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"Das ist der Gemeinde zwei Rostbraten wert"

Dieser Winter war besonders lang und hart. Das lässt sich nachträglich auch an den Zahlen ablesen, die Bissingens Bürgermeister Wolfgang Kümmerle dem Ratsgremium vorlegte: Der Räumdienst machte an insgesamt rund 902 Stunden die Ochsenwanger und Bissinger Straßen frei und verbrauchte dabei 95 Tonnen Salz und 15 Tonnen Splitt .

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN In diesem "besonderen Winter" war Bissingens Rathauschef nicht entgangen, wie viel Einsatz beim Räumdienst seine Bauhofmitarbeiter bringen mussten. "Sie haben das sehr gut gemacht", lobte er und stellte zum Dank für das außergewöhnliche Engagement "zwei Rostbraten" in Aussicht. Bauhofleiter Ernst Pangerl nahm's mit Freude und Genugtuung zur Kenntnis.

War die kommunale Räumtruppe im Winter 2003/2004 an 481 Stunden unterwegs und warf dabei rund 60 Tonnen Salz auf Straßen und Wege, so beanspruchte der Winterdienst 2004/2005 mit insgesamt 902 Stunden fast doppelt so viel Zeit. Auch der Verbrauch des Salz-Splitt-Gemisches bewegte sich mit 95 Tonnen Salz und 15 Tonnen Splitt in anderen Dimensionen.

So froh Bürgermeister und Gemeinderat über den reibungslosen Ablauf des Winterdienstes waren, so brachten sie doch die Kosten in Höhe von 37 000 Euro ins Grübeln. Deshalb legte die Verwaltung den Bürgervertretern mögliche Alternativen zum bisherigen Räum- und Streudienst vor. Würde die Gemeinde sich auf den gesetzlich vorgeschriebenen Streuplan beschränken, so lägen die Kosten bei rund 15 000 Euro. Der Kompromissvorschlag, den der Bauhof unterbreitete, würde mit etwa 22 000 Euro zu Buche schlagen.

"Hier liegt also noch ein sehr schönes Einsparpotenzial", versicherte Bürgermeister Kümmerle und auch Ratsmitglied Rolf-Rüdiger Most stellte fest: "Ich seh schon, dass wir hier sparen können. Wir erfüllen jedenfalls mehr als gesetzlich vorgeschrieben." Siegfried Nägele relativierte die Freude übers Sparen jedoch mit dem Hinweis: "Wir sparen nur, wenn's auch tatsächlich schneit."

Nun soll sich der Bauausschuss des Gemeinderats den Kopf darüber zerbrechen, wie viel Winterdienst in Bissingen sein muss und wo die Verwaltung sparen kann. Dazu will der Bürgermeister auf Anregung von Rainer Merkle die Zahlen über den Winterdienst der vergangenen fünf Jahre zum Vergleich vorlegen und die Erfahrungen von Albgemeinden mit dem Salzen der Straßen einholen. Joachim Maszurim, Bürgervertreter aus Ochsenwang, hatte nämlich vorgeschlagen, in der Eduard-Mörike-Gemeinde den Schnee nur zu räumen, nicht aber Salz zu streuen, "weil das Schmelzwasser friert und die Straße in eine Rutschbahn verwandelt."