Lokales

„Das gibt mir mehr, als Geld es tun kann“

Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen des Arbeitskreises Leben (AKL) im Bohnauhaus

Job weg, Schulden, Ausweglosigkeit – in dieser Situation hilft der Arbeitskreis Leben Nürtingen-Kirchheim (AKL), und dies bereits seit einem Vierteljahrhundert. Gefeiert wurde dieses runde Jubiläum am Samstagabend im kleinen Kreis im Bohnauhaus.

ALEXANDER KAPPEN

Kirchheim. „Jeden von uns kann es treffen – man weiß nicht mehr weiter“, sagte Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker am Samstagabend im Bohnauhaus. Der Arbeitskreis Leben Nürtingen-Kirchheim feierte das 25-jährige Jubiläum seines Bestehens mit 50 geladenen Gästen. Nachdem vor einigen Wochen bereits die öffentliche Feier in Nürtingen veranstaltet wurde, trafen sich nun aktuelle und ehemalige Mitarbeiter sowie Vertreter der Stadt.

Der Arbeitskreis Leben besteht zurzeit aus rund 40 ehrenamtlichen und professionellen Sozialpädagogen, die Menschen in persönlichen Krisensituationen betreuen, unter anderem auch bei Selbsttötungsgefahr. Zudem ist der Arbeitskreis in der Ehe-, Familien- und Lebensplanung aktiv.

Die Kircheimer Oberbürgermeisterin eröffnete den festlichen Abend mit ihrer Begrüßungsrede. Sie lobte das freundschaftliche, mitmenschliche Engagement, das in Zeiten abnehmender sozialer Netzwerke sehr wertvoll sei: „Der AKL ist in Kirchheim etabliert und wichtiger Bestandteil unserer sozialen Landschaft.“

Edmund Feth, Leiter der Sozialen Dienste des Landkreises Esslingen, betonte, dass man auf Vereine und Initiativen wie den Arbeitskreis Leben angewiesen sei: „Normalerweise suchen Menschen in Not- und Lebenskrisen Hilfe bei anonymen Anlaufstellen wie dem Arbeitskreis und nicht bei städtischen Behörden. Sie können diese Menschen viel besser erreichen als wir.“

Nach weiteren festlichen Worten von AKL-Geschäftsführerin Ursula Strunk führten Jugendliche eines Theaterprojekts des Kreisjugendrings Szenen ihres Stücks „Voll die Krise“ auf. Vor allem Gedichte zum Thema Selbstfindung – „Wer bin ich“ – gaben die Nachwuchskünstler zum Besten. Anschließend sorgten vier junge Musiker der Gruppe „Simply Sax“ für festliche Stimmung. Mit beschwingten Musikstücken und ihren Saxofonen sorgten sie bei den 50 geladenen Gästen für gute Laune.

Am kalten und warmen Buffet stärkten sich die Besucher dann für die folgenden Ehrungen. Bei persönlichen Gesprächen ließen die Besucher die gemeinsam erlebten 25 Jahre soziales Engagement Revue passieren. „Menschen wieder ins Leben zurückzuführen, das gibt mir mehr, als Geld es tun kann“, sagte AKL-Geschäftsführerin Ursula Strunk im kleinen Kreis. Sie ist selbst als Krisenbegleiterin im Einsatz und opfert einen Großteil ihrer Freizeit, um anderen zu helfen.

Alle 40 AKL-Mitarbeiter betreuen jeweils nur einen einzigen Menschen, der sich in einer persönlichen Notsituation befindet. Gerade in der heutigen wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeit ist solche Hilfe aktueller denn je. Der Arbeitskreis finanziert sich zu 60 Prozent aus Spenden und zu 40 Prozent aus Unterstützung des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Esslingen und der Städte Kirchheim und Esslingen.

Der Abend im Bohnauhaus klang mit den Ehrungen langjähriger Mitarbeiter aus. Über 50 AKLer, die mindestens zehn Jahre lang aktiv sind oder waren, erhielten als Dankeschön ein kleines Präsent.