Lokales

Das Jahr der Gegensätze brachte frühe Blüten und viele Zwetschgen

Bei der Mitgliederversammlung des Obst- und Gartenbauverein Dettingen (OGV) gab der Erste Vorsitzende einen Rückblick aufs Obstbaujahr 2007. Außerdem wurden zahlreiche Mitglieder geehrt.

DETTINGEN Der Erste Vorsitzende Walter Hettenbach konnte neben 53 Mitgliedern mit Ehegatten auch Wolfgang Beck, den stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbandes, begrüßen.

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In seinem obstbaulichen Jahresrückblick berichtete Walter Hettenbach über die Wetter- und Obstentwicklung im Jahr 2007. Wie schon so oft in den vergangenen Jahren blieben Wetterextreme mit Temperatursprüngen auch 2007 nicht aus. Nach drei Wochen Vorfrühling im Januar kam die Winterzeit zurück. Bei bis zu 20 Zentimetern Schnee und bis zu minus 10 Grad Kälte war Schneeschippen angesagt. Doch so schnell wie er kam, ging er auch wieder.

Frostfrei regnerisch und mild, so präsentierte sich der Februar. Es kam noch besser: 18 Grad Anfang März. Bereits ab dem 10. März legten die Zwetschgen ihr Blütenkleid an und die Frühkartoffeln wurden gesteckt. Danach legte der Winter noch einmal eine weiße Decke darüber. Das sollte vorerst die letzte Wassergabe sein, denn danach ging es mit den Temperaturen bergauf.

Es kamen wunderschöne, sonnige Ostertage und traumhaft schön blühende Streuobstwiesen. Egal ob Kirschen, Birnen oder Äpfel fast alles blühte bei Temperaturen von über 25 Grad auf einmal. Bei 338 Sonnenstunden und fünf Wochen Regenlosigkeit lag die Durchschnittstemperatur im April bei 14,2 Grad. Nur einmal war es seit Aufzeichnung des Wetters schon wärmer, im April 1800 mit 15 Grad. Auch die gefräßigen Frostnachtspanner waren wieder unterwegs.

Kühl, regnerisch und mit großen Temperaturschwankungen so zeigte sich der Wonnemonat Mai. Die Kirschenernte begann. Frühe und mittelfrühe Sorten wurden bei gutem Behang in guter Qualität zu angemessenen Preisen geerntet und verkauft. Viele der späten Sorten blieben hängen. Das unbeständige Wetter ließ sie aufplatzen oder faulen. Nicht nur Obstbauer hatten ein Problem, sondern auch die Landwirte. Bei so einem schlechten Wetter war es nicht möglich, das Heu und das Getreide einzufahren.

Der August war insgesamt zu kühl und zu nass, was dem Obst aber noch gut tat. Bedingt durch das ungewöhnlich warme Wetter im Frühjahr war auch die Ernte zwei bis drei Wochen früher. Im Erwerbsobstbau wurden durch die günstigen klimatischen Bedingungen hohe Erträge eingefahren. Im Streuobstbau gab es durch die Alternanz teilweise Ausfälle. Hohe Ernteerträge gab es bei Zwetschgen, teilweise brachen die Bäume unter der Last zusammen.

Angenehmes Wetter im September und in der zweiten Hälfte des Oktobers ließ die Ernte auf den Streuobstwiesen reibungslos über die Bühne gehen. Nur an den Sammelstellen gab es ab und zu einen Stau. Auch die Preise stimmten versöhnlich: 13 Euro pro Doppelzentner wurden bezahlt und fürs Bio-Obst deutlich mehr. Bei Birnen lag der Preis bei acht Euro je Doppelzentner.

Bereits am 21. Oktober klopfte der Winter mit dem ersten Schneefall an. In der zweiten Woche im November gab es teilweise starken Schneefall und Minustemperaturen. Doch nach einer Woche winterlicher Landschaft wurde es wieder mild. Starker und böiger Wind brachte Ende Dezember den Winter zurück.

Rückblickend charakterisierte Walter Hettenbach das Jahr 2007 als das Jahr der Gegensätze. Das erste Halbjahr verlief mit ordentlichen Kapriolen, dafür zeigte sich das zweite Halbjahr fast normal. Der Frostnachtspanner war nicht so gefräßig, dafür gab es sehr viele Feuerbrandfälle und Schäden, die durch Wildschweine angerichtet wurden.

Anschließend berichtete Schriftführer Manfred Weinacht über Ereignisse und Aktivitäten im vergangenen Jahr. Die Aktiva und Passiva der Vereinskasse erläuterte Rechner Michael Hack. Dass seine Kasse ordnungsgemäß geführt ist, wurde ihm von den Kassenprüfern Thomas Helber und Martin Theil bestätigt. Der Antrag von Thomas Helber auf Entlastung des Kassiers und der gesamten Vorstandschaft wurde ohne Gegenstimmen angenommen. Bei den turnusmäßig anstehenden Wahlen stellten sich der Zweite Vorsitzende Jürgen Schäfer, der Schriftführer Manfred Weinacht und die zwei Vorstandsmitglieder Werner Bader, Karl Schlatter zur Wahl. Alle vier wurden ohne Gegenstimmen für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Wolfgang Kiedaisch schied aus gesundheitlichen und privaten Gründen aus dem Vorstand aus. Die beiden Kassenprüfer Thomas Helber und Martin Theil wurden für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt.

Die Ehrungen nahm Wolfgang Beck vor. Er zeichnete Armin Friederich, Karl Hack, Gerhard Hammann, Eugen Klein und Werner Schaum für 25-jährige Mitgliedschaft mit dem Bäumchen in Silber des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (LOGL) aus. Im Anschluss wurde Walter Hettenbach mit dem silbernen Apfel ausgezeichnet. Er bekleidet das Amt des Erste Vorsitzenden seit nunmehr 10 Jahren. Eine besondere Ehre war es für Wolfgang Beck, den langjährigen Kassier Erich Sigel mit der bronzenen Medaille des LOGL auszeichnen zu dürfen. Erich Sigel war über vier Jahrzehnte, zuerst als Vorstandsmitglied und ab 1974 als Kassier, für den OGV tätig. Nicht nur durch seine umsichtige Kassenführung, sondern auch durch seinen Einsatz in allen Bereichen hat er den Verein maßgeblich mitgeprägt. Er stellte sich im Jahre 2006 nach Ablauf seiner Amtszeit aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl.

Besondere Erwähnung verdient auch in diesem Jahr Gerhard Bauer mit seiner Obstbaumzählung. Der Baumbestand auf den Dettinger Streuobstwiesen beträgt nach dem neuesten Stand 43 441 Bäume, was ein Rückgang von 324 Bäumen im Vergleich zu 2006 bedeutet. Anschließend wurde das Jahresprogramm vorgestellt und besprochen. In diesem Jahr stehen Mostprämierung, Schnittkurs, Blütenwanderung, Veredelungsunterweisung und Ausflüge auf dem Programm.

Zum Abschluss stellten Edith Koch und Udo Faath anhand von Folien und Exponaten die Arbeit der Bonsai-Freunde Teck vor.

mw