gesparte fließt in den Kanal

Der Kreisverkehr am Schlierbacher Ortsausgang Richtung Hattenhofen geht in die Realisierung. Nachdem die Angebote nun geprüft sind, beschloss der Schlierbacher Gemeinderat, die Tiefbauarbeiten dafür zu vergeben. Spielt das Wetter mit, können ab Mitte März die Bagger rollen, so Bürgermeister Paul Schmid. Auch das Kanalsystem war wieder ein Thema.

VOLKMAR SCHREIER

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SCHLIERBACH "Wir hatten eine große Resonanz auf die Ausschreibung", stellte Schmid fest. Insgesamt hätten zehn Unternehmen, die meisten davon aus der Region, Angebote eingereicht. Mit ihrem Angebot, den Kreisverkehr für 198 000 Euro zu realisieren, konnte die Kirchheimer Firma Waggershauser die Mitkonkurrenten klar auf die Plätze verweisen.

Nach der Angebotsprüfung hat die Firma nochmals nachgelegt und der Gemeinde Schlierbach ein Pauschalangebot unterbreitet, welches sich auf 191 000 Euro beläuft. Dazu meinte Planer Stoll vom Ingenieurbüro Schädel: "Wir werden die Massen der Einbauten genau prüfen, damit auch das verbaut wird was bezahlt wird." Für etliche Ratsmitglieder herrschte aber nochmaliger Nachfragebedarf. Generell ausschließen möchte Planer Stoll das Eintreten von Nachforderungen nicht. Er sieht dieses Risiko nur dann, wenn Planung und Ausschreibung nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten auf der Baustelle übereinstimmen sollten oder unvorhergesehene Probleme aufträten. "Ein Pauschalangebot ist in erster Linie ein Unternehmensrisiko", stellte er klar. Kurt Moll (CDU) brachte es auf den Punkt: "Das Risiko bei dem Pauschalangebot ist für die Gemeinde nicht größer als bei einem normalen Angebot." Die Gemeinde sollte den Differenzbetrag daher besser einfach mitnehmen.

Eng mit dem Thema Kreisverkehr verknüpft ist auch die Fortführung der Sanierung des Schlierbacher Kanalsystems. So muss nun auch ein Teilstück des Kanals in der Auchtertstraße direkt am Kreisverkehr ausgewechselt werden. Sinnvoll erschien es den Ratsmitgliedern, diese Arbeiten gleich zusammen mit dem Bau des Kreisverkehrs abzuwickeln. Problematisch wird der Austausch des Kanals dadurch, dass er in diesem Bereich zwischen einer Wasserleitung und einer Gasleitung liegt. Deshalb soll der neue Kanal mit größerem Durchmesser etwas von der Gasleitung weg verlegt werden. "Der Bau wird wegen der Gasleitung kompliziert, und auch mit Fels im Untergrund müssen wir hier rechnen", erklärte Planer Stoll dazu.

Die Auswechslung des Kanals wird nochmals mit 35 000 Euro zu Buche schlagen. Auch weitere Teilstücke des Kanalsystems in der Auchtertstraße, Robert-Bosch-Straße und eventuell in der Eichbrunnenstraße werden in diesem Jahr saniert. Welche Teilstücke dies genau sein werden, wird durch Fachingenieur Rolf Vogelsang nochmals mittels einer Kamerabefahrung der Kanalabschnitte geklärt, denn es könnte durchaus sein, dass sich bei einigen Abschnitten in der Auchtertstraße eine Sanierung gar nicht mehr lohnt, sondern der Kanal ganz ausgetauscht werden muss.

Gemeinderat Moll sieht die Sache mit Galgenhumor: "Was wir durch eine günstige Ausschreibung sparen, fließt direkt wieder in den Kanal."