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Das gute Gewissenretten und bewahren Zum ...

Das gute Gewissenretten und bewahren

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Zum Artikel "Zausestunde für SPD-Abweichler", im Teckboten vom 28. Febnruar:

Ja, hoppla, in was für einer Demokratie leben wir denn eigentlich? In der besten aller Zeiten auf deutschem Boden heißt es doch. Wir, das Wahlvolk dieser neuen deutschen Nachkriegsdemokratie, wählen doch "unseren" Abgeordneten, damit dieser "unsere" Interessen "nach bestem Wissen und Gewissen" im politischen Urwaldsumpf vertritt so weit die schöne Theorie.

Aber was passiert? Irgendein Leitwolf, ein "Vorbeter" wird irgendwie: wegen seiner größten Gosch, wegen seiner großen Hausmacht oder weil er von irgendwelchen ganz besonders Mächtigen an dieser Stellung gewünscht ist, vielfach durch geheime Einzelbearbeitung der Abgeordneten, Fraktionsvorsitzender, und hat nun die Möglichkeit und offensichtlich auch die Macht, jedes Abstimmungsergebnis "seiner" Abgeordneten zu befehlen. Wie steht es in dem Artikel? "Es dürfe nicht sein, dass sich einige Kollegen ein gutes Gewissen . . . leisten". Ja was, dürfen Abgeordnete kein "gutes Gewissen" haben? Wenn auch, wie dann geschrieben steht, "die Parlamentarier belogen, getäuscht und ausgetrickst worden sind". Ja, wo bleibt das "Gewissen" des einzelnen Parlamentariers? So brauchen wir doch keine vielen hundert Parlamentarier es würden doch absolut die Fraktionsvorsitzenden genügen, die in Hinterzimmern die gewünschten Gesetze auskungeln. Meiner Meinung nach die einzige wirkliche Abhilfe zur Erreichung echter "nur" gewissensabhängiger Entscheidungen: geheime Abstimmungen bei jeder zweiten Fernsehschau kann das Publikum mit seinen kleinen Handsendern "ja" oder "nein" abstimmen warum geht es in den Parlamenten nicht?

Schon die alten Römer scheuten die Beeinflussbarkeit von einzelnen Senatoren und ließen geheim mit ihren weißen und schwarzen Kugeln im geschlossenen Sammelbehälter die Entscheidungen finden. Heute wäre es doch viel einfacher: mit elektronischem Tastendruck. Dann hätte jeder Abgeordnete wenigstens die Möglichkeit, sich sein "gutes Gewissen" zu retten und zu bewahren.

Karl Lehmann

Bulkesweg, Kirchheim

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass

Zum Kommentar "Berechtigte Debatte" von Niko Frank im Teckboten vom 3. März:

Die politische Debatte um einen Mindestlohn hält Niko Frank, angesichts von Löhnen, die in die Arbeitsarmut führen, für berechtigt, ja für überfällig. Ob ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt wird, sollte sich aber nicht daran messen, ob in anderen Industrieländern ein solcher erfolgreich eingeführt worden ist. Zumindest wäre ein Mindestlohn an der Existenz eines Arbeiters / Angestellten, bei Niko Frank des Facharbeiters (zählen nur diese), daran zu messen, ob er damit seinen Lebensunterhalt selbstständig bestreiten kann. Und ob er sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen kann.

Niko Frank sieht die Gefahr, dass ein politisch verordneter Mindestlohn zu hoch ausfallen und damit beschäftigungsmindernd wirken könnte. Gleichwohl schiebt er den Gewerkschaften die Verpflichtung zu, Hungerlöhne zu verhindern. Niko Frank kann sich offenbar nicht vorstellen, dass es zum Sozialstaatsmodell gehören würde, dem Markt mit dem Mindestlohn eine Grenze zu setzen, unter die ein Lohn unerwünscht, unzulässig und sittenwidrig ist. Arbeitgebern, die einen existenzsichernden Lohn nicht zahlen wollen, wäre aufzugeben, zu eben diesem Lohn selbst eine Arbeit zu suchen, und, wenn sie das nicht wollen oder können, dann vom Markt zu verschwinden. Am Ende nimmt Niko Frank die Kurve: Gewerkschaften müssen Hungerlöhne verhindern, diese dann für allgemeinverbindlich erklären, um damit "das Recht des Stärkeren zu unterbinden". So stellt sich klein Niko die Welt vor.

Albert Trettin

Lettenäcker, Jesingen

Krippenplätze müssen

auch finanziert werden

In der Diskussion um die Pläne von Ursula von der Leyen bediente man sich eines Vokabularschatzes, der an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten ist, aber auch viel von der Realität der Sache vermissen lässt. Der Gipfel der Unverschämtheiten sind aber die Pläne der SPD, zur Finanzierung jenen Teil der Bevölkerung mit zur Kasse zu bitten, die unter schlechteren Bedingungen und ohne große Hilfe ihre heutigen und steuerzahlenden Kinder groß gezogen haben. Der Kinderwunsch eines Paares beinhaltet auch die Verantwortung und Geborgenheit im Schoß der Familie, der gerade in den ersten drei Lebensjahren eines Kleinkindes durch keine Gruppe zu ersetzen ist.

