Lokales

Das Haus Sinfonie ist ein Meilenstein

"In Beuren tut sich etwas", stellte Landrat Heinz Eininger bei der Eröffnung des Hauses Sinfonie fest. Die neue Spezialeinrichtung für Menschen mit Demenz öffnete am Sonntag ihre Türen.

BEUREN Zum morgendlichen Festakt wie zum anschließenden Tag der offenen Tür waren an die 1500 Besucher gekommen. Neben Mittagessen und Kaffee und Kuchen konnten sie die neuen Räume besichtigen und an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen.

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Wie der Name des neuen Hauses klingt, so gestaltete sich auch die Überraschung der Angestelltengruppe der neuen Pflegeeinrichtung für die zahlreichen Gäste: musikalisch. Wenngleich sie keine ganze Sinfonie wiedergaben, reichte es immerhin zu einer selbst komponierten Songeinlage mit Pfiff. Dem Leben am Turm, dem Mobilen Dienst, dem Haus Geborgenheit in Neuffen und der Hauswirtschaft widmeten sie einen Vers und sangen von Gefühl und Menschlichkeit. Damit und mit den Klängen des Akkordeonorchesters Böhringen war dem erfreuten Waldemar Löffler, Vorstand der Schwaben Progress AG, ein stimmungsvoller Auftakt zu seiner Begrüßungsrede gegeben.

"Wir haben es bei unserer Arbeit mit einem kostbaren Gut zu tun, dem Gut Mensch", erklärte er feierlich. Er sprach davon, das Haus bis Ende des Jahres voll besetzen zu wollen. Jeden Monat sollten zehn neue Bewohner aufgenommen werden. Das Haus Sinfonie stelle eine hervorragende Ergänzung zu den bereits bestehenden Einrichtungen in Beuren dar.

In Beuren seien mittlerweile mehr Bauaktivitäten festzustellen als auf dem Potsdamer Platz, frohlockte Bürgermeister Erich Hartmann im Anschluss. Nach der Tunneleinweihung sei in Beuren mit der Eröffnung des Hauses Sinfonie ein weiterer Meilenstein gesetzt worden. "Das hat einen sehr hohen Stellenwert", denn unsere Gesellschaft altert und verändert sich rasant. "Wir haben jetzt ein hervorragendes Pflegeangebot." Des Weiteren hieß er vorausblickend den neuen Plan der Schwaben Progress AG willkommen, mit einem Pflegehotel dieses Angebot noch weiter auszubauen.

"Ich fang mal mit dem Lob an", begann Landrat Eininger sein Grußwort, obgleich er keine Kritik zu äußern wusste. Im Gegenteil, er erklärte: "Beuren wird als Kurort, als liebens- und lebenswerte Gemeinde und als Thermalbad einen immer erheblicheren Stellenwert gewinnen. In Beuren tut sich etwas." Er sehe eine Notwendigkeit darin, sich mit dem Megathema demografischer Wandel intensiv auseinander zu setzen. Mit der neuen Einrichtung könne man Menschen mit Demenz einen Halt in ihrem Leben schaffen. Das demonstriere, dass die Altenhilfepflegeplanung des Kreises bereits nachhaltige Wirkungen zeige: "Betroffene können ihr Heim bald auswählen, die Konkurrenz wird zunehmen und die Häuser mit hoher Qualität zu hohem Preis haben Zukunft. Glück auf dem neuen Haus!"

Die feierlichen Begrüßungsworte rundete die Altenhilfefachberaterin im Landkreis Esslingen, Inge Hafner, ab. In einem Vortrag mit dem Titel "Herausforderung Demenz" gewährte sie mit humorvollen Anekdoten einen kurzen, fachgerechten Einblick in die Krankheit Demenz. "Wenn Sie die Krankheit haben, dann haben Sie sie jetzt schon", erklärte sie und blickte grinsend in die Runde. Denn schließlich habe Alzheimer teils eine Vorlaufzeit von bis zu 30 Jahren.

"Immer mehr Menschen sind von Gedächtnisverlust betroffen. Dieses Thema wird man nur in den Griff bekommen, wenn man es zusammen angeht." Das sei eine gesellschaftliche Herausforderung zur "Koproduktion", der sich nicht nur die Angehörigen beziehungsweise Betroffenen, sondern auch die Dienste und Einrichtungen, die bürgerschaftlich Engagierten und die Öffentlichkeit stellen müssten. Die Pflege der Zukunft sehe ganz anders aus als die von heute. "Und so ein Heim gehört für mich zu den Lösungen, die wir für die Zukunft brauchen."

nz