Lokales

Das K3N soll künftig besser vermarktet werden

Anfang Juli hat der Gemeinderat den Nürtinger Stadtwerken das Management für die Stadthalle und die Kreuzkirche übertragen. "Wir brauchen andere Strukturen, damit die Halle vernünftig geführt werden kann", begründete Oberbürgermeister Heirich die Entscheidung. Oberstes Ziel ist, das K3N besser am Markt zu positionieren.

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NÜRTINGEN "Die engen Verwaltungsstrukturen sind nicht geeignet für ein professionelles Management, wie es ein solches Kunst-, Kultur- und Kongresszentrum braucht", so Oberbürgermeister Otmar Heirich. Bei der Überlegung nach einer neuen Regelung lag es für Verwaltung und Gemeinderat nahe, den Stadtwerken das Hallenmanagement zu übertragen. Zum einen bringt Stadtwerke-Geschäftsführer Volkmar Klaußer Erfahrung aus seiner Erfurter Zeit bei der dortigen Messegesellschaft mit und zum andern ist beim städtischen Versorgungsunternehmen viel technisches Know-how vorhanden, das beim Betrieb der Stadthalle sinnvoll genutzt werden kann.

Ist die Position des Stadthallengeschäftsführers mit Hildegard Schoger richtig besetzt? Diese Frage, die sich manche Nürtinger schon im Oktober 2003 zur Eröffnung des K3N gestellt haben, wurde mit der jetzigen Personalentscheidung beantwortet. "Wir streben mit Frau Schoger eine einvernehmliche Regelung zum Ausscheiden an", so Oberbürgermeister Heirich. Zurzeit ist Hildegard Schoger krank.

Mehrere Schwachpunkte nennt Heirich, die möglicherweise dazu geführt haben, dass die Stadthalle heute nicht so ausgelastet ist, wie sich das der Gemeinderat erhofft hat. Zum einen sei das K3N wohl nicht ausreichend vermarktet worden, "der professionelle Auftritt nach außen fehlt" und darüber hinaus seien die handelnden Personen nicht ausreichend auf ihre Aufgaben vorbereitet worden. Das alles, so Heirich, müsse besser werden, um sich im harten Wettbewerb mit anderen Veranstaltungszentren zu behaupten.

Nicht nur der Terminkalender der Stadthalle soll in Zukunft voller werden, mit einem besseren Marketing wollen Stadtwerkegeschäftsführer Klaußer und seine Mitarbeiter dafür sorgen, dass auch die Konferenzräume eine bessere Auslastung erfahren. Das K3N soll bei Kultur- und Kongressveranstaltern zu einem Begriff werden. Heirich denkt hier an Konferenzteilnehmer, die nicht nur das K3N, sondern auch die Stadt in guter Erinnerung behalten, hier einkaufen, konsumieren und mit Mund-zu-Mund-Propaganda die Stadt bekannter machen.

Um dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen, hat Volkmar Klaußer zusammen mit seinem Mitarbeiter Tobias Länge, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken, ein erstes Konzept entwickelt. Die Saalmiete will man unangetastet lassen, das passt schon. Nicht sinnvoll erscheint Klaußer indes, dass mit den Veranstaltern jedes Mikrofon, jede Leinwand und jeder Stuhl einzeln abgerechnet wurde. Die Nebenkosten waren manchmal höher als die Miete.

Um das K3N besser auszulasten, sollen nicht nur mehr Konzerte nach Nürtingen geholt werden, man strebt auch eine bessere Belegung mit Konferenzen und Kongressen an. Mit Mailing-Aktionen will Klaußer nicht nur die Nürtinger Unternehmen ansprechen, sondern auch an Verbände und Kammern von Industrie und Handwerk herantreten. Auch auf der Messe in München will man das Produkt K3N anbieten. Dazu freilich reicht das Werbematerial für die Halle noch nicht aus. "Wir müssen Pakete schnüren und den Veranstaltern Pauschalangebote mit Übernachtungsmöglichkeiten unterbreiten", betont Oberbürgermeister Heirich, der bemängelt, dass man das K3N bisher nicht flexibel genug am Markt präsentiert habe.

Auf 250 000 Euro beläuft sich der Betriebsverlust der Stadthalle im Jahr 2004. Die kalkulatorischen Kosten liegen bei 600 000 Euro. Diese Zahlen sollen sich unter der Geschäftsführung der Stadtwerke verbessern.

Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb des Kunst-, Kultur- und Kongresszentrums ist auch, dass letzte bauliche Mängel beseitigt werden. "Beim Betrieb einer solchen Halle stellen sich eben Dinge heraus, die nicht sehr zweckmäßig sind", räumt Oberbürgermeister Otmar Heirich ein. Ein kleines Beispiel dafür sind die eingebauten Seifenspender an den Handwaschbecken in den Toiletten. Diese Schwachstellen auszumerzen und für rasche Abhilfe zu sorgen, ist Aufgabe der städtischen Bauverwaltung.