Wir haben eine Fülle von Angeboten im bestehenden Mutterschutz Babyjahr, Mutterschaftsurlaub und so weiter. Da frage ich mich allen Ernstes: Für wen möchte Frau von der Leyen mehr Krippenplätze schaffen? Etwa für jenen Teil der Mütter, die gerne mal ohne Anhang shoppen gehen möchten? Mehr Krippenplätze schaffen weder Arbeitsplätze noch fördern sie die Geburtsfreudigkeit in unserem Lande. Kaum ein Chef oder Personalleiter wird in der Fülle der Arbeitssuchenden Mütter mit Kleinkindern vorzugsweise einstellen da in diesen Fällen stets Fehlzeiten zu erwarten sind. Der Hinweis unserer Politiker auf andere Länder müsste auch die humanitäre Seite einzelner Staaten ihrem Volke gegenüber beinhalten, wo Kinder die Zukunft von morgen sind und die Alten die Ehre von gestern.

Frankreich hat in der Phase der deutschen Rentennullrunden seine Renten um 5,6 Prozent erhöht. Positives von anderen Ländern zu übernehmen wäre das Gebot der Stunde, und nicht nur das Vok mit immer mehr Belastungen an den Rand des sozialen Abgrundes zu führen dazu bedarf es keiner Leute wie Kurt Beck, für den der Fasching anscheinend über den Aschermittwoch hinaus geht. Wer den Vorteil eines Krippenplatzes nützt, muss bereit sein, denselben auch zu finanzieren.

Volker Lechner

Kirchheim, Bosslerstraße

. . . denn sie wissennicht, was sie tun . . .

Zum Artikel "Kommunikation mit Betreibern unerlässlich", im Teckboten vom 9. März:

Die evangelischen Kirchengemeinderäte von Dettingen haben diesen Vertrag mit Telekom bereits im Jahr 2000 unterzeichnet. Waren sich diese Herren damals nicht bewusst, was sie taten oder war das Angebot finanziell so lukrativ? Eine Information für die Montage der Mobilfunkantenne im Kirchturm (sehr gut getarnt) fand weder im Evangelischen Gemeindebrief noch im Gemeindeblatt statt, warum nicht? Dies war doch eine Fehlentscheidung, die heute laut Vertrag erst in zwei Jahren geändert werden kann.

Eine sehr hohe Strahlenbelastung trifft hier nicht nur die direkten Nachbarn und sonntäglichen Kirchenbesucher. Sinnigerweise finden sich hier auch täglich Dettinger Kinder ein. Rund um die Kirche gibt es eine Kindergartengruppe, zwei Grundschulen und eine Spielstraße direkt vor dem Kirchturm.

Wie denkt die Schulleitung über diese Problematik? In der Nachbargemeinde Kohlberg wurde eine Mobilfunkantenne neben der Schule demontiert. Den evangelischen Kirchengemeinderäten kann ich nur raten, sich mehr für eine gesunde Zukunft unserer Kinder einzusetzen und hoffen auf den Spruch: Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Doris Bäuchle-Schulz

Kirchstraße, Dettingen

Überschreitungenund der Status Quo

Zum Thema Hahnweide - Schleppkorridor Tiefenbachtal:

Die Behauptung, der Motorschleppflug über der Schneise Tiefenbachteil sei eingehalten ist falsch. Über Brucken und Owen wird ausgeklinkt Diese GPS Daten sind drei bis fünf Kilometer vom Schleppkorridor entfernt. Motorschlepper haben GPS an Bord. Nur richten sich viele nicht danach. Wer kontrolliert die Einhaltung des Schleppkorridors und der GPS Daten eines Fluges?

Das kann man doch nicht übersehen. Fakt ist der Schleppkorridor wird oft nicht eingehalten. Der Grund: Man würde zuviel Höhe bis zur Anschlussthermik Teckberg (Aufwind) verlieren. Daher wird die Route am Ende verlassen und der möglichst direkte Anschluss an die Thermik gesucht. In der Praxis wird häufig die Route nach Osten zum Teckberg verlagert. Da hat man dann besonders am Wochenende lauter Motorenlärm über sich.

Es nutzt nichts, wenn GPS eingebaut ist und es dafür nicht genutzt wird. Eine Auswertung scheint auch nicht zu erfolgen. Daher hat das Thema Einhaltung der Schleppflugkorridore nichts mit Polemik zu tun. Die Einwohner bitte ich, Ihre Sichtungen doch einfach den Bürgermeisterämtern zu melden oder diese fotografisch zu dokumentieren. Nur wenn man sich gegen unrichtige Behauptungen wehrt, kann man diesen entgegnen. Wenn man alles zulässt und toleriert, dann erntet man geduldete Überschreitungen und irgendwann den eingetretenen Status Quo. Und den Aufenthalt im Garten kann man dann vergessen.

Rolf Hirsch

Lenningen

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.