Lokales

Das "Kartenhaus" als weitere Halle entdeckt

Die Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Grabenstetten verzeichnet in der "Vetterhöhle" bei Blaubeuren einen neuen Forschungserfolg. Dort wurde jetzt eine weitere große Halle, das sogenannte "Kartenhaus" gefunden. In der Vetterhöhle entdeckten die Forscher vor wenigen Monaten auch eine Verbindung zur Blauhöhle.

MICHAEL RAHNEFELD

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GRABENSTETTEN Seit November 2006 suchen Forscher der Arge Grabenstetten am derzeitigen nördlichen Ende der Vetterhöhle nach einer Fortsetzung. "Die Arbeiten im Versturz sind sehr mühsam", sagt Forschungsleiter Markus Boldt. Doch bizarre Sinterformen und ein spürbarer Luftzug würden auf weitere Gänge hoffen lassen.

Jetzt stießen die Höhlenforscher auf das sogenannten "Kartenhaus", eine Halle vergleichbar der "Herbert-Griesinger-Halle", die als erstes in der Vetterhöhle gefunden worden war. Das "Kartenhaus" hat nach Angaben von Boldt eine Länge von 15 Metern, eine Breite von sieben Metern und eine Höhe von bis zu fünf Metern. Sie wurde jetzt im Versturzbereich gefunden. "Von hier aus gehen die Forschungen weiter", informiert Boldt. Am Ende der Halle stießen die Arge-Mitglieder auf einen über 20 Meter hohen Kamin, ein Höhlenteil, das senkrecht nach oben führt, aber noch nicht völlig erklettert werden konnte.

Fritz Mammel, Vorsitzender der Arge Grabenstetten, erklärt zum aktuellen Forschungsstand: "Wir befinden uns jetzt sozusagen am anderen Ende des großen Versturzes, wir haben ihn fast komplett umgangen. Leider führt uns der Weiterweg noch einmal gut 40 Meter durch eine Verbruchzone. Es ist noch enger, noch schmaler und total verwunden wie ein Korkenzieher eben. Die Höhle macht es uns wirklich nicht leicht." In der Vetterhöhle sind nach Angaben der Arge Grabenstetten bislang über zwei Kilometer Ganglänge vermessen.

Die Arge Grabenstetten wird demnächst eine Broschüre mit dem Titel "Die Vetterhöhle Forschungsbericht aus dem Blauhöhlensystem" herausgeben. Die Broschüre wird anlässlich des Höhlenwandertages in Blaubeuren am 1. Mai erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.arge-grabenstetten.de